Sparen mit Aktienfonds Sechs Kernfragen vor dem Kauf

Sparen mit Aktienfonds Sechs Kernfragen vor dem Kauf

Max Geißler
von Max Geißler
22.06.2015
Auf einen Blick

Im Zeitalter kostengünstiger ETF braucht es gute Argumente für den Kauf eines aktiv gemanagten Aktienfonds. Sechs Kernfragen helfen bei der Entscheidung.

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Der Kauf eines aktiv gemanagten Aktienfonds sollte gut überlegt sein. Schließlich schafft es nur ein Teil der Fondsklassiker besser zu performen als kostengünstige, passive Indexfonds. Wer sich für ein aktives Fondsmanagement entscheidet, der sollte sicher sein, dass er den Mehrertrag, für den er die höheren Gebühren bezahlt, auch wirklich bekommt. Einige grundsätzliche Fragen helfen bei der Kaufentscheidung.

1. Investiert der Fonds tatsächlich indexunabhängig?

Ihr Wunschfonds sollte eine eigene, erfolgversprechende Anlagestrategie verfolgen und nicht mehr oder weniger eins zu eins einen Aktienindex nachbilden. Ansonsten könnten Sie gleich den entsprechenden Index als kostengünstigen Indexfonds (ETF) erwerben. Wenn Sie schon höhere Fondsgebühren in Kauf nehmen, dann sollte das Fondsmanagement eigenständige Anlageentscheidungen treffen und der Fonds unterm Strich besser performen als sein Vergleichsindex. Studieren Sie die Zusammensetzung des Fonds im Fondsporträt oder anhand von Geschäftsberichten.
 

2. Welche Anlagestrategie verfolgt der Fonds?

Wichtig ist, die Strategie des Fonds zu kennen und zu verstehen. Es gibt breit anlegende Fonds, die häufig geringere Schwankungen aufweisen als Themenfonds, die nur in eine Branche investieren und daher meist schwankungsanfälliger sind. Ein wichtiger Unterschied besteht auch zwischen Growth- und Value-Konzepten. Growth-Fonds investieren in eher spekulative Wachstumsaktien, also technikaffine Titel aus neuen, aufstrebenden Märkten, etwa Biotechnologie, Solartechnik oder Internettitel. Solche Fonds unterliegen stärkeren Kursschwankungen als Value-Fonds, die in etablierte, werthaltige Blue-Chips investieren. Bei Value-Fonds liegt der Fokus nicht auf schnellen Kursgewinnen, sondern auf steten Wertzuwächsen, meist gepaart mit hohen Dividendenzahlungen. Um zu erfahren, welches Anlagestrategie der Fonds verfolgt, sollten Sie einen Blick in den Fondsprospekt werfen und die Analysen von Ratingagenturen studieren. Einen ersten Einblick in die Strategie des Fonds vermittelt ein Blick in die Anlagephilosophie des gesuchten Fonds, die Sie in unseren Fondstabellen finden.

Beispiel: DWS Deutschland.

3. Passt der Fonds in mein Depot?

Grundsätzlich gilt: Nicht alles auf eine Karte setzen. Studien beweisen immer wieder, dass ein gut diversifiziertes, ausgewogenes Depot bessere Ergebnisse erzielt, als ein einseitig ausgerichtetes. Prüfen Sie deshalb, welche Fonds oder Aktien sich bereits in Ihrem Depot befinden und ergänzen Sie das Portfolio um komplementäre Fonds. Ist Ihr Portfolio beispielsweise stark growth-lastig ausgerichtet, sollten Sie erwägen, ob nicht ein Value-Fonds mehr Ruhe ins Depot bringt. Ist Ihr Depot einseitig auf deutsche Aktien ausgerichtet, kann ein Asien- oder Amerika-Fonds das Depot auf breitere Füße stellen. Möchten Sie vorhandene Gewinne in ruhigeres Fahrwasser überführen, sind Umschichtungen in Rentenfonds eine Option.
 

4. Was kostet der Fonds?

Kosten und Gebühren sind ein wichtiges Auswahlkriterium. Schließlich muss der Fonds die Kosten erst einmal hereinwirtschaften bevor er in die Gewinnzone kommt. Einflussreicher als der nur einmal fällige Ausgabeaufschlag sind die jährlichen Kosten. Während börsengehandelte ETF meist weniger als ein halbes Prozent im Jahr kosten bewegen sich aktiv gemanagte Aktienfonds zumeist zwischen eins und zwei Prozent. Um die Rendite nicht unnötig zu belasten, sollten Sie Fonds mit niedrigen laufenden Gebühren bevorzugen. Vergleichen Sie dazu die Kostenbelastung des Wunschfonds mit adäquaten Portfolios aus der gleichen Fondskategorie. Ein guter Gradmesser ist die Gesamtkostenquote TER, die Sie auf den Detailseiten unserer Fondstabellen finden. Beispiel: Siemens Global Growth.

5. Wie gut arbeitet der Fondsmanager?

Häufig arbeiten erfahrene Fondsmanager, die sich bereits seit Jahren mit dieser Anlagestrategie beschäftigen, erfolgreicher als Neueinsteiger. Die Zusatzkosten für einen aktiv gemanagten Aktienfonds sind meist gut angelegtes Geld, wenn das Management langfristig die Geschicke des Fonds leitet und die Performance seither stimmt. Der aktuelle Fondsprospekt gibt Aufschluss über die Zusammensetzung und die Erfahrung des Fondsmanagements. Die Fondstabellen auf biallo.de zeigen die Wertentwicklung des Fonds über verschiedene Zeiträume im Vergleich zu Konkurrenzfonds. Besonders aussagekräftig sind langfristige Anlagezeiträume über fünf oder zehn Jahre. Ist der Fondsmanager erst vor kurzem ins Amt gelangt, sollten Sie die Ergebnisse seiner früheren Fondsmandate prüfen.


6. Wie nachhaltig arbeitet die Fondsgesellschaft?

Eine gute Fondsgesellschaft steht und fällt mit ihren Managern. Schafft es die Gesellschaft, gute Manager über Jahre zu halten, sind auch die Fondsergebnisse in der Regel nachhaltig gut. Zugleich achten anlegerfreundliche Fondsgesellschaften darauf, dass ihre Fonds nicht zu groß werden. Milliardenschwere Flaggschiffe sind oft träge und nur schwer zu managen. Behindern hohe Fondsvolumina die Umsetzung der Anlagestrategie, leidet meist die Performance. In diesem Fall ist es besser, wenn der Fonds für Neueinsteiger geschlossen wird und die Gesellschaft einen neuen Fonds mit ähnlicher Anlagestrategie neu auflegt. Anlegerfreundliche Gesellschaften verzichten zudem auf hohe Fondsgebühren, vor allem auf performanceabhängige Gebühren. Diese fallen häufig umso höher aus, je besser der Fonds performt – zum Nachteil für Anleger.
 

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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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