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05.05.2014 13:29

Lebens- und Rentenversicherung Lebensversicherung vergolden lassen

von Annette Jäger Autor
Ohne Verluste frühzeitig aus dem Vertrag aussteigen - das könnte für viele Lebensversicherte möglich werden. Jetzt heißt es handeln.
Lebens- und Rentenversicherung Lebensversicherung vergolden lassen
Goldener Zins: 4,6 Prozent Zinsen kann erhalten, wer seiner Lebensversicherung widerspricht
Ein kleines Detail kann zum Stolperstein für die Versicherer werden und zur lukrativen Chance für Kunden. Betroffen sind Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungsverträge, die zwischen dem 1.1.1995 und dem 31.12.2007 geschlossen wurden. In diesem Zeitraum galt im Versiche-rungsvertragsgesetz diese Klausel im Paragraph 5a: Das Widerspruchsrecht des Versicherungsnehmers erlischt ein Jahr nach Zahlung des ersten Beitrags – egal ob der Versicherungsnehmer über dieses Recht richtig aufgeklärt wurde oder nicht. Schon damals haben Verbraucherschützer die Klausel scharf kritisiert. Zumal die Versicherer es damals mit ihrer Aufklärungspflicht nicht allzu genau genommen haben, „sie war oft nicht ausreichend oder intransparent“, sagt Versicherungsberater Thorsten Rudnik.

Ein Allianz-Kunde hatte seinen Lebensversicherer deshalb verklagt und ist bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) gezogen. Dieser hat das brandheiße Thema an den Europäischen Gerichtshof weitergeleitet. Das Urteil lautet im vergangenen Dezember (C-209/12): Der Paragraph 5a verstößt gegen europäisches Recht. Das heißt: „Wer nicht richtig aufgeklärt wurde, darf bis heute seinem Vertrag widersprechen“, erläutert Rudnik – „ein Sensationsurteil.“

Lebensversicherung widersprechen - Frist nicht versäumen

Über 100 Millionen Versicherungsverträge in der Sparte Lebensversicherung sollen von solchen mangelnden Widerspruchsbelehrungen betroffen sein. Wenn jetzt eine Widerspruchswelle losrollt, bedeutet dies für die Lebensversicherer Milliardenverluste. Zwar muss jetzt wieder der Bundesgerichtshof sein endgültiges Urteil fällen, doch die Chancen stehen gut, dass es im Sinne der Verbraucher fällt, meint der Versicherungsberater. Versicherungsnehmer sollten jedoch nicht auf das Urteil warten, warnt Rudnik. Im Gegenteil: Wahrscheinlich sei, dass der BGH eine knappe zeitliche Befristung festlegt, in der Widersprüche akzeptiert werden, um die Branche vor Milliardenverlusten zu schützen. Möglicherweise würden nur jene Versicherungsnehmer berücksichtigt, von denen bereits ein Widerspruch zur Lebensversicherung vorliegt.
Schnelles Handeln ist jetzt angesagt. Wer ohnehin seine unrentable Lebensversicherung - oder auch Rentenversicherung - abstoßen wollte, kann sie sich jetzt möglicherweise vergolden lassen.

Was bedeutet der Widerspruch praktisch?

Wenn der Widerspruch auch nach Jahren noch möglich ist, wird der Vertrag komplett rückabgewickelt. Alle eingezahlten Beiträge plus Verzinsung gibt es dann zurück. So lautet die gesetzliche Regelung bei einem Widerspruch. „Momentan sind das etwa 4,6 Prozent“, so Rudnik. Das ist wesentlich mehr, als man bei einem regulären Rückkauf der Police erhalten würde. Versicherungsnehmer sollten in ihren Unterlagen durchforsten, wie und ob sie über ihr Widerspruchsrecht informiert wurden. „Das kann in den Versicherungsbedingungen stehen, im Antrag oder in einem separaten Schreiben“, weist der Versicherungsexperte darauf hin. „Im Zweifelsfall muss der Versicherer den Beweis bringen, dass er richtig aufgeklärt hat.“

