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04.12.2014 14:33

Riester für Selbstständige Staatliche Förderung ohne Eigenbeitrag

von Max Geißler Autor
Freiberufler und Gewerbetreibende kommen mit einfachen Tricks in den Genuss der Riester-Rente. Die Fördergelder fließen sogar ohne eigene Beitragszahlungen.
Riester für Selbstständige Staatliche Förderung ohne Eigenbeitrag
Auch Selbstständige können einen Riester-Vertrag abschließen
Normalerweise steht die Riester-Rente nur gesetzlich pflichtversicherten Beschäftigten zu. Darunter fallen neben Arbeitnehmern auch pflichtversicherte Selbstständige. Freie Berufe, die in eine berufsständische Versorgungskasse einzahlen, oder Selbstständige, die ausschließlich private Altersvorsorge betreiben, gehen leer aus. Für diese Berufsgruppen ist die Rürup-Rente die einzige Möglichkeit, mit staatlicher Hilfe Geld fürs Alter zu sparen. Doch den über vier Millionen Freiberuflern und Selbstständigen in Deutschland bieten sich einfache und legale Kniffs, um dennoch von der Riester-Förderung zu profitieren. So geht’s:

Verheiratete Selbstständige sind mittelbar förderberechtigt

Erstens kommen Verheiratete, deren Partner einen Riester-Vertrag bespart, in den Genuss der Förderung. „Voraussetzung dafür ist, dass der förderungsberechtigte Ehepartner einen eigenen Altersvorsorgevertrag besitzt und darauf die notwendigen Mindestbeiträge einzahlt“, erklärt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Der selbstständige Gatte darf in diesem Fall einen separaten Riester-Vertrag abschließen und ebenfalls Fördermittel beantragen. Früher funktionierte das ohne Mindesteigenbeitrag, seit 2012 ist ein jährlicher Sockelbeitrag von wenigstens 60 Euro zu leisten. Allerdings reicht das nur für eine Minirente. Wer höhere Rentenleistungen anstrebt, sollte die Beitragszahlungen aus eigener Tasche aufstocken.

Selbständige als Arbeitgeber

Verheiratete Selbstständige können ebenfalls selbst an Riestergelder gelangen. Das funktioniert so: Der selbstständige Partner stellt seinen Gatten als Minijobber in seiner Firma an. Verzichtet dieser im Gegenzug auf seine Rentenversicherungsfreiheit, eröffnet sich die Möglichkeit der Riester-Rente. Zwar muss der „Chef“ jetzt jeden Monat ein paar Euro an die Rentenkasse abführen, aber dieser Trick beschert beiden den Anspruch auf Riester-Förderung. Der Minijobber ist jetzt unmittelbar, der Ehepartner mittelbar zulagenberechtigt. Haben die Eheleute ein neugeborenes Kind, erhalten sie insgesamt 608 Euro jährlich an Riester-Förderung.
Neben Geldgeschenken winken dem Paar attraktive Steuervergünstigungen. Beide können bis zur Höchstgrenze von 2.100 Euro an Riester-Zahlungen als Sonderausgabe steuerlich absetzen. Peter Kauth von Steuerrat24 weist allerdings auf eine Einschränkung hin: „Der Sonderausgabenabzug kommt nur für den unmittelbar begünstigten Ehegatten in Betracht.“ Der Ehegatte mit abgeleiteten Zulagenanspruch besitze hingegen keinen Steuerbonus. „Schöpft aber der unmittelbar förderberechtigte Partner den Steuerhöchstbetrag nicht durch eigene Beiträge und Zulagen aus, so kann er zusätzlich die Riester-Prämien seines Ehegatten absetzen.“

Fondsgebundene Versicherung für Langzeitsparer

Beträgt der Sparhorizont mehr als 20 Jahre, sollten Riester-Sparer die hohen Renditechancen von Investmentfonds nicht verschenken. Eine 30-jährige Frau mit einem Jahresbruttoeinkommen von 40.000 Euro, die bis zum 67. Lebensjahr in eine Riester-Fondspolice mit vier Prozent Rendite einzahlt, kann bei Hanse Merkur eine Anfangsrente von 378 Euro erwarten, bei Cosmos Direkt  355 Euro, bei der Gothaer 347 Euro und bei der Nürnberger Versicherung 332 Euro. Positiv: Erträge und Kursgewinne von Riester-Fonds bleiben während der gesamten Ansparphase von Abgeltungsteuer verschont – das beflügelt den Zinseszinseffekt und hebt die Rendite. Im Rentenalter unterliegen die ausgezahlten Leistungen allerdings zu 100 Prozent der Einkommensteuer.

Tipp: Vergleichen Sie Angebote nach Ihren persönlichen Vorgaben mit dem Biallo-Rechner für klassische und fondsgebundene Riester-Renten.
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