EEG verteuert Strom deutlich – unabhängig von der Produktionsart
Ab 2011 muss allerdings noch genauer kalkuliert werden: Ab Januar steigt die von allen Stromverbrauchern zu zahlende Umlage für erneuerbare Energien um 70 Prozent auf insgesamt 3,5 Cent pro kWh. Wie hoch der Aufschlag auf die Strompreise ausfällt, entscheidet der jeweilige Versorger. Und die halten sich derzeit noch bedeckt. Erst Mitte November werden wohl die großen der Branche – RWE, Vattenfall, Eon und EnBW – bekannt geben, wie sie reagieren. Daran dürfte sich dann die Konkurrenz orientieren. Wird die Steigerung komplett an die Kunden weitergegeben, entstehen einer vierköpfigen Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Mehrkosten von etwa 70 Euro.
Grund für die höhere EEG-Umlage ist unter anderem der massive Ausbau vor allem im Bereich der Solarenergie. Mehr als 50 Prozent der Umlage macht die Solarförderung aus. Zur Erläuterung: Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind die Netzbetreiber verpflichtet, Strom aus regenerativen Energien einzuspeisen und den Produzenten einen festen Preis dafür zu zahlen. Dieser liegt derzeit noch deutlich höher als der Preis für Energie beim Verkauf an der Leipziger Strombörse EEX. Und diese Differenz wird auf den Verbraucher umgelegt.
Unter dem Strich dürfte sich Strom also ab 2011 deutlich verteuern – und zwar unabhängig von der Produktionsart. Wer jedoch clever handelt, federt die Preissteigerung ab. Denn durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter lässt sich der Aufpreis meist wieder kompensieren. Und hier gilt: Selbst wer einen Ökostromanbieter wählt, zahlt häufig weniger als beim bisherigen Versorger.
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