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07.02.2016 10:20

Altersvorsorge Ein Plädoyer für die Riester-Rente

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Die Riester-Rente steht oft in der Kritik – aber auch zu Recht? Die wichtigsten Vorurteile zur Riester-Rente haben wir hier für Sie widerlegt.
Altersvorsorge Ein Plädoyer für die Riester-Rente
Trotz aller Vorurteile: Riestern lohnt sich - gerade für Familien

Lohnt sich die Riester-Rente?

Eines der Haupt-Argumente gegen die Riester-Rente ist der meist etwas diffuse Einwand, sie würde sich nicht lohnen. Hierbei muss man zwei Aspekte unterscheiden: zum einen die eigentliche Rendite des Vertrages und zum anderen die Rendite unter Berücksichtigung der Zulagen. Die Renditen der Riester-Verträge an sich lassen sich über den gesamten Markt gut ermitteln: Klassische Riester-Renten werfen aktuell Renditen bis zu 3,7 Prozent jährlich ab – fondsgebundene Varianten erreichen Renditen bis zu 5,5 Prozent jährlich.

Wichtig ist aber auch der Blick auf die Renditen, wenn man einmal Riester-Zulagen und Steuervorteile einberechnet. Ein Anbieter für die klassische Riester-Rente geht bei einem 30-Jährigen, der bis zum 67. Geburtstag 100 Euro monatlich einzahlt, mit 67 von einem möglichen Kapital von 77.694 Euro aus. Das entspräche einer Verzinsung von 2,82 Prozent. Bekommt der Sparer die Grundzulage, reduziert das seine Rate auf 87,17 Euro monatlich – die Rendite steigt bei gleichem Kapital schon auf 3,46 Prozent. Und geht man durch Steuervorteile und Zulagen von einer Förderquote von 30 Prozent aus, dann liegt die Rendite bereits bei 4,46 Prozent.

Mein Tipp: Klassische Riester-Renten bieten mit Renditen von zwei Prozent plus X eine marktgerechte Verzinsung – attraktiver werden sie durch die Förderung. Das gilt auch für die fondsgebundenen Varianten, bei denen am Ende das Gesamtergebnis von der Entwicklung der gewählten Fonds abhängt.

Ist die Riester-Rente zu teuer?

Die Kostenbelastung der Riester-Renten sei viel zu hoch, monieren vor allem Verbraucherschützer. Fakt ist: Die Kostenquoten der Verträge lassen sich sehr gut ermitteln. Bei den klassischen Riester-Renten reduzieren die Kosten die Rendite je nach Anbieter um 0,3 bis knapp unter ein Prozent. Bei den fondsgebundenen Riester-Renten sind es ein bis drei Prozent. Entscheidend ist es also vor allem, einen günstigen Riester-Anbieter zu finden mit einer fairen Kostenquote – klassischerweise die Aufgabe einer guten Beratung.

Übrigens: Auch andere Riester-Modelle arbeiten natürlich nicht kostenfrei. Die Stiftung Warentest hat vergangenes Jahr vermeldet, dass DWS die Abschlusskosten gesenkt hat: von 5,5 Prozent der Beitragszahlungen auf 3,3 Prozent.

Mein Tipp: Es gibt viele Riester-Varianten, die teuer sind – es ist aber nicht DIE Riester-Rente, die zu teuer ist. Mit einem günstigen Anbieter bekommen Sie auch eine günstige Riester-Rente.

Es gibt zu wenig Rente

Bei der Verrentung des Kapitals fließt zu wenig Rente an den Sparer – auch das ist eines der Argumente gegen die Riester-Rente. Um im Beispiel oben zu bleiben: Die 77.694 Euro Rente sorgen im ersten Jahr des Rentenbezugs für 248 Euro Rente, die dann langsam auf 324 Euro bis zum 85. Lebensjahr ansteigt. Sein Kapital bekommt der Sparer also erst nach mehr als 20 Jahren vollständig zurück, so die gängige Rechnung. Was viele vergessen: Die Riester-Rente dient vor allem der Absicherung der Langlebigkeit – ein Prinzip, das aus der gesetzlichen Rente übernommen ist. Wenn jeder aus diesem Solidar-Topf mehr herausbekommen würde, als er selbst eingezahlt hat, dann kann ein solches Solidarprinzip nicht funktionieren.

