Wechselprämie Banken zahlen bis zu 7.500 Euro beim Depotwechsel

Wechselprämie Banken zahlen bis zu 7.500 Euro beim Depotwechsel

Max Geißler
von Max Geißler
05.02.2016
Auf einen Blick

Ihr bisheriges Depot ist zu teuer? Dann wechseln Sie doch zu einer preiswerten Bank. Häufig winken Prämien für den Depotwechsel. Allerdings sollten Sie nicht die Katze im Sack kaufen.

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Bis zu 600 Euro verspricht Comdirect, wenn Kunden ihr bestehendes Wertpapierdepot zur zweitgrößten deutschen Direktbank übertragen. Die Aktion läuft zunächst bis 27. November 2016 und beinhaltet drei Prämienstufen: 100 Euro erhalten Börsianer, die Aktien und Fonds im Wert von mehr als 10.000 Euro auf ein Comdirect-Depot übertragen. 250 Euro spendiert Comdirect ab einem Übertragungswert von 50.000 Euro und 500 Euro ab einem Wert von 100.000 Euro. Sind Sie in den vergangenen sechs Monaten kein Comdirect-Kunde gewesen, erhalten Sie zusätzlich 100 Willkommensprämie. Die Papiere müssen bis 31. Januar 2017 bei der Bank eingehen und bis Ende Juni im Depot verbleiben. 

Klassenprimus Deutsche Bank ist noch großzügiger: Bis zu 7.500 Euro spendiert die größte deutsche Privatbank für den Übertrag von Aktien und Fonds. Wer jetzt Dollarzeichen sieht, sollte sich nicht zu früh freuen: Die Topprämien gibt’s nämlich nur für riesige Depotvermögen. Bei der Deutschen Bank muss man mindestens 1,5 Millionen Euro mitbringen. Normalsparer gehen aber nicht leer aus. Die Deutsche Bank zahlt ab einem Wertpapierübertrag von 25.000 Euro eine Prämie von 125 Euro. Ein Herz für Kleinsparer hat die Postbank. Sie versüßt den Depotübertrag bereits ab 5.000 Euro mit 50 Euro Wechselprämie.
 

Depotkosten beachten

Die Wechselprämie sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aufbewahrung von Aktien und Fonds ins Geld gehen kann. Sind Depotgebühren und Transaktionsgelder bei der neuen Bank teurer als bei der bisherigen, kann das Depot – trotzt Wechselprämie – zur Kostenfalle werden. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für das Premiumdepot der Commerzbank, werden Sie jährlich mit 1,45 Prozent vom Depotvolumen zur Kasse gebeten, mindestens jedoch mit 580 Euro. Bei einem Depotwert von 10.000 Euro verschwinden so jedes Jahr fast sechs Prozent des Vermögens. Dass im Gegenzug keine Transaktionsgebühren fällig werden, ist da nur ein schwacher Trost.

Depots zum Nulltarif

Deutlich preiswerter geht’s bei Direktbanken. Institute wie Consorsbank, DKB und ING-Diba verzichten generell auf Depotführungsgebühren, 1822 direkt und S-Broker unter bestimmten Bedingungen. Wechselwillige Sparer profitieren auch hier von Prämien. So spendiert beispielsweise S-Broker für jedes neu eröffnete Depot ein Orderguthaben von 300 Euro. Die Consorsbank zahlt zwar kein Geld, garantiert dafür aber ein Jahr lang satte zwei Prozent Zinsen auf Tagesgeld bis zu 20.000 Euro, wenn Wertpapiere von wenigstens 6.000 Euro zur Bank fließen und das alte Depot geschlossen wird. Auch bei der Targobank winken beim Wertübertrag ein Jahr lang zwei Prozent Zinsen aufs Tagesgeld und das sogar bis zu einem Anlagebetrag von 40.000 Euro. Allerdings müssen Sie dafür Wertpapiere für mindestens 7.000 Euro übertragen.

Fondskauf

Neben Depotgebühren spielen die Kosten beim Fondskauf eine wichtige Rolle. Optimal für Fondssparer sind Banken, die auf Gebühren verzichten. Kundenfreundlich zeigt sich die ING-Diba: „Wir bieten über 5.000 Fonds und ETF’s zum Nulltarif“, betont Pressesprecher Patrick Herwarth. Die DKB Bank offeriert sogar sämtliche Fonds und Fondssparpläne ohne Ausgabeaufschlag, berechnet aber bei Einmalanlage eine Pauschale von 25 Euro. Das ist im Vergleich aber sehr günstig. Ein Fondskauf über 3.000 Euro verursacht nämlich selbst bei geringem Ausgabeaufschlag von 2,5 Prozent Kosten von 75 Euro. Viele Banken geben heute 50 Prozent Rabatt beim Fondskauf, etwa DAB Bank oder Maxblue.
 

Orderkosten

Aktien, Zertifikate und Optionsscheine verursachen Ordergebühren. Am Bankschalter werden in der Regel 1,0 Prozent vom Kurswert berechnet, eine Order über 10.000 Euro kostet demnach 100 Euro. Der Onlinehandel ist deutlich günstiger. Für eine gleich hohe Order zahlen Anleger bei Diba & Co. im Schnitt um die 30 Euro. Besonders preiswert sind DKB mit nur zehn Euro und die Postbank mit 19,95 Euro.

Wichtig: Der Depotwechsel dauert einige Tage, bei ausländischen Papieren etwas länger. Während dieser Zeit ist kein Aktien- und Fondshandel möglich! Waren im Altdepot Limits und Stopps gesetzt, sollten Sie diese bei der neuen Bank wieder einrichten. Prüfen Sie außerdem die Freistellungsaufträge und ändern Sie sie entsprechend.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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