Seit Einführung der Riester-Rente haben sich bereits rund 15 Millionen Bürger für die geförderte Altersvorsorge entschieden. Auffällig ist die hohe Zahl geringverdienender Haushalte. Mehr als 70 Prozent der Zulagenempfänger verfügen über ein Einkommen von weniger als 30.000 Euro und liegen damit unter dem aktuellen Durchschnittseinkommen. „In den letzten Jahren ist das Wachstum in den unteren Einkommensgruppen am höchsten gewesen“, berichtet Anette Reil-Heldt, Altersvorsorgeexpertin an der Universität Mannheim. Am höchsten sei die Verbreitung der Riester-Rente bei kinderreichen Haushalten. Die Ursache dafür liege in den attraktiven Kinderzulagen.
Statistiken bestätigen die Expertin. Wie das Mannheim Research Institute for the Economics of Aging, kurz MEA, herausfand, verfügen rund 31 Prozent der Zulagenberechtigten lediglich über ein Haushaltseinkommen von maximal 10.000 Euro pro Jahr. Liegt das Brutto-Jahreseinkommen zwischen zehn- und zwanzigtausend Euro im Jahr, sinkt die Zahl der Zulagenempfänger auf etwa 20 Prozent. Rund 19 Prozent der Riesterempfänger verdienen zwischen 20.000 und 30.000 Euro und etwa 14 Prozent der Zulagenberechtigten verfügen über ein Bruttoeinkommen zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Bei höherem Verdienst schmilzt die Gruppe der Zulagenempfänger rapide zusammen. So erhalten nur sieben Prozent der Haushalte Riesterförderung, deren Bruttogehalt zwischen 40.000 und 50.000 Euro liegt.
Geringes Einkommen, hohe Förderquote
Ursache des Erfolgs in den unteren Gehaltsgruppen sind die hohen Förderquoten. Wie das MEA-Institut herausfand erreichen sowohl geringverdienende Alleinstehende als auch Verheiratete mit Kindern dank Grund- und Kinderzulagen durchschnittliche Förderquoten von 80 bis 90 Prozent gemessen am eigenen Sparbeitrag. In den mittleren Gehaltsgruppen zwischen 25.000 und 40.000 Euro liegen die Durchschnittsförderquoten lediglich zwischen 25 bis 35 Prozent. Einzig Verheiratete mit zwei Kindern schaffen hier Förderquoten von über 40 Prozent. Steigt das Einkommen, wachsen die Förderquoten wieder an. So erzielen Singles ohne Kinder ab einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro im Schnitt Förderquoten von über 40 Prozent.