So legt man Widerspruch ein

Ein Widerspruch ist einfach: Schriftlich erklärt man den Widerspruch, beruft sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs und fordert in die Lebensversicherung eingezahlte Beiträge plus Verzinsung zurück. In welcher Höhe, sollte man sich von einem Versicherungsberater, den Verbraucherzentralen oder dem Bund der Versicherten genau berechnen lassen. Damit geht man keine Gefahr ein - sollte der Widerspruch erfolglos bleiben, besteht die Police einfach weiter.
Vor einer Kündigung der Lebensversicherung sei aber gewarnt, denn dann kann man den lukrativen Widerspruch nicht geltend machen. Außerdem gibt es durchaus Gründe, eine Lebensversicherung auch zu behalten: Die Steuerbefreiung bis Ende 2014 auf die Leistungen kann attraktiv sein. Oder aber man hat eine Todesfall- oder Berufsunfähigkeitsabsicherung mit dem Vertrag gekoppelt. Löst man die Police auf, erlischt auch dieser Schutz, den man aufgrund höheren Alters oder von Vorerkrankungen nicht mehr anderweitig absichern kann.

Alternativen zur Lebensversicherung

Als Altersvorsorgeprodukt sind Lebensversicherungen schon seit vielen Jahren unattraktiv geworden. Die Garantieverzinsung nur auf den Sparanteil liegt bei mickrigen 1,75 Prozent, einige Unternehmen können nicht mal eine zusätzliche Überschussbeteiligung gewähren. Wer Gelder aus einer Police auflöst, sei laut Rudnik besser beraten, Schulden zu tilgen oder in eine gute Immobilie zu investieren.

Tipp: Wohin mit dem Geld aus einer Lebensversicherung? Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema. Wer einen neuen Risikoschutz benötigt, kann mit dem Biallo.de-Vergleich zur Risikolebensversicherung ganz einfach Angebote vergleichen.
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Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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Leserkommentare
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06.05.2014 - von Gunkel, Kunzenbacher & Partner
Rechtschutz für Widerruf
Wir verweisen in dem Zusammenhang auch auf ein Urteil des IV. Zivilsenats des BGH vom 24.4.2013 - IV ZR 23/12 - hin: Entscheidend für die Eintrittspflicht einer Rechtsschutzversicherung ist der Augenblick der Zurückweisung des Widerrufsrechts und nicht die falsche Belehrung. Auch heute kann daher noch eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen werden, bevor man sich an die LV-Gesellschaft wendet. Diese wird nämlich dann erstmal ablehnen. Wie die Banken beim Widerruf der Baufinanzierungen. Der Streit kann dann mit Hilfe der Rechtsschutzversicherung geführt werden. Wegen der hohen Gegenstandswerte ist ansonsten die Klageerhebung eine erhebliche Hürde, die die Gesellschaften auch nutzen. Viele Grüße Arnim Kunzenbacher Fachanwalt Bank- und Kapitalmarktrecht
20.02.2014 - von Markus
R+V Lebensversicherung
Meine Lebensversicherung bei der R+V könnte auch unter diesen Sachverhalt fallen. Jedoch bin ich mir nicht sicher. folgender Wortlaut steht im Versicherungsschein unter § 3 der "Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die kapitalbildende R*V-Lebensicherung und für die R+V-Risikoversicherung": § 3 Wann können Sie Ihrem Versicherungsvertrag widersprechen? Sie können innerhalb einer Frist von 14 Tagen Ihrem Versicherungsvertrag widersprechen. Die Frist ist gewahrt, wenn Sie die Widerspruchserklärung rechtzeitig absenden. Sie beginnt an dem Tag zu laufen, an dem Sie den Versicherungsschein, die Versicherungsbedingungen sowie die vollständigen Verbraucherinformationen erhalten. Fehlt die gesetzlich geforderte Belehrung über das Widerspruchsrecht oder liegen Ihnen der Versicherungsschein, die Versicherungsbedingungen oder die weitere für den Vertragsinhalt maßgebliche Verbraucherinformation nicht vollständig vor, dann können Sie noch innerhalb eines Jahres nach Zahlung des ersten Beitrages widersprechen. Mehr habe ich nicht zum Thema Widerruf in meinen Versicherungsbedingungen gefunden. Was heißt das nun für mich? Kann ich mich auf einen wirksamen Widerruf noch jetzt, circa 15 Jahre nach Versicherungsbeginn berufen oder nicht? Wäre für eine Hilfe sehr dankbar!
20.02.2014 - von Markus Schäffer
Welche Lebensversicherungen sind betroffen?
Gilt das für aqllgemeine LVs oder für Fondsgebundene oder beide?
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