Immobilienfinanzierung Neues Auto dank alter Grundschuld

Immobilienfinanzierung Neues Auto dank alter Grundschuld

Max Geißler
von Max Geißler
30.10.2016
Auf einen Blick

Ist das Baudarlehen abgezahlt, sollten Hauseigentümer ihre Grundschuld nicht vorschnell löschen. Sie ermöglicht weiterhin günstige Kredite für jeden Zweck.

Artikelbewertung
Schrift

Mit dem Ende der Immobilienfinanzierung möchten viele Eigenheimbesitzer die finanzierende Bank so schnell wie möglich aus dem Grundbuch entfernen, erst dann haben sie das Gefühl, dass die Immobilie wirklich ihnen gehört. Unter Kreditgesichtspunkten ist das jedoch fragwürdig, denn mit einer eingetragenen Grundschuld bekommt man jederzeit neues, preiswertes Baugeld. Was viele nicht wissen: Grundpfandrechtlich gesicherte Darlehen müssen nicht zwingend zur Baufinanzierung verwendet werden. Mit dem Baudarlehen kann man auch ein neues Auto oder Einrichtungsgegenstände kaufen. Der Bundesverband deutscher Banken (bdb) weist darauf hin, dass die Verwendung einer Hypothek nicht an das Eigenheim gebunden ist. Vielmehr gibt es den günstigen Kredit für jeden Zweck.


Wie funktioniert die Grundschuld?

Voraussetzung für die Kreditvergabe ist, dass das Eigenheim weitgehend schuldenfrei ist und die Grundschuld nicht gelöscht wurde. In diesem Fall kann man die Grundschuld erneut belasten und sich preiswert Geld borgen. Die Grundschuld sichert der Bank das Recht zu, bei einem Zahlungsausfall des Kreditnehmers das Grundstück beziehungsweise die Immobilie zu veräußern und so die offene Forderung auszugleichen. Die Abläufe zur Vergabe eines Grundschulddarlehens sind die gleichen wie bei der herkömmlichen Baufinanzierung. Da die Grundschuld jedoch an die bislang finanzierende Bank gebunden ist, muss man zunächst auch bei dieser sein Glück versuchen. Möchten Sie das Baudarlehen von einer anderen Bank haben, so ist eine Abtretung oder Umschreibung der Grundschuld erforderlich, was allerdings regelmäßig mit Kosten von mehreren hundert Euro verbunden ist.

Offene Grundschuld spart viel Geld

Die erneute Beleihung der Immobilie rechnet sich, denn Baudarlehen sind je nach Institut drei bis fünf Prozent günstiger als vergleichbare Ratenkredite. Wie unser Ratenkredit-Index zeigt, kosten fünfjährige Ratendarlehen derzeit durchschnittlich 5,1 Prozent Zinsen, fünfjährige Baudarlehen sind im Schnitt bereits für 0,8 Prozent zu haben. Eine Finanzierung über 50.000 Euro mittels Ratenkredit verursacht demnach 6.750 Euro an Zinsen, ein vergleichbares Baudarlehen, das binnen fünf Jahren komplett getilgt wird, kostet hingegen nur 1.030 Euro Zinsen – eine Ersparnis von 5.720 Euro!

Noch größer ist der Unterschied, wenn die eigene Bank aufgrund schlechter Bonität höhere Zinsen für den Ratenkredit verlangt.

Die Berliner Bank berechnet beispielsweise bis zu 11,99 Prozent Effektivzins für vergleichbare Ratendarlehen. In unserem Beispielsfall würde sich dadurch der Zinsvorsprung des Baudarlehens auf mehr als 15.000 Euro erhöhen. Allerdings findet auch vor der Vergabe von Baudarlehen eine Bonitätsprüfung statt. Kommt es als Folge davon zu Zinszuschlägen, sollte man noch einmal einen Blick in unseren Ratenkreditvergleich werfen. Hier finden sich zahlreiche Banken, die die Zinsen für ihre Ratenkredite bonitätsunabhängig gestalten, zum Beispiel Netbank, 1822 direkt und DKB Bank. Kreditnehmer erhalten dort bereits Ratenkredite ab 3,8 Prozent Effektivzins. Dies kann unter Umständen günstiger sein als das Baudarlehen von der Bank.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Max Geißler
Max Geißler
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: