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18.03.2014 15:06

Zweitmarkt für Lebensversicherungen Lukrativ, aber nicht ungefährlich

von Horst Peter Wickel Autor
Die Bundesregierung plant, die Versicherer zu sanieren. Nun drohen gravierende Einschränkungen bei Lebensversicherungen. Es gibt clevere Alternativen.
Zweitmarkt Lebensversicherungen Besser verkaufen als kündigen Verbraucherportal Biallo.de
Längst nicht alle Kapital-Lebensversicherungen sind für den Verkauf am Zweitmarkt geeignet
Sparer und Versicherte in Deutschland hatten in den vergangenen Jahren schon immer weniger Lust auf Kapital-Lebensversicherungen. Die Zinsen sanken, die Auszahlungsbeträge schmolzen weiter. Nach Angaben des Bunds der Versicherten (BdV) werden ohnehin mehr als 50 Prozent aller abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen vor dem regulären Ablauf gekündigt. Nach dem neuen Sanierungspaket der Bundesregierung für die Versicherungswirtschaft sollen die Garantiezinsen für Neuverträge erneut gesenkt, und bei Rückzahlungen soll ein Teil der Überschüsse, die sogenannte Bewertungsreserve, drastisch gekürzt werden.

Versicherungsexperten wie Verbraucherschützer raten unzufriedenen Versicherten allerdings, ihre Policen zu behalten und gegenüber der Versicherung beitragsfrei zu stellen. So können sie die eingezahlten Beiträge auf ihre Police am besten sichern und sich für weitere Einzahlungen lukrativere Anlagemöglichkeiten suchen.

Ungeliebte Lebensversicherung - Zweitmarkt statt Kündigung

Allen Versicherten, die aus persönlichen finanziellen Gründen auf die eingezahlten Beträge für ihre Lebens- oder Rentenversicherung zurückgreifen wollen oder müssen, bietet sich neben der Kündigung des Vertrages die Möglichkeit, ihre Police auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen zu „versilbern“.
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Das Prinzip dieses Zweitmarktes ist eigentlich relativ einfach: Bei Verkauf der Kapitalpolice wird der Vertrag von den Zweitmarktanbietern gegenüber der Versicherung weitergeführt, d. h. sie übernehmen die laufende Prämienzahlung. Der bisherige Versicherungsnehmer erhält einen erhöhten Rückkaufswert der Police. Der Todesfallschutz bleibt meist sogar bestehen. Dafür verzichten die Policen-Verkäufer auf die Ablaufleistung des Versicherers am Ende der Vertragslaufzeit, die an den Zweitmarktanbieter fließt. Im Todesfall werden von der vertraglichen Versicherungssumme der Kaufpreis, die bis dahin von der Gesellschaft gezahlten Prämien und eine bestimmte Verzinsung abgezogen.

Nicht jede Lebensversicherung ist etwas für den Zweitmarkt

Allerdings sind längst nicht alle Lebensversicherungen für den Verkauf am Zweitmarkt geeignet: Probleme gibt es oft, wenn der Rückkaufswert unter 10.000 Euro liegt, die Lebensversicherung eine sehr lange Restlaufzeit hat und/oder es sich um eine Fondspolice handelt. Auch für Direktversicherungen und Versicherungen, die nicht bei einem finanzstarken deutschen Lebensversicherer abgeschlossen wurden, findet sich normalerweise kein Aufkäufer.

Trotz dieser Einschränkungen ist eine Anfrage bei den Policenankäufern zumindest immer dann ratsam, wenn andere Möglichkeiten wie eine Beitragsfreistellung der Lebensversicherung ausscheiden.
Tipp: Ihre Lebensversicherung läuft bereits in einigen Monaten aus? Lesen Sie, welche cleveren Alternativen es zu Kündigung und Zweitmarkt gibt.
Prinzipiell halten sogar Verbraucherschützer diese Idee für gut, aber unter den Anbietern tummeln sich zahlreiche „schwarze Schafe“. Denn der Kauf gebrauchter Lebensversicherungen ist nach Angaben der Aufsichtsbehörde (Bafin) „keine Geschäftstätigkeit, die einer besonderen gesetzlichen Erlaubnispflicht unterliegt“. Allerdings warnt die Bafin vor einer wachsenden Zahl von Unternehmen, die Verkäufern von Lebensversicherungen ihre Dienste nicht nur zur Geldbeschaffung, sondern zur Geldanlage anbieten. Dabei wird der zu zahlende Kaufpreis von dem Unternehmen, jedenfalls zu einem Teil, einbehalten und soll zu einem späteren Zeitpunkt regelmäßig verzinst und in Raten ausgezahlt werden. Diese Form der Geldanlage jedoch ist nach Bafin-Angaben als erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft anzusehen, erst jüngst hat die Behörde deshalb zum Beispiel Firmen wie Cash Maxx in Bayreuth das Geschäft untersagt.

Vorsicht vor schwarzen Schafen am Zweitmarkt für Lebensversicherungen

Um sich beim Verkauf ihrer Lebens- oder Rentenversicherung auf dem Zweitmarkt zu schützen, sollten Verbraucher nach Angaben des Bunds der Versicherten (BdV) eine Reihe von Qualitätsmerkmalen bei den Gesellschaften erfragen:
1. Ist der Anbieter Mitglied im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen?

2. Bleibt ein Todesfallschutz erhalten? Nach heutigem Standard gilt, dass die versicherte Person zunächst auch nach dem Policenverkauf versichert ist. Im Todesfall erhalten die Erben eine Todesfallleistung abzüglich aller bis dahin angefallenen Kosten wie die laufenden Beiträge für die Police und Kaufpreis.

3. Wird der Kaufpreis komplett ausgezahlt? Man sollte sich den Kaufpreis für die Police immer komplett auszahlen lassen. Eine Teilauszahlung beinhaltet unabwägbare Risiken für den Verkäufer.

Zu den seriösen Anbietern rechnet der Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) die Unternehmen Cashlife, Mercurius, Life Bond und Policen Direkt. Weitere Informationen und Merkblätter unter www.bafin.de und www.bundderversicherten.de

Tipp: Einen Todesfallschutz können verbraucher günstig über eine Risikolebensversicherung abschließen.
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Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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