Fünf Grundregeln zum Autokredit So gelingt die Neuwagenfinanzierung

Max Geißler
von Max Geißler
20.12.2014
Auf einen Blick
Neuwagen werden oft auf Kredit gekauft. Damit die Gesamtkosten überschaubar bleiben, sollte man bei der Wahl des Autokredits einige Grundregeln beachten.
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Ein neues Auto für 30.000 oder 40.000 Euro? Kein Problem – schließlich gibt es ja traumhaft günstige Kredite. Dreijährige Ratendarlehen sind bereits für weniger als drei Prozent Zinsen zu haben, etwa bei der Santander Bank oder Barclaycard. Trotz Minizinsen kann man bei der Finanzierung von Neuwagen jedoch einiges falsch machen. Autokredit ist nämlich nicht gleich Autokredit. Passt der Kredit nicht zum eigenen Einkommen oder enthält er ungünstige Konditionen, zahlt man am Ende drauf. Fünf Grundregeln helfen, damit der Autokauf ein Erfolg wird:

1. Haushaltskasse nicht überfordern

Die erste Grundregel lautet: Solide finanzieren. Im Angesicht hochglanzpolierter Boliden wird dieser Grundsatz leider allzu oft über Bord geworfen. Wer seinem Nachbarn oder seiner Familie imponieren und deshalb unbedingt den neuen Q7 von Audi erstehen will, der sollte über einen guten finanziellen Background verfügen. Ist die Finanzdecke eher dünn, kann man schnell in die Bredouille geraten. Deshalb: Nehmen Sie nur so viel Autokredit auf, wie Sie sich dauerhaft leisten können. Vor dem Gang ins Autohaus sollten Sie einen Kassensturz machen und prüfen, wie viel Erspartes zur Anzahlung vorhanden ist und wie hoch der monatliche Überschuss für die Kreditrate ist. Nur dieser Betrag – abzüglich einer Notfallreserve – steht für die Autofinanzierung zur Verfügung!

2. Auf Effektivzins achten

Jede Bank berechnet unterschiedlich hohe Zinsen, deshalb sollte man vor dem Gang ins Autohaus verschiedene Kreditangebote von Banken und Sparkassen vergleichen. Wichtig: Nicht von Lockzinsen aus dem Schaufenster oder dem Internet blenden lassen. Die wahren Kreditkosten zeigt nur ein konkretes Angebot, das gilt vor allem, wenn die Bank bonitätsabhängige Zinsen berechnet. Achten Sie darauf, dass das Angebot den Effektivzins ausweist, der alle Kosten und Zinsaufschläge enthält. Ein unentbehrlicher Helfer bei der Kreditwahl ist unser Autokreditvergleich, der tagesaktuelle Effektivzinsen enthält.

3. Autokredit bevorzugen

Viele Banken offerieren neben Ratenkrediten spezielle Autokredite. Hier liegen die Zinsen oft niedriger als bei Ratenkrediten. Das gilt vor allem, wenn die Bank das Fahrzeug als Kreditsicherheit einfordert, wie dies zum Beispiel bei der Bank of Scotland oder der Postbank der Fall ist. Der hinterlegte Fahrzeugbrief dient als Sicherheit, falls man den Autokredit nicht zurückzahlen kann. Nach abgeschlossener Autofinanzierung händigt die Bank den Fahrzeugbrief an den Besitzer aus.

Tipp: Einige Geldhäuser bieten zinsvergünstigte Autokredite auch ohne Sicherungsübereignung des Fahrzeugs, etwa Barclaycard und ING-Diba. Diba-Kunden profitieren dabei immerhin von einen Zinsnachlass von 0,75 Prozent. Statt 4,75 Prozent wie beim Ratenkredit zahlen sie für den Autokredit derzeit nur 3,99 Prozent Effektivzins. Targobank und Postbank offerieren ebenfalls preiswerte Autokredite. Dort liegt der Zinsvorteil bei 0,15 bzw. 0,6 Prozent. Achtung: Manche Kreditinstitute vergeben zwar Autokredite, gewähren aber keinen Zinsnachlass. Beispiele hierfür sind Netbank, DKB Bank und Oyak Anker Bank.

4. Schufa- Falle umgehen

Achten Sie auf die richtige Kreditabfrage, um Nachteile zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass die Bank eine Konditionenabfrage an die Schufa meldet und nicht eine Kreditanfrage. Die Schufa unterscheidet zwischen diesen beiden Anfragen. Die Konditionenabfrage wird zwar ebenfalls von der Schufa erfasst, ist aber ausschließlich für Verbraucher sichtbar. Für Banken und Sparkassen bleibt der Eintrag verborgen. Da sie nicht erfahren, wie viel Konditionsauskünfte bereits bei der Konkurrenz gestellt worden sind, kann sich eine Vielzahl von Auskünften nicht negativ auf Ihre Kreditwürdigkeit auswirken. Holen Sie dagegen ein konkretes Kreditangebot ein, wird dies die Schufa als "Anfrage-Kredit" speichern. Viele Kreditanfragen verschlechtern den Score-Wert und damit Ihre Kreditwürdigkeit. Die Banken nehmen dann an, dass Ihre Kreditanfrage bereits bei zahlreichen Geldhäusern erfolglos war.

5. Gesamtkosten für Autokredit prüfen

Vergleichen Sie die Kosten, die Ihnen beim Neuwagenkauf mit Autokredit entstehen mit denen, die bei einer Finanzierung durch den Händler entstehen. Mit einem Autokredit von der Bank können Sie beim Händler als Barzahler auftreten. Als Gegenleistung erhalten Sie häufig attraktive Rabatte und Vergünstigungen. Dadurch wird das Fahrzeug unterm Strich meist preiswerter, als wenn Sie eine Autofinanzierung durch den Händler bevorzugen. Die Kredite im Autohaus sind zwar oft sehr günstig, da der Händler aber nicht sofort, sondern nur peu à peu sein Geld erhält, gewährt er oft geringere Autorabatte. Hier gilt es mit spitzer Feder zu rechnen und genau zu vergleichen, welche Finanzierung am Ende preiswerter ist. Die Erfahrung lehrt, dass dies oft der Autokredit von der Bank ist.


Unser Tipp: In der Regel sind zinsgünstige Autokredite auch vorteilhafter als Leasingverträge, weil hier oft mit undurchsichtigen und teuren Zinsen kalkuliert wird.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
eff. Zins
p.a.
mtl. Rate
 
1.
572,01
1,92%
bis 4,99%
572,01
2.
576,89
2,49%
bis 5,99%
576,89
576,89
2,49%
bis 5,89%
576,89
Darlehensbetrag 20.000 €, Laufzeit 36 Monate
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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