Wohn-Riester mit Bausparvertrag Geht das überhaupt?

Wohn-Riester mit Bausparvertrag Geht das überhaupt?

Max Geißler
von Max Geißler
23.05.2016
Auf einen Blick

Aber ja! Ganz gleich, ob Sie schon im eigenen Zuhause wohnen oder noch Wohneigentum ansparen: Wohn-Riester-Förderung ist in vielen Fällen möglich.

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Staatliche Riester-Förderung und Bausparvertrag – das schließt sich keineswegs aus. Das Eigenheimrentengesetz stellt nämlich die selbst genutzte Immobilie gleichberechtigt neben Riester-Sparverträge.

Das förderfähige Programm nennt sich in diesem Fall "
Wohn-Riester".
Ein Wohn-Riester-Vertrag ist möglich:

  • wenn Sie eine eigene Immobilie bauen oder kaufen,
  • ein Baudarlehen umschulden, das für den Neubau oder Immobilienkauf aufgenommen wurde und durch ein Wohn-Riester-Bauspardarlehen abgelöst wird,
  • Sie Ihr Eigenheim altersgerecht umbauen wollen
  • oder ihr Immobiliendarlehen schneller entschulden möchten.

Wie bekomme ich Wohn-Riester-Geld?

Alles was Sie tun müssen, ist einen Wohn-Riester-Bausparvertrag abzuschließen. Solche Verträge gibt es bei Bausparkassen sowie deren Partnern, zum Beispiel der Deutschen Bank, den Sparkassen oder dem Versicherer Huk Coburg.

In der Ansparphase zahlen Sie monatlich einen kleinen Betrag auf ihr Bausparkonto ein. Zusätzlich erhalten Sie staatliche Riesterzulagen. In der Darlehensphase steht dