Aktienfonds
Thomas Brummer
Thomas Brummer
Aktienfonds bieten Chancen, aber auch Risiken. Reduzieren Sie diese Risiken mithilfe eines Stop-Loss-Limits.

Aktienfonds - Chancenreich, fexibel, kostengünstig

Die Fondsidee ist über 150 Jahre alt: Viele Investoren stecken ihre Anlagegelder in einen großen Topf. Die Verwaltung und Steuerung des Vermögens übernimmt ein professioneller Investmentbanker. Je nach Ausrichtung und Strategie des Fonds erwirbt der Fondsmanager Wertpapiere oder andere Vermögenswerte – für Aktienfonds kauft er vorrangig Aktien. Die Anzahl der möglichen Aktienkäufe richtet sich der Höhe der eingezahlten Fondsgelder. Man spricht hier vom Anlagevolumen des Fonds. Ändert sich die Marktlage, kann der Fondsmanager weniger aussichtsreiche Aktien abstoßen und neue, chancenreiche Papiere erwerben.

Sparen mit Aktienfonds bietet viele Vorteile

  • Überschaubares Risiko: Im Gegensatz zum Kauf einzelner Aktien, das hohe Anlagerisiken beinhaltet, verteilt sich das Risiko bei einer Fondsanlage auf viele verschiedene Aktien. Verluste einer Aktie können durch Gewinne anderer Aktien ausgeglichen werden.
  • Signifikante Kostenvorteile: Für Privatanleger ist es finanziell unattraktiv 50, 60 oder gar 80 Einzelwerte im Depot zu führen, wie es für Investmentfonds üblich ist. Ein Aktienfonds kann viele Einzelaktien viel preiswerter verwahren und managen.
  • Hohe Flexibilität: Für Fondsanteile bestehen keine Kündigungsfristen. Sie können börsentäglich ge- und verkauft werden.
  • Große Renditechancen: Aktienfonds bieten überdurchschnittliche Wertentwicklungschancen.
  • Deutliche Zeitersparnis: Fondsmanager beschäftigen sich im Auftrag der Anleger täglich viele Stunden mit der Börsenentwicklung und den Chancen und Risiken einzelner Aktien. Privatanleger haben weder das Knowhow noch die Zeit dazu.

Wie unterscheiden sich Aktienfonds?

Jeder Aktienfonds verfolgt ein bestimmtes Anlagekonzept. Die Auswahl der Papiere erfolgt zum Beispiel nach:

  • Region
  • Branche
  • Thema
  • Investmentansatz

Investiert ein Aktienfonds in eine bestimmte Region, kann dies ein Land sein, etwa Deutschland oder USA, oder ein bestimmter Erdteil, etwa Europa oder Asien. Möglich ist aber auch eine globale Ausrichtung. Ferner können Fonds auf eine Branche oder ein bestimmtes Thema fokussiert sein. Bündelt der Fonds beispielsweise Aktien aus dem Bereich Finanzwerte, entsteht ein Portfolio mit Schwerpunkt Banken und Versicherungen. Investiert er vorrangig in Nachhaltigkeits-, oder Klima-Aktien, dann entsteht ein Umwelt-Fonds. Steht ein bestimmter Investmentansatz im Mittelpunkt, kann der Fokus auf einem Aktien-Index liegen (z.B. Dax-Indexfonds), auf Nebenwerte (z.B. M-Dax- oder S-Dax-Aktien) oder auf Wachstumstitel (Growth-Fonds).

  • Tipp: Als Anleger sollten Sie sich vorab über die Anlagestrategie des Fonds informieren und abklären, ob diese zu Ihrem Anlageziel passt.

Wie ermittelt sich der Wert eines Aktienfonds?

Jeder Anleger erwirbt mit seinem Geld, das er in den Fonds einzahlt, einen Teil des Anlagevermögens. Entsprechend dieses Betrages bekommt er Anteile am Fondsvermögen gutgeschrieben. Egal, wie hoch die einzelne Beteiligung ist, jeder Fondsanteil besitzt die gleichen Anlagechancen. Wächst das Fondsvermögen um fünf Prozent, partizipiert jeder Anteil ebenfalls fünf Prozent.

Der Wert des Fondsvermögens errechnet sich aus den börsentäglich ermittelten Werten der einzelnen Aktien abzüglich Kosten. Neben den aktuellen Kursen wird das Fondsvermögen auch von Dividendenzahlungen beeinflusst. Manche Fonds überweisen die Ausschüttungen an ihre Anteilseigner, andere belassen die Erträge im Fonds und legen sie wieder neu an. Wieder anlegende Portfolios bezeichnet man als thesaurierende Fonds. Die Wiederanlage puscht das Fondsvermögen und die Rendite des Fonds.

Was kosten Aktienfonds?

Beim Kauf eines Aktienfonds fallen unterschiedliche Gebühren an:

Ausgabeaufschlag: Erster Kostenpunkt ist der Ausgabeaufschlag. Er wird unmittelbar beim Fondskauf fällig und deckt als Verkaufsgebühr die Kosten des Vertriebs. Aktienfonds kosten in der Regel fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Manche Fonds berechnen aber auch weniger oder mehr. Die Kaufkosten werden von Ihrem Anlagebetrag abgezogen.

  • Tipp: Kaufen Sie Aktienfonds mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Fast alle Banken und Fondsshops bieten heute Verkaufsrabatte zwischen 25 und 50 Prozent. Bei Direktbanken wie Consorbank, Comdirect oder ING-DiBa finden sich auch Fonds zum Nulltarif. Sehr preiswert sind auch börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs. Bei diesen fällt kein Ausgabeaufschlag an, sondern nur Bank- und Börsenspesen, die aber sehr niedrig sind.

