Startseite | RSS | Mobil | Sitemap |
Mittwoch, 28.09.2016 00:19 Uhr
Newsletter:
Suche:
Startseite
Startseite > Altersvorsorge > Garantiezins
Artikel bewerten:
AAA
25.11.2014 12:10

Garantiezins Das ändert sich bei der Lebensversicherung

von Fritz Himmel Autor
Viele Lebensversicherer haben Probleme, die versprochene Rendite zu erwirtschaften. Deshalb treten ab 1.Januar Änderungen bei Garantiezins und Bewertungsreserven in Kraft. Das bedeutet die Reform für Sie:
Garantiezins Das ändert sich bei der Lebensversicherung
Achtung - bei der Lebensversicherung soll der Garantiezins gekürzt werden
Die Bundesregierung senkt den Garantiezins zum 1. Januar 2015 für Neuverträge bei Lebens- und privaten Rentenversicherungen von derzeit 1,75 auf dann 1,25 Prozent. Damit will sie Lebensversicherungsunternehmen stabilisieren, die vor allem mit der Erfüllung von Ertragsversprechen von Altverträgen erhebliche Probleme bekommen könnten. „Die Erträge der Versicherer werden bei gleichbleibend niedrigen Kapitalmarktzinsen in den kommenden Jahren abnehmen“, heißt es aus dem Finanzministerium.

Nach Angaben der Bundesbank könnte es für 32 von insgesamt 93 Versicherern auf Dauer kritisch werden. Geschützt werden sollen auch die Inhaber von Lebensversicherungen und zwar dadurch, dass durch die Absenkung der Garantiezinsen keine teuren Zusagen mehr gemacht werden dürfen. Geplant ist ebenfalls, die Auszahlungen der Versicherer zwischen Alt- und Neukunden sowie auslaufenden und bestehenden Verträgen fairer zu verteilen.
Jetzt zur besten Kapital-Lebensversicherung für Sie

Was bedeutet die Absenkung des Garantiezinses für die Kunden?

Für Altkunden von Lebensversicherungen ändert sich nichts, für sie gilt weiterhin der mit ihnen jeweils vertraglich vereinbarte Garantiezins. Wer hier noch einen früheren hohen Zins von etwa vier Prozent im Vertrag hat, sollte daher seinen Vertrag nicht vor Ablauf kündigen. Neukunden erhalten jedoch künftig nur noch eine Zinsgarantie von 1,25 Prozent, was die Lebensversicherung als Anlage aber noch unattraktiver machen dürfte. Denn verzinst wird nicht der gesamte eingezahlte Betrag sondern nur der Sparanteil. Das sind die Beiträge minus aller anfallenden Kosten. Auf der anderen Seite bestimmt der Garantiezins nur einen Teil der Ablaufleistungen, hinzu kommen immer noch die (zunehmend kleiner werdenden) Überschüsse. Vor allem dürfte die Riester-Rentenversicherung auf Grund ihrer besonderen gesetzlichen Regelungen dann wohl nur noch für jüngere Leute im Angebot sein. Bei kürzeren Laufzeiten schaffen die Versicherer nicht mehr, die Garantievoraussetzungen zu bedienen.
Entwicklung des Garantiezinses in Deutschland
Vertragsabschluss  Garantiezins 
vor Juli 1986 3 Prozent
ab Juli 1986 3,5 Prozent
ab Juli 1994 4 Prozent
ab Juli 2000 3,25 Prozent
ab Januar 2004 2,75 Prozent
ab Januar 2007 2,25 Prozent
ab Januar 2012 1,75 Prozent
Quelle: GDV

Was geschieht mit den Bewertungsreserven der Lebensversicherung?

Geplant ist eine "gerechtere Beteiligung der Gesamtheit der Versicherten" an den Bewertungsreserven der Lebensversicherer. Unter Bewertungsreserven ist laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Folgendes zu verstehen: „Bewertungsreserven sind Buchgewinne und entstehen dadurch, dass der Marktwert eines Wertpapiers oberhalb des ursprünglichen Kaufpreises liegt. Der Zinsrückgang an den Kapitalmärkten hat dazu geführt, dass die Bewertungsreserven auf festverzinsliche Wertpapiere deutlich gestiegen sind. Ältere, höherverzinsliche Papiere im Bestand der Anleger sind heute am Kapitalmarkt deutlich mehr wert als zum Zeitpunkt ihrer Emission. Der Wertzuwachs jedes festverzinslichen Papiers ist jedoch vorübergehend – anders als bei Aktien oder Immobilien, wo er von Dauer sein kann. Je näher der Zeitpunkt rückt, zu dem ein festverzinsliches Papier fällig wird, desto stärker geht sein Wert auf das Ausgangsniveau zurück: Die Bewertungsreserven sind am Ende der Laufzeit immer gleich Null. Wenn Versicherer solche Papiere also wie üblich bis zum Ende der Laufzeit halten, bekommen sie aus Bewertungsreserven keine zusätzlichen Erträge. Auch Zinsanstiege lassen Bewertungsreserven schmelzen.“

So sieht die Neuregelung aus: In der Regel hält eine Versicherungsgesellschaft unterschiedliche Arten von Kapitalanlagen, beispielsweise festverzinsliche wie etwa Staatsanleihen oder Anlagen ohne festen Zins wie Aktien. Die neue Regelung betrifft nur die Behandlung der Bewertungsreserven aus festverzinslichen Wertpapieren. Die Versicherer dürfen Bewertungsreserven aus festverzinslichen Papieren künftig nur noch in dem Maße ausschütten, wie Garantiezusagen für die restlichen Versicherten auch sicher sind. Die Beteiligung an Bewertungsreserven aus Immobilien und Aktien bleibt unverändert. Im Unterschied zu festverzinslichen Wertpapieren steht bei diesen Anlageformen üblicherweise hinter den Bewertungsreserven ein nachhaltiger Wertzuwachs.

Inwieweit ausscheidende Kunden jetzt noch an diesen Reserven beteiligt werden können, wird künftig durch den sogenannten Sicherungsbedarf bestimmt. Dabei handelt es sich um den Betrag, der erforderlich ist, um die Finanzierung der vereinbarten Garantien auch in einer längerfristigen Niedrigzinsphase sicher zu stellen. Die Beteiligung an den Bewertungsreserven festverzinslicher Wertpapiere wird auf den Teil der Bewertungsreserven begrenzt, der diesen Sicherungsbedarf übersteigt.

Die Neuregelung der Beteiligung an den Bewertungsreserven müssen alle Versicherungsgesellschaften umsetzen, weil sie alle vom Niedrigzinsumfeld betroffen sind und den Versicherten langlaufende Garantien zugesagt haben.

Mehr Informationen zum Thema erhalten Sie direkt beim Bundesfinanzministerium.

Noch mehr Verbrauchertipps?

Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen Biallo-Newsletter!

Leserkommentare
Kommentar schreiben
Name:
E-Mail:

Ziffern hier eingeben: (neu laden)
Überschrift:
Kommentar:
Abschicken
Foto: Colourbox.de ID:9837
Nach oben
Anzeige
© 2016 Biallo & Team GmbH Partnerseiten: