Geldabheben in Großbritannien - Interbankenentgelt von nur 75 Cent
Wer eine Girocard (früher: EC-Karte) besitzt, kann damit jetzt an allen Geldautomaten in Großbritannien Bargeld ziehen. Darauf haben sich der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) und Link, das britische Geldautomaten-Netzwerk, verständigt. Pikant: Der ZKA hat sich mit den Briten auf ein Interbankenentgelt von 75 Cent verständigt.
Dies belegt die biallo.de auszugsweise vorliegende Vereinbarung zwischen Link und den deutschen Kooperationspartnern. Darin hatte die als „Deutsche Kreditwirtschaft“ bezeichnete Vertragspartei einen Betrag akzeptiert, der weit unter dem Betrag liegt, der laut Sparkassen eine Geldautomatentransaktion kostet.
Zu der „Deutschen Kreditwirtschaft“, die das von der englischen Großkanzlei Eversheds betreute Abkommen unterzeichnet hat, zählt als einer der vier Verbände auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband.
„Die Sparkassen können eine solche Leistung nicht Wettbewerbern für zwei Euro anbieten“, sagte Bernd Fieseler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DGSV) vergangene Woche, als er sich zum Vorwurf angeblich überhöhter Geldautomatengebühren der Sparkassen geäußert hat.
„Die immer wieder genannten angeblichen Kosten von rund 0,70 Euro pro Transaktion sind definitiv falsch. In ländlichen Gebieten fallen tatsächlich Kosten in der Spitze von über 10 Euro pro Transaktion an“, so DGSV-Vorstand Fieseler.
DSGV spricht von „strategischen Investitionen“
Jetzt hat man indes gegenüber den britischen Kooperationspartnern einer Servicegebühr von 75 Cent für jede erfolgreiche Transaktion zugestimmt. Hierbei handele es sich um eine „vollsubventionierte Gebühr“, um in den Markt hineinzukommen, rechtfertigt Stefan Marotzke, Sprecher des DSGV, den Gebührenunterschied. „Die Interbankentgelte, die in diesem Zusammenhang für grenzüberschreitende Transaktionen erhoben werden, sind keine kostenbasierten, betriebswirtschaftlich berechneten Entgelte, sondern strategische Investitionen“, so Marotzke.
Ziel sei es, „die Akzeptanz der Girocard-Karten im internationalen Zahlungsverkehr zu erhöhen und auf diese Weise neben die Strukturen von Mastercard und Visa ein weiteres System zu stellen.“ Durch den Zuwachs um 21.000 Geldautomaten des britischen Link-Netzwerkes steht nunmehr Girocard-Inhabern das gesamte britische Geldautomatennetz mit 63.000 Automaten offen. 92 Millionen solcher Karten gibt es nach Angaben des ZKA in Deutschland. Umgekehrt steht offenbar britischen Kartennutzern mit den rund 100 Millionen im Umlauf befindlichen Link-fähigen Karten auch das entsprechende deutsche Geldautomatennetz offen. Alle wesentlichen Herausgeber von Debit- und Geldautomatenkarten in Großbritannien sind Mitglied des Geldautomaten-Netzwerkes Link.
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