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02.09.2016 15:34

Riester-Rente Nicht mit Betriebsrente koppeln

von Fritz Himmel Autor
Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge – beide Sparformen werden vom Staat hoch gefördert. Verbinden sollten Sie die Verträge aber besser nicht.
Riester-Rente Nicht mit Betriebsrente koppeln
Die Puzzle-Teile "Riester-Rente" und "Betriebsrente" passen nicht zusammen.
Manche Sparmodelle sind für sich genommen lukrativ, in Kombination aber finanziell schädlich. Einige wichtige Fakten über die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge (bAV) sollten Sie daher vorher kennen.

Über die drei Durchführungsvarianten Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds, erhalten Sie die staatlichen Riester-Förderungen auch im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Hans-Dieter Stubben vom Bundes-Versorgungs-Werk, rät jedoch Arbeitnehmern, die beiden Sparmodelle nicht miteinander zu kombinieren, sondern besser getrennt voneinander durchzuführen.

Nachteile für Riester-Sparer bei Vertragskombination

Nachteil in der Ansparphase: Bei der normalen betrieblichen Altersvorsorge wird der Sparbetrag durch die Entgeltumwandlung direkt vom Bruttoeinkommen abgezogen. Vorteil für Sie ist hier, dass das Geld frei von Einkommensteuer und allen Sozialversicherungsabgaben komplett auf das betriebliche Vorsorgekonto fließt. Dagegen werden die Beiträge für die Riester-Rente im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge aus dem Nettoeinkommen des Förderungsberechtigten eingezahlt.

Der Pferdefuß für Sie: Auf diesen Sparbetrag wurden dann im Gegensatz zur normalen bAV bereits Steuern und Sozialversicherungsbeiträge geleistet. Zwar können sich Riester-Sparer die Steuer später wieder als Sonderausgaben bei seiner Steuererklärung zurückholen, die Sozialversicherungsbeiträge jedoch nicht mehr.

Nachteil in der Auszahlungsphase:
Bei der späteren Rente kassiert das Finanzamt, da es sich bei der Auszahlung der Riester-Rente dann ja um eine Betriebsrente handelt, von Ihnen Steuern auf die Rente und bei allen Mitgliedern einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) erneut Krankenversicherungsbeiträge. Dagegen würden bei der rein privaten Riester-Rente nach herrschender Rechtslage nur Steuern anfallen (ausgenommen bei freiwillig versicherten Rentnern in der GKV).

Teure Kopplung: Bei der Riester-Rente im Rahmen einer bAV leisten Sie somit in der Praxis zwei Mal Sozialversicherungsbeiträge. Wobei Sie als späterer Rentner sogar die vollen Sozialabgaben alleine tragen müssen, da Sie dann ja keinen Arbeitgeber mehr haben, der den Arbeitgeberanteil übernimmt.

Mangelnde Flexibilität: Durch die Kopplung der beiden Vorsorgemodelle bAV/Riester entfallen zudem noch zwei flexible Riester-Varianten. Im Rahmen der bAV ist dann – wie sonst bei einem reinen Riester-Vertrag üblich - weder die indirekte staatliche Förderung des Ehepartners möglich noch haben Sie die Möglichkeit, sich für ein bestimmtes Riester-Produkt zu entscheiden.
Biallo-Tipp: Ein Riester-Vertrag ist für bestimmte Sparer ebenso sinnvoll wie die Nutzung einer betrieblichen Altersvorsorge – die beiden Verträge zu koppeln aber nicht. Schließen Sie daher über den Arbeitgeber eine normale bAV ab und suchen Sie sich privat einen renditestarken Riester-Vertrag mit den damit verbundenen Vorteilen.
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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