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02.11.2010 14:16

Ökostrom

Sparen mit erneuerbarer Energie

von
Ökostrom Sparen mit erneuerbarer Energie Finanzportal Biallo.de
Strom - ein Umstieg in die Ökovariante kann sich lohnen
Ökostrom ist in: Elektrizität aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasser deckt bereits 19 Prozent des Stromverbrauchs bei uns. Und der Trend hält an. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für Ökostrom – auch weil die Anbieterzahl wächst und der Preis stimmt.
Es gibt längst zahlreiche Ökostromanbieter in Deutschland und Dutzende Tarife. Größter Anbieter ist Lichtblick mit rund 500.000 Kunden. Aber auch Greenpeace Energy, EWS Schönau, die Naturstrom AG, Entega, Strommixer oder Naturwatt liefern Elektrizität aus erneuerbaren Energien an eine steigende Kundenzahl. Nach Angaben von Verivox entschied sich in den ersten sechs Monaten 2010 jeder dritte Verbraucher, der über das Vergleichsportal wechselte, für alternativ erzeugten Strom. Parallel steigt auch die Produktion in Deutschland. Die „Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen“ errechnete 19 Prozent für dieses Jahr. Damit nähert sich der Anteil der Erneuerbaren Energien dem von Atomstrom – Kernkraftwerke produzieren derzeit noch 23 Prozent.

Auf Unternehmenswurzeln achten

Ökostromanbieter lassen sich in drei Kategorien einteilen: Unabhängige Versorger wie Naturenergie, Töchter von Stadtwerken wie Entega und Konzernfilialen wie die Eon-Firma E wie Einfach oder der RWE-Ableger Eprimo. Wer Ökostrom ordert und damit ein Umweltbekenntnis zeichnet, sollte also auf die unternehmerischen Wurzeln des Lieferanten achten. Immerhin ist etwa das RWE-Kohlekraftwerk im rheinischen Niederaußem mit jährlichen Emissionen von 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid größter Klimakiller Europas. Und Eon betreibt alleine hierzulande fünf Kernkraftwerke.
Hinzu kommt, dass die wenigsten Ökotarife halten, was sie versprechen. So hat die Zeitschrift Öko-Test im April 106 Stromangebote geprüft und konstatiert: „Nur elf Tarife sind uneingeschränkt empfehlenswert“. Ganz wenige Angebote erfüllen also die Kriterien für Naturstrom. „In wissenschaftlich strengem Sinn wird ökologisch korrekter Strom nämlich in Anlagen erzeugt, die wegen der Öko-Strom-Nachfrage zusätzlich errichtet werden“, erläutert Uwe Leprich von der Universität Saarbrücken. Tatsächlich werden über die exakte Herkunft des Stroms meist keine Angaben gemacht. Und die Kunden können nicht sicher sein, dass der Ausbau erneuerbarer Energie auch wirklich gefördert wird.
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Oft günstiger als Grundversorgung

Dass sich der Umstieg in die Ökovariante allerdings lohnt, belegen zahlreiche Studien. Zwar variieren Strompreise von Region zu Region. Doch Ökotarife sind mittlerweile günstiger als viele örtliche Grundversorgungstarife. So belaufen sich die bundesweiten Kosten für die Grundversorgung bei einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) derzeit auf rund 970 Euro. Bei Ökostromtarifen mit Gütesiegeln liegen die durchschnittlichen Kosten bei gleichem Verbrauch bei etwa 950 Euro. Einzelne Gebührensätze „etablierter Versorger“ sind sogar noch günstiger: So sparen Verbraucher bei TÜV-zertifizierten Tarifen von E wie Einfach oder dem Ökostromangebot von Vattenfall mehr als 100 Euro pro Jahr. Da noch immer rund die Hälfte aller Haushalte bei uns Strom über Grundversorgungstarife beziehen, lohnen Preisvergleich und Wechsel also durchaus.
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EEG verteuert Strom deutlich – unabhängig von der Produktionsart

Ab 2011 muss allerdings noch genauer kalkuliert werden: Ab Januar steigt die von allen Stromverbrauchern zu zahlende Umlage für erneuerbare Energien um 70 Prozent auf insgesamt 3,5 Cent pro kWh. Wie hoch der Aufschlag auf die Strompreise ausfällt, entscheidet der jeweilige Versorger. Und die halten sich derzeit noch bedeckt. Erst Mitte November werden wohl die großen der Branche – RWE, Vattenfall, Eon und EnBW – bekannt geben, wie sie reagieren. Daran dürfte sich dann die Konkurrenz orientieren. Wird die Steigerung komplett an die Kunden weitergegeben, entstehen einer vierköpfigen Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Mehrkosten von etwa 70 Euro.

Grund für die höhere EEG-Umlage ist unter anderem der massive Ausbau vor allem im Bereich der Solarenergie. Mehr als 50 Prozent der Umlage macht die Solarförderung aus. Zur Erläuterung: Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind die Netzbetreiber verpflichtet, Strom aus regenerativen Energien einzuspeisen und den Produzenten einen festen Preis dafür zu zahlen. Dieser liegt derzeit noch deutlich höher als der Preis für Energie beim Verkauf an der Leipziger Strombörse EEX. Und diese Differenz wird auf den Verbraucher umgelegt.

Unter dem Strich dürfte sich Strom also ab 2011 deutlich verteuern – und zwar unabhängig von der Produktionsart. Wer jedoch clever handelt, federt die Preissteigerung ab. Denn durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter lässt sich der Aufpreis meist wieder kompensieren. Und hier gilt: Selbst wer einen Ökostromanbieter wählt, zahlt häufig weniger als beim bisherigen Versorger.

Tipp: Mit dem Stromtarif-Rechner auf Biallo.de lassen sich ganz einfach die Offerten verschiedener Anbieter vergleichen.
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