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04.01.2015 13:45

Betriebliche Altersvorsorge So behalten Sie mehr von der Privat-Rente

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Wer eine betriebliche Altersvorsorge hat, der muss darauf Steuern und Abgaben zahlen. Aber das gilt nicht für alle Rentner gleich.
Betriebliche Altersvorsorge So behalten Sie mehr von der Privat-Rente
Wer schon als junger Altersvorsorger die Regeln der privaten Verträge kennt, erlebt keine unangenehmen Überraschungen.
Es ist kein Geheimnis, dass die staatliche Rente allein den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand nicht aufrecht erhalten kann. Doch diesem rapiden Schwund an Kaufkraft steht vor allem der noch jüngere Geldanleger nicht wehrlos gegenüber,

Denn der Staat hilft bei der Altersvorsorge - besonders allen Arbeitnehmern: Bis zu vier Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung kann jeder Beschäftigte in eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung überweisen.

Und was dabei den Rendite-Turbo bei der Altersvorsorge anwirft: Alle Einzahlungen von bis zu 2.784 Euro bleiben in der Einzahlphase von Steuern und Sozialabgaben verschont. In vielen Berufszweigen haben Arbeitgeber und Gewerkschaften inzwischen zusammen mit den Vertragsanbietern Standardprodukte aufgelegt, die Sie einfach abschließen können. Sie können aber auch selbst aus einer breiten Palette leistungsfähiger Anbieter auswählen. Die Renditen sind nämlich sehr unterschiedlich.

Unser Rechner macht die Auswahl leicht:
Sie haben oben richtig gelesen: In der Einzahlphase sind über Jahrzehnte viele Altersvorsorge-Auswendungen von Steuern und Abgaben befreit. Das bringt enorm viel, weil die meisten Menschen ja in der Arbeits-Phase mehr Einkünfte haben als im Rentenalter - und deswegen steuerlich mehr sparen, als sie später in der Auszahlphase wieder zahlen müssen.

Eine ganz wichtige Frage für viele Menschen, die betrieblich altersvorsorgen, ist aber dennoch die der Besteuerung und der Abgaben auf die Erträge. Viele Rentner erleben nämlich dabei ein böses Erwachen. Sie haben nicht gewusst oder bei Abschluss des Vertrages überhört, dass auf die Auszahlungssummen neben Steuern auch Krankenversicherungsbeiträge fällig werden - und dabei sogar als happige Pauschalsumme. Vergessen haben dann viele Empfänger, dass sie dafür ja auch teilweise jahrzehntelang auf die Einzahlungen weder Steuern noch Abgaben gezahlt haben. Aber das ist natürlich im ersten Abgabeschock nur ein schwacher Trost.

Gesetzliche Krankenversicherung: Beiträge auf alle "Versorgungsbezüge"

Der Versicherungsberater Thorsten Rudnik hat sich intensiv mit den gesetzlichen Regelungen befasst - und die Lage zusammengefasst: Neu ist die Krankenversicherungspflicht nach Rudniks Angaben nicht. Schon seit Januar 2004 müssen alle gesetzlich krankenversicherten Rentner Krankenkassenbeiträge auf alle "Versorgungsbezüge" bezahlen. Dazu gehören insbesondere auch Leistungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Die jeweilige Auszahlungsstelle – meist die Lebensversicherungsgesellschaft – hat die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung einzubehalten und an die zuständige Krankenkasse abzuführen. Auch Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung werden erhoben. "Gerade für pflichtversicherte Rentner bedeutet dies eine massive Leistungseinschränkung", so Rudnik. Um so wichtiger ist die bewusste Suche nach dem besten Anbieter für eine bAV.

Ganz wichtig: Wer in einer privaten Krankenversicherung versichert ist, bleibt von den Abzügen verschont.
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Foto(s): Johannes Eisele/ddp Falko Matte/Fotolia.com
Wer monatlich eine Rentenzahlung aus der bAV bekommt, muss daraus also dauerhaft Krankenkassenbeiträge zahlen. Bei der Beitragspflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung bei einmaligen Auszahlungssummen ist die Lage komplizierter, so Rudnik. Generell gelte: Bei der Auszahlung einer Direktversicherung wird die Gesamtsumme auf einen Zehn-Jahres-Zeitraum umgelegt. So heißt es im Paragraf 229 Absatz 1 Satz 3 SGB V: "Tritt an die Stelle der Versorgungsbezüge eine nicht regelmäßig wiederkehrende Leistung oder ist eine solche Leistung vor Eintritt des Versicherungsfalls vereinbart oder zugesagt worden, gilt ein Einhundertzwanzigstel der Leistung als monatlicher Zahlbetrag der Versorgungsbezüge, längstens jedoch für einhundertzwanzig Monate."

Das bedeutet konkret
: Die Einmalauszahlung aus der bAV wird fiktiv auf 120 Monate umgelegt. Der so ermittelte Monatsbetrag wird dann mit dem allgemeinen Beitragssatz der Krankenkasse belegt. Eine happige Summe kommt dabei oft zusammen.

Bewusst auswählen versüßt das Alter

Dagegen können gesetzlich Krankenversicherte im Moment wenig machen - denn gegen diese Regelung hat das Bundesverfassungsgericht nichts einzuwenden. Dafür hatte eine andere Verfassungsbeschwerde mehr Erfolg, so Rudnik: In diesem Fall forderte die Krankenkasse Beiträge auf den kompletten Auszahlungsbetrag, obwohl die Lebensversicherung nur in den ersten Jahren als Direktversicherung über den Arbeitgeber bestand und danach privat weitergeführt wurde. Das Verfassungsgericht entschied, dass Rentner auf Leistungen, die auf arbeitnehmerfinanzierten Lebensversicherungsbeiträgen beruhen, keine Krankenversicherungsbeiträge zahlen müssen, wenn sie selbst als Versicherungsnehmer im Versicherungsschein stehen (Az.: 1 BvR 1660/08).
 
All dies spricht übrigens nicht gegen die bAV - es spricht nur für die bewusste Auswahl eines Anbieters mit einem renditestarken Vertrag. Und für nüchternes Rechnen:
  • Wieviel Steuern und Abgaben spare ich während der Einzahlungsphase?
  • Welche Steuersätze und Freibeträge helfen mir als Rentner, auf die dann erhaltene Privatrente möglichst wenig an Staat und Krankenkasse zurückzahlen zu müssen?
  • Wieviel Geld kann ich sparen, wenn ich mich früheitig gut privat krankenversichere?


Wer diese Fragen beantwortet - und die besten Anbieter herausfiltert -, der kann sich im Alter über eine solide Zusatz-Rente freuen.

 
Vergleich Private Rentenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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