Mein Tipp: Eine Riester-Rente ist keine Geldanlage, über die man im Alter frei verfügt. Sie soll das Langlebigkeits-Risiko absichern. Wer das nicht möchte, der ist mit der Riester-Rente falsch beraten.


Der Staat holt sich die Förderung wieder

Das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung sieht vor, dass Altersvorsorgesysteme wie die Riester-Rente, die in der Ansparphase gefördert werden, im Alter ganz oder teilweise besteuert werden. Ihr Vorteil ist natürlich, dass im Alter der individuelle Steuersatz deutlich geringer ist als im Erwerbsleben. So ist es auch oft gar nicht sicher, ob im Alter auf Ihre Riester-Rente tatsächlich Steuern zu zahlen sind – und wenn, liegt der Steuersatz oft gerade einmal bei 25 bis 30 Prozent.

Mein Fazit: Die nachgelagerte Besteuerung ist das Gegenstück zur Förderung – wer im Alter seine Rente steuerbegünstigt erhalten möchte, kann zum Beispiel die private Rentenversicherung nutzen. Private Rentenversicherungen werden im Alter Renten nur mit einem geringen Ertragsanteil besteuert.
Vergleich Riester-Rentenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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Leserkommentare
10.04.2016 - von betroffen
Neues zur Riesterrente
Aktuelles Zitat aus Tagesschau.de "...Konkret schlug CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Seehofer nun vor: Höhere Altersbezüge für alle - und die Rückabwicklung der Riester-Rente. Die Anfang des vergangenen Jahrzehnts beschlossene Kürzung des Rentenniveaus wird seiner Einschätzung nach dazu führen, "dass etwa die Hälfte der Bevölkerung in der Sozialhilfe landen würde". Dies betreffe besonders Frauen, die oft weniger verdienen als Männer und ihre Berufstätigkeit zugunsten der Familie unterbrechen. Bei der Reform müsse der gesetzliche Anteil an der Rente im Zentrum der Überlegungen stehen. Nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung sorge privat fürs Alter vor. "Die Riester-Rente ist gescheitert." Details zu einer möglichen Rentenreform nannte Seehofer nicht. Riester-Rente vor dem Aus? Bei der Reform 2001 waren die Renten für einen Großteil der gesetzlich rentenversicherten Bürger reduziert worden, die Lücke sollte von einer nach dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester (SPD) benannten privaten Zusatzrente geschlossen werden."
14.03.2016 - von Sonstwer
Unvollständige Darstellung
Sie sollten bei Ihren obigen Ausführungen auch einmal darstellen, wie hoch der derzeitige Verdienst sein muss, um eine Rente über dem Niveau der Grundsicherung zu erhalten und wie lange man diesen Verdienst erhalten muss. Ansonsten entpuppt sich die Riester-Rente als eine staatsbegünstigende Leistung, insoweit u.U. aufstockend zu der Rente zu gewährende Leistungen unter Berücksichtigung der Riester Rente entfallen. Mithin sollten Sie den Personenkreis, für den sich die Riester Rente nach Ihren nicht geprüften weiteren Angaben als vorteilhaft darzustellen scheint, begrenzen.
07.02.2016 - von Xaver Maier
Gesponsert?
Sehr geehrter Herr Winter, von wem wurden Sie denn gesponsert? Ich zitiere: "Ein Anbieter für die klassische Riester-Rente geht bei einem 30-Jährigen, der bis zum 67. Geburtstag 100 Euro monatlich einzahlt, mit 67 von einem *möglichen* Kapital von 77.694 Euro aus." Daraus argumentieren Sie eine - durch Ihren Text nicht belegte - Verzinsung von 2 Prozent plus X. Diese theoretische Verzinsung bekomme ich doch nur unter sehr positiven Annahmen, die das derzeitige Zinsniveau praktisch ignorieren und definitiv nur wenige Anbieter unter dem Strich erreichen werden. Rechnen Sie doch mal Riester Verzinsung im Vergleich zur gesetzlichen Rente, Sie werden überrascht sein, wenn Sie die Sponsorenbrille absetzen... Und es ist ja schön, dass die DWS Ihre Abschlusskosten von 5,5, auf 3,3 Prozent senkt. Aber was soll das belegen? Vielleicht, statt unverschämt ist es jetzt nur noch dreist? Grüße, Xaver
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