Depotgebühren Jährlich mehrere hundert Euro sparen

Depotgebühren Jährlich mehrere hundert Euro sparen

Max Geißler
von Max Geißler
26.04.2014
Auf einen Blick

In Zeiten niedriger Sparzinsen interessieren sich Geldanleger zunehmend für Aktien und Fonds. Sie sollten jedoch auf die Kosten für Depot und Order achten.

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Auf der Suche nach einem preiswerten Wertpapierdepot sollte man um Direktbanken und Onlinebroker keinen Bogen machen. Denn Institute wie Cortal Consors, DKB Bank oder ING-Diba verzichten generell auf Depotführungsgebühren, Comdirect immerhin drei Jahre lang. „Das Depot bleibt auch danach kostenfrei, wenn man einen Fondssparplan betreibt, zweimal pro Quartal tradet oder unser kostenloses Girokonto nutzt“, sagt Christiane Krämer von Comdirect. Auch andere Institute verzichten unter ähnlichen Bedingungen auf Depotentgelte, etwa 1822 direkt, Netbank und die Sparkassentochter S-Broker.

Depotgebühren: Licht und Schatten bei Filialbanken

Die Depotführung in der Bankfiliale ist teurer. Genossenschaftsbanken erheben meist moderate Jahrespauschalen. So berechnet die Sparda Bank West für ihr Onlinedepot 11,90 Euro, die PSD Bank Hessen Thüringen 25 Euro und die PSD Bank Köln 29,75 Euro. Bei Sparkassen und Großbanken sind die Depotgebühren dagegen volumenabhängig. Die Berliner Sparkasse verlangt zum Beispiel 0,15 Prozent vom Depotwert, hauseigene Fonds kosten 0,12 Prozent. Ein Depotstand von 50.000 Euro verursacht demnach Depotgebühren von bis zu 75 Euro im Jahr. Die Commerzbank berechnet 0,175 Prozent, der gleiche Depotwert kostet dort 87,50 Euro Depotgebühren.

Große Preisunterschiede bei den Orderkosten

Ein weiterer Kostenfaktor beim Fondskauf sind die Transaktionsgebühren, wenn der Fonds über die Börse gekauft wird. Direktbanken multiplizieren hierzu die Ordersumme mit einem Prozentsatz, meist 0,25 Prozent. Hinzu addieren sich ein bis zwei Euro Börsenplatzgebühr. Für eine 2.000-Euro-Order wären demnach sechs bis sieben Euro fällig, für eine Order über 10.000 Euro zwischen 25 und 30 Euro. Wermutstropfen: Fast alle Direktbanken erheben Mindestgebühren, in der Regel zwischen neun und zehn Euro.

Tipp: 1822 direkt spendiert innerhalb der ersten sechs Monate nach Depoteröffnung 50 Prozent Rabatt auf jede reguläre Order. Preiswert nicht nur bei Kleinorders ist der Onlinebroker Flatex: Hier kostet jede Order einen Festpreis von fünf Euro plus 1,89 Euro Börsenplatzgebühr. Ein Börsenauftrag über 10.000 Euro kommt demnach auf 6,89 Euro.

Der Aktien- oder Fondskauf in der Bankfiliale ist deutlich teurer: Commerzbank & Co. berechnen ein Prozent vom Kurswert, eine Order über 10.000 Euro kostet im Schnitt 100 Euro. Zum Vergleich: Die ING-Diba verlangt nur 26,75 Euro, Comdirect 31,40 Euro. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät zu möglichst einfachen Gebührenmodellen. Ein Beispiel ist die DKB Bank: Jede Order bis 10.000 Euro kostet dort einheitlich zehn Euro.

Unkomplizierter Depotwechsel

Filialbankkunden können durch einen Depotwechsel Geld sparen. Viele Banken locken dazu mit Prämien: 1822 direkt mit 100 Euro, Comdirect mit 50 Euro. Besonders spendabel zeigt sich die Commerzbank, die für den Übertrag von Wertpapieren auf ein hauseigenes Depot bis zu 1.000 Euro gutschreibt. Allerdings muss man dazu Wertpapiere im Wert von 250.000 Euro zur Commerzbank überweisen. Wer nur 10.000 Euro überträgt, der erhält 200 Euro. Cortal Consors und DAB Bank gehen einen anderen Weg: Sie garantieren bei komplettem Depotübertrag 3,0 bzw. 2,5 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld – Consors zwölf Monate, DAB Bank sechs Monate lang. Der Wertpapierübertrag dauert meist wenige Tage, bei ausländischen Papieren etwas länger. Anleger sollten bedenken, dass während dieser Zeit kein Aktien- und Fondshandel möglich ist. „Nach Einbuchung ins neue Depot sollte man steuerrelevante Anschaffungsdaten wie Stückzahl, Anschaffungspreis und Kaufdatum prüfen. Dies ist vor allem bei kurzfristiger Verkaufsabsicht wichtig, damit Gewinne bzw. Verluste korrekt ermittelt werden können“, rät Alexander Baumgart von der ING-Diba. Wichtig: Waren im Altdepot Limits und Stopps gesetzt, sollte man diese bei der neuen Bank wieder einrichten. Außerdem sind die Freistellungsaufträge zu prüfen und bei Bedarf zu ändern. Bleiben die Wertpapiere im Besitz des Anlegers, ist dies steuerlich unbedenklich.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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