Depot- und Orderkosten Auf die Gesamtkosten kommt es an

Depot- und Orderkosten Auf die Gesamtkosten kommt es an

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann
25.10.2016
Auf einen Blick

Im Einkauf liegt der Gewinn. Privatanleger sollten bei Wertpapierkäufen aber auch die Gesamtkosten im Blick haben.

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1. Das passende Angebot

Sie möchten gerne Girokonto und Depot bei einer einzigen Onlinebank führen und wollen gerne ETFs im Wege eines Sparplans besparen oder Wertpapiere auch gelegentlich außerbörslich kaufen? Dann müssen Sie schon genau hinschauen, welche Onlinebroker alle drei Möglichkeiten bieten. Aktuell erfüllen diese Anforderungen insbesondere Comdirect, Consorsbank, DAB Bank, ING-Diba und 1822 direkt. Die Privatkunden der DAB Bank werden Mitte November auf die Consorsbank übergeleitet, denn die Muttergesellschaft BNP Paribas führt dort das Privatkundengeschäft zusammen.

Das Beispiel macht klar, dass Kunden ganz genau auf ihre Anlagebedürfnisse achten sollten, bevor sie sich für einen Onlinebroker entscheiden. Denn längst nicht jeder Anbieter offeriert eine vollumfängliche Produktpalette. Wer etwa zusätzlich zu den drei genannten Angeboten auch noch unbedingt hochspekulative Contracts for Difference (CFDs) handeln möchte, wird aktuell nur bei Comdirect, DAB Bank und Consorsbank fündig. Klar ist aber auch: Solche Full-Service-Anbieter sind in aller Regel preislich etwas teurer als kleinere Broker mit Lücken im Angebot.

2. Kostenloses Depot

Auch wenn es viele Direktbanken vermutlich schon lange bereuen, dass sie keine Depotgebühren mehr nehmen – Kunden freuen sich darüber. Denn anders als bei Filialbanken sind Depotgebühren bei vielen Onlinebrokern seit langem passé – und auch in der anhaltenden Nullzinsphase hat bislang keiner gewagt, eine Depotgebühr für alle wieder einzuführen. Kostenlos-Depots ohne Haken und Ösen bieten etwa die bekannten Häuser wie Consorsbank, DAB Bank, Flatex, ING-Diba, Maxblue oder Onvista Bank an. Auch Spezialanbieter für Heavytrader wie Sino, Vitrade oder Lynx und Neuling Degiro nehmen nichts fürs Depot.

Bei anderen Anbietern ist das Umsonst-Depot an Bedingungen geknüpft, die meist aber leicht zu erfüllen sind: Anleger müssen zum Beispiel einen Fondssparplan unterhalten oder dort auch ihr Girokonto führen. Bei Comdirect etwa ist das Depot drei Jahre lang umsonst, danach nur noch, wenn man dort auch ein Girokonto oder einen Fondssparplan führt bzw. zweimal pro Quartal ordert - andernfalls kostet es 1,95 Euro pro Monat. Bei der 1822 direkt kosten nur Depots ohne Bestand und Transaktionen eine Gebühr von 2,50 Euro pro Monat. Beim Sparkassenbroker reicht schon eine Order im Quartal oder ein Vermögensbestand von 10.000 Euro, andernfalls kostet es 2,95 Euro pro Monat.

Biallo-Tipp:
Wenn Ihnen hohe Depotgebühren ein Dorn im Auge sind, Sie aber auf das persönliche Gespräch mit dem Anlageberater Ihrer Hausbank nicht verzichten möchten, sind Sie gut beraten zu verhandeln. Denn viele Hausbanken zeigen sich bei der Depotgebühr kulant, wenn sie spitz bekommen, dass sie sonst den Kunden verlieren. Und es gibt Filialinstitute wie Targobank, die generell auf die Depotgebühr verzichten.

