Fonds Sparkassen-Fonds enttäuschen

Fonds Sparkassen-Fonds enttäuschen

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
16.09.2014
Auf einen Blick

In einer Studie, in der 50 Fondsgesellschaften getestet wurden, belegt die Sparkassen-Fondsgesellschaft Platz 46. Deka-Fonds bringen oft kaum Rendite und sind intransparent.

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In etlichen Sparkassenfilialen hängt ein Werbeschild: „Deka - Neue Perspektiven für mein Geld“. Für die meisten Sparkassen-Kunden blieb das allerdings nur eine leere Versprechung. Das ergab eine breit angelegte Studie des Finanzanalysehauses Morningstar. Denn in aller Regel bieten Sparkassenberater Deka-Fonds an. Die Fondsgesellschaft gehört zur Sparkassengruppe. Im Ergebnis sehen die Experten Deka auf Platz 46 von 50 Aktienfondsgesellschaften. Und das ist nicht erst seit heute so: „Bei den Deka-Aktienfonds hapert es bereits seit Jahren“, sagt Morningstar-Analyst Ali Masarwah. „Das sehr mäßige Abschneiden der Deka bei Aktienfonds hat seine Ursache im unterdurchschnittlichen Rendite-Risiko-Profil vieler Fonds“, fährt der Fachmann fort. Das heißt, die Fonds erwirtschaften größtenteils eine zu geringe Rendite oder gehen zu hohe Risiken ein.

Besser gleich einen Indexfond wählen

Nach Ansicht der Experten orientieren sich die Manager der Deka-Fonds zu stark an Indizes, wie dem deutschen Leitindex Dax. „Um einen Index zu übertreffen, und das ist ja das Ziel von den Managern aktiv verwalteter Fonds, müssen sich diese Manager auch von ihm entfernen können - sonst wäre der Begriff aktives Management ja ein Oxymoron“, kritisiert Masarwah. Im Klartext: Dafür braucht es gar keine teuren Manager, die sich ihre Dienste über Gebühren bezahlen lassen. So kann der Anleger auch in einen kostengünstigen ETF (Exchange Traded Fund) investieren. Dabei bildet ein Computer einen Index wie den Dax möglichst 1:1 nach. Die Gebühren betragen häufig nur rund 0,1 Prozent. Hier sind beispielsweise der Lyxor UCITS ETF Daily LevDax oder der iShares DivDax zu nennen. Selbst wenn der Deka-Fonds die gleiche Rendite erwirtschaftet wie der Dax, fallen noch Gebühren an. Ein Beispiel: Der AriDeka CF ist mit einem Ausgabeaufschlag von 5,26 Prozent belegt, hinzukommt eine Verwaltungsgebühr von 1,25 Prozent. Das macht im ersten Jahr eine Belastung von 6,51 Prozent. Selbst dann, wenn der Fonds beispielsweise um sieben Prozent steigt, hätten Sie bereits mit einem sicheren Festgeld bei einem Spitzenanbieter mehr verdient – praktisch ohne Risiko und Schwankungen.

Völlig undurchsichtig

Das ist aber nicht alles, was dem Finanzanalysehaus missfällt. Auch in puncto Transparenz gibt es bei der Sparkassenfondsgesellschaft einiges zu bemängeln. „Leider hat sich die Deka bisher nicht entschließen können, die Namen ihrer Fondsmanager zu veröffentlichen“, bemängelt Masarwah. Außerdem scheint Deka den roten Faden noch nicht gefunden zu haben. Die Manager würden häufig ausgetauscht werden und seien zudem oft unerfahren. Alles in allem sind die Experten von Morningstar wenig angetan von der Sparkassentochter und fürchten, dass sich dies auch in Zukunft fortsetzen wird.

Wo stehen die anderen bekannten Gesellschaften?

Zwar haben sich einige andere große Fondsgesellschaften auch nicht mit Ruhm bekleckert, dennoch schneiden sie besser ab als Deka. So belegt die Allianz Platz 29, auf den Plätzen dahinter folgen Pioneer Invsetments, Union Investment, der unter anderem von den VR- und Sparda-Banken vertrieben wird. Auf Platz 32 landet schließlich die DWS der Deutschen Bank.
 

Übrigens: Das Siegertreppchen belegen Sjunde AP, Orbis und Vanguard.


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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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