Neues Auto finanzieren Ratenkredit oder Autokredit?

Neues Auto finanzieren Ratenkredit oder Autokredit?

Max Geißler
von Max Geißler
17.09.2014
Auf einen Blick

Es ist Zeit für ein neues Auto, aber die Ersparnisse reichen nicht. Welcher Kredit bringt mich zum Ziel - Ratenkredit oder Autokredit?

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Mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge in Deutschland werden auf Kredit finanziert. Viele Autokäufer verwenden dazu ein Finanzierungsangebot des Händlers. Doch das lohnt sich im aktuellen Zinstief nur selten. Denn erstens stehen die Konditionen von Verbraucherdarlehen bei Banken den Händlerkrediten kaum nach und zweitens kann man als Barzahler größere Rabatte beim Autokauf aushandeln. Bevorzugt man einen Bankkredit, stellt sich die Frage: Was lohnt sich mehr – ein Ratenkredit oder ein Autokredit? Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen beiden Finanzierungsformen?

Kurz gesagt: Die Unterschiede sind gering. Auch der Autokredit ist ein Ratenkredit, mit festem Zinssatz, fester Rate und fester Laufzeit. Der Kreditbetrag wird durch monatliche Tilgungsleistungen zurückgezahlt. Im Unterschied zum Ratenkredit ist der Autokredit zweckgebunden, das heißt, er ist nur für den Kauf eines privaten Pkw vorgesehen. Mit einem klassischen Ratenkredit kann man hingegen jeden erdenkbaren Gegenstand erwerben. Des weiteren offerieren Banken Autokredite oft zu günstigeren Konditionen als Ratenkredite. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Käufer den Kfz-Brief als Sicherheit bei der Bank hinterlegt, wie dies zum Beispiel bei der Bank of Scotland oder der Postbank die Regel ist. In diesem Fall nutzt die Bank das Fahrzeug als Faustpfand, falls der Käufer den Autokredit nicht mehr bedienen kann. Am Ende der Finanzierung bekommt der Käufer den Brief wieder ausgehändigt. Die sogenannte Sicherungsübereignung fordern aber nicht alle Kreditinstitute, beispielsweise verzichten Barclaycard und ING-Diba darauf.

Warum lohnt sich ein Autokredit?

Mit einem Autokredit von der Bank kann man sowohl Neu- als auch Gebrauchtwagen erwerben. Gerade mit Gebrauchtwagenfinanzierungen tun sich viele Autohändler schwer. Mit dem Geld von der Bank tritt man beim Händler als Barzahler auf, was dieser häufig mit Rabatten und Vergünstigungen honoriert. Zinsgünstige Autokredite sind im Regelfall vorteilhafter als Leasingverträge, die oft mit undurchsichtigen und teuren Zinsen kalkuliert werden. Weiterer Vorteil: Autokredite können jederzeit teilweise oder vollständig getilgt werden.

Ein entscheidendes Plus gegenüber Ratenkrediten sind günstigere Zinsen: Die ING-Diba gewährt zum Beispiel für ihren Autokredit einen Zinsnachlass von einem ganzen Prozentpunkt. Statt 4,99 Prozent wie beim Ratenkredit kostet der Autokredit nur 3,99 Prozent Effektivzins. Bei Targobank und Postbank beträgt der Zinsvorteil 0,4 bzw. 0,3 Prozent. Statt 4,79 Prozent Effektivzins zahlen Autokäufer bei der Targobank im Schnitt nur 4,39 Prozent, die Postbank fordert 4,49 Prozent. Ein großer Konditionenunterschied besteht auch bei der Creditplus Bank. Während das Kreditinstitut für Ratenkredite durchschnittlich 5,99 Prozent Effektivzins berechnet, gewährt sie Autokredite für 4,89 Prozent.

Aber Achtung: Manches Kreditinstitut wirbt zwar mit einem Autokredit, gewährt aber keinen Zinsnachlass, beispielsweise Netbank, DKB Bank und Oyak Anker Bank.

Wie erfolgt der Kreditantrag?

Der Autokredit unterliegt der gleichen Antragsprozedur wie der Ratenkredit: Die Bank prüft die Bonität des Antragstellers mittels Gehalts- oder anderen Einkommensnachweisen und einer Schufa-Abfrage. Erfolgt die Antragstellung via Internet, wird die Identität des Antragstellers mit Hilfe des Postident-Verfahrens festgestellt. Außerdem verlangt das Kreditinstitut ein SEPA-Lastschriftmandat zur Einziehung der Kreditraten. Sind alle Voraussetzungen erfüllt und der Kreditantrag unterschrieben, überweist die Bank den Autokredit auf das angegebene Referenzkonto.


Unser Fazit: Mit einem Autokredit kann man finanziell besser fahren als mit einem Ratenkredit. Wurde das Fahrzeug als Sicherheit während der Finanzierungsphase an die Bank übereignet, ist der Handlungsspielraum bei Wiederverkauf des Fahrzeugs allerdings eingeengt. Wer das nicht möchte, der sollte das neue Auto entweder mit einem klassischen Ratenkredit finanzieren oder einen Autokredit bei einer Bank aufnehmen, die auf die Sicherungsübereignung verzichtet.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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