Depot-Mix Wer nur auf Deutschland setzt, lebt riskant

Depot-Mix Wer nur auf Deutschland setzt, lebt riskant

Max Geißler
von Max Geißler
27.11.2016
Auf einen Blick
  • Um das Risiko möglichst breit zu streuen, sollten Anleger einen Depot-Mix aus 90 Prozent Aktien goblal und zehn Prozent Deutschlandaktien wählen.
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VW-Skandal, Bankenkrise, Atomausstieg – immer wieder werden beliebte heimische Börsenwerte durch Skandale oder Aktiencrashs tief ins Minus gedrückt. Selbst die als stabil und langweilig geltenden Versorger Eon und RWE gehören inzwischen zu den Kapitalvernichtern. Ihr Wert hat sich in den vergangenen Jahren gedrittelt, VW ist nur noch halb so viel Wert wie früher und die Deutsche Bank hat bereits 90 Prozent ihres einstigen Werts eingebüßt.

Deutsche Aktiendecke ist dünn

Als Aktien- und Fondssparer sollten Sie wissen: Der deutsche Aktienmarkt ist keine besonders sichere Bank. Dem Leitindex Dax fehlen echte Börsengiganten, das Marktvolumen insgesamt ist gering und die Branchenmischung nicht optimal. Nicht einmal innerhalb Europas spielen deutsche Aktien eine Hauptrolle. Die größten Börsenländer sind hier Großbritannien, Frankreich und die Schweiz, Deutschland folgt erst an vierter Stelle. Global gesehen ist Deutschland mit rund drei Prozent Börsenwert ein Aktienzwerg. Hier dominieren die USA mit fast 60 Prozent, gefolgt von Japan mit über acht Prozent. Auch die Branchenmischung ist einseitig. Es dominieren konjunkturabhängige Branchen wie Auto und Maschinenbau, international wichtige Industrien wie Pharma oder Finanzen führen dagegen ein Schattendasein und gewinnträchtige Konzerne aus den Bereichen Nahrungsmittel und Öl sind völlige Fehlanzeige.

Depot-Mix: Globaler Aktienkorb schwankt am geringsten

Möchten Sie das Risiko von Aktienmärkten einschätzen, müssen Sie deren Kurschwankung betrachten. Die Zeitschrift Finanztest hat die jährliche Volatilität von Ländern und Regionen in den vergangenen zehn Jahre anhand der MSCI-Indizes berechnet. Ergebnis: Die höchste Volatilität mit knapp 20 Prozent haben Schwellenländer, dicht gefolgt von Deutschland mit gut 19 Prozent. Selbst wenn Sie auf ein Portfolio aus europäischen Aktien setzen, müssen Sie rund 15 Prozent Schwankungsbreite in Kauf nehmen. Am günstigsten schneidet laut Finanztest ein global ausgerichteter Aktienkorb mit nur 13 Prozent Volatilität ab. Ebenfalls mit einem geringen Schwankungsrisiko ausgestattet sind Schweizer- und US-Aktien mit knapp über 13 Prozent.

Wie sieht ein gut gemischtes Depot aus?

Bei der Zusammenstellung Ihres Depots kommt es darauf an, das Risiko möglichst breit zu streuen. Die Finanztester empfehlen einen Depot-Mix aus 90 Prozent Aktien global (Aktienfonds Welt) und zehn Prozent Deutschlandaktien (Aktienfonds Deutschland). Mehr als 20 Prozent sollte der Deutschlandanteil auf keinen Fall betragen. Ein deutlich höheres Risiko fahren Sie, wenn Sie deutsche und europäische Aktien (Aktienfonds Europa) oder deutsche und globale Aktien je zur Hälfte mischen. Der Deutschlandanteil im Depot sollte trotz überzeugender Wertentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten stets auf Sparflamme gehalten werden.

Da Einzelaktien ein größeres Risiko als Fonds aufweisen, sollten Sie breit gefächerte Aktienfonds bevorzugen. Bestücken Sie ihr Depot mit börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf globale Aktienindizes wie den MSCI World. Der MSCI-World enthält mehr als 1.600 Aktien. Zum Vergleich: Der MSCI Germany kommt gerade mal auf 54 Aktien. ETFs auf den MSCI-World konnten in den vergangenen fünf Jahren eine Wertsteigerung von rund 100 Prozent erzielen, Dax-ETFs kommen hingegen nur auf rund 50 Prozent.

Mit ETFs setzen Sie zwar auf extrem kostengünstige Fonds, da diese den Index jedoch eins zu eins nachbilden, können sie nie besser laufen als der Markt. Mit herkömmlichen Fonds geht das aber sehr wohl. So gewannen der Henderson Gartmore Fund Global Growth, der Goldman Sachs Global Core Equity sowie der Siemens Global Growth in den vergangenen fünf Jahren jeweils mehr als 130 Prozent an Wert. Ein klassischer Aktienfonds kann ihr Depot also mehr in Schwung bringen als ein ETF.

Biallo-Tipp:

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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