Managementgebühr: Jeder Aktienfonds erhebt eine Gebühr für das Management des Fonds. Aktiv verwaltete Aktienfonds berechnen zwischen 1,0 und 2,5 Prozent pro Jahr, weil die Portfolios intensive Beobachtung, Marktanalysen und häufige Umschichtungen erfordern. Die Gebühr wird jährlich dem Fondsvolumen entnommen. Im Gegensatz dazu berechnen Indexfonds oft nur Gebühren zwischen 0,1 und 0,5 Prozent, weil die Portfolioüberwachung und -steuerung per Computer erfolgt. Positiv: In den jährlich ausgewiesenen Fondsrenditen sind die Managementgebühren bereits enthalten.

  • Tipp: Versuchen Sie jährliche Management- und Verwaltungsgebühren niedrig zu halten, denn sie belasten die Rendite. Vergleichen Sie dazu die sogenannte Total Expensive Ratio (TER). Diese finden Sie in unseren Fondstabellen, auf der Detailseite des jeweiligen Fonds. Sie zeigt die Summe aller laufenden Kosten und Gebühren eines Fonds. Der Ausgabeaufschlag sowie eventuelle Erfolgshonorare des Managements sind allerdings nicht enthalten.


Performance Fee: Dabei handelt es sich um ein erfolgsabhängiges Honorar für die Fondsmanager. Läuft ein Fonds zum Beispiel besser als seine Benchmark (Vergleichsindex), kann das Management einen Teil der Outperformance als Erfolgsprämie einstreichen. Nicht selten lobt die Fondsgesellschaft 20 oder 25 Prozent Outperformance-Prämie aus. Damit sollen die Fondsmanager angestachelt werden, besonders erfolgreich zu arbeiten. Erfolgsabhängige Managerhonorare standen häufig in der Kritik, weil sie auch bei negativer Wertentwicklung anfallen können, etwa dann, wenn der Fonds trotz Minus besser abgeschnitten hat als der Gesamtmarkt. Zahlreiche Fondsgesellschaften haben an dieser Praxis inzwischen Korrekturen vorgenommen.

  • Tipp: Informationen zur Performance-Fee finden Sie im jeweiligen Fondsprospekt. Studien Sie die Angaben und meiden Sie wenn möglich Fonds mit Erfolgshonoraren. Nur wenn eine weit überdurchschnittliche Rendite des Fonds die Zusatzgebühr rechtfertigt, haben Sie von der Gebühr Vorteile.


Depotkosten: Die Kosten für die Aufbewahrung der Fonds werden zwar nicht vom Fonds erhoben, sind für Fondssparer aber oft unvermeidlich. Schließlich müssen die Fondsanteile irgendwo verwahrt werden, und dies geschieht im Depot. Banken berechnen dafür entweder Pauschalgebühren von 20 bis 40 Euro im Jahr oder volumenabhängige Gebühren von 0,1 bis 0,2 Prozent, in seltenen Fällen auch mehr.

  • Tipp: Besitzen Sie bereits Aktien, Anleihen oder Zertifikate, können Sie Fondsanteile in das gleiche Depot einbuchen lassen. Bei pauschalen Depotgebühren erhöhen sich die Kosten dadurch nicht. Viele Banken bieten kostenlose Wertpapierdepots, etwa Consorsbank, DKB und Maxblue. Unter bestimmten Bedingungen verzichten auch 1822 direct, Comdirect und S-Broker auf Depotgebühren.

Welche Renditen erzielen Aktienfonds?

Wer langfristig mit Aktien spart, der erzielt gute Gewinne. Wie eine Untersuchung des unabhängigen Deutschen Aktieninstituts (DAI) zeigt, ist das Verlustrisiko bei langem Anlagehorizont gleich null. Ab einer Laufzeit von zehn Jahren werfen Geldanlagen mit Aktien und Aktienfonds ziemlich sicher Gewinn ab, so die Studie. Statistiken des Fondsverbandes BVI bestätigen die Aussage. Ab einem Anlagehorizont von 15 liegen alle ausgewerteten Fondskategorien im Plus. Je nach Anlageregion betragen die Durchschnittsrenditen zwischen drei und sieben Prozent.

  • Tipp: Vermögensaufbau mit Sparplan: Fondssparpläne sind angesichts niedriger Sparzinsen erste Wahl für den Vermögensaufbau. Sparpläne mit Aktienfonds besitzen dabei beste Renditechancen, zugleich umgehen sie das sogenannte Timingproblem. Legen Sie regelmäßig einen kleinen, festen Betrag unabhängig vom Marktgeschehen an, spielt es keine Rolle, ob die Kurse gerade hoch oder niedrig sind. Mit einem gleichbleibenden Betrag erzielen Sie langfristig günstige Durchschnittskosten. Grund: Bei hohen Kursen kaufen Sie wenige Fondsanteile, weil ein Anteil viel kostet. Bei niedrigen Kursen erwerben Sie dagegen mehr Fondsanteile, da ein Anteil wenig kostet. Steigen die Kurse an, so puschen die vielen, günstig erworbenen Anteile die Gesamtrendite. Der Kostenvorteil ist sogar bei stagnierenden Börsenkursen zu beobachten.

Was passiert bei Pleite einer Fondsgesellschaft?

Rechtlich gesehen sind Sie als Anleger Miteigentümer des Fondsvermögens und damit weder Gläubiger wie bei Anleihen noch Firmeninhaber wie bei Aktien. Das Fondsvermögen gilt innerhalb der Investmentgesellschaft als Sondervermögen.

Vorteil: Sollte die Fondsgesellschaft in Zahlungsschwierigkeiten geraten, stehen die Fondsgelder nicht zur Disposition. Die Fondsanteile werden an Sie zurückgegeben und Sie können frei darüber verfügen.

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