Sie sind aber die Ausnahme, nicht die Regel. Telefonische Anlageberatung zu Wertpapieren bieten aber auch Onlinebroker wie Comdirect, Consorsbank, noch die DAB-Bank oder die Volkswagen Bank - zumindest zu Fonds. Die Consorsbank offeriert im Übrigen auch waschechte Honorarberatung.

3. Günstig ordern

Über möglichst geringe bzw. besser keine Kosten fürs Depot freut sich natürlich jeder Anleger. Gerade für wenig aktive Anleger sind niedrige Fixkosten besonders wichtig. Wer dagegen häufiger handelt, sollte besonders auf günstige Ordergebühren achten, da sie stärker ins Gewicht fallen. Häufig belohnen Direktbanken Handelsaktivität mit günstigeren Orderkonditionen.

Bei der Onvista Bank zum Beispiel können Anleger unter Umständen sogar umsonst Wertpapiere kaufen, wenn auch nicht verkaufen. Sie müssen dann nur fremde Spesen wie Börsenabwicklungsgebühren bezahlen.

Flatex etwa verlangt nur eine günstige Flat Fee von einheitlich fünf Euro pro Order, Fremdspesen kommen aber noch dazu. Neulinge wie etwa Degiro versuchen über den günstigen Orderpreis von 2,08 Euro für eine 1.000-Euro-Order Kunden zu gewinnen. Hier sind aber andere Aspekte wie die ausländische Einlagensicherung zu berücksichtigen.

Biallo-Tipp: Es reicht nicht, allein auf die Spesenstaffel der Bank zu schauen. Die im harten Wettbewerb stehenden Onlinebroker bemühen sich nämlich, ihre eigenen Provisionen möglichst niedrig zu halten. Dafür reichen sie zusätzliche Börsenkosten pauschaliert oder vollständig eins zu eins an ihre Kunden weiter. Die allermeisten Banken verlangen mittlerweile solche börsenplatzabhängigen Gebühren.

Häufig wird ein Pauschalzuschlag für Regionalbörsen sowie den Handelsplatz Xetra erhoben. Die Comdirect und die ING-Diba nehmen zum Beispiel für eine Parkettorder zusätzlich 2,50 Euro, die Consorsbank verlangt 2,95 Euro. Grund dafür ist die hohe Mindestgebühr, die die Börse Stuttgart berechnet. Bei Xetra-Orders ist die Pauschale in aller Regel günstiger. Andere Broker wie Flatex oder Onvista Bank verlangen keine pauschalen Gebühren, sondern leiten die Kosten der Börsen und der Wertpapierabwicklung einfach eins zu eins an die Kunden weiter.

4. Limitiert ordern

Verbraucherschützer empfehlen es immer wieder: Wer Wertpapiere kaufen oder verkaufen möchte, sollte limitierte Aufträge erteilen, damit man nicht viel mehr bezahlt, als man eigentlich wollte oder viel weniger erlöst als gewünscht. Komplett kostenlos sind das Setzen, Ändern, Streichen oder die Nichtausführung eines Limits zum Beispiel bei Comdirect, Consorsbank, DAB Bank, Flatex, ING-Diba, Maxblue, beim Sparkassen Broker, 1822 direkt oder der Volkswagen Bank - sowie bei kleineren Spezialanbietern mit Spezialisierung auf aktive Kunden.

5. Telefonorders vermeiden

Die allermeisten Brokerkonditionen sind für den Orderweg via Internet oder Apps gültig. Wer dagegen zum Telefon greifen will oder muss, sollte damit rechnen, dass er bei den meisten Anbietern eine Zusatzgebühr zahlen muss, die sich meist um die zehn Euro pro Auftrag bewegt. In Ausnahmefällen kann es auch noch mehr sein.


Wann immer möglich, sollte man aus Kostengründen daher online ordern. Comdirect, Maxblue und ING-Diba verlangen zum Beispiel 9,90 Euro, DAB Bank und Flatex zehn Euro glatt und Consorsbank 14,95 Euro; automatisierte Orders über den Telefoncomputer sind dort aber kostenlos.

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Brigitte Watermann
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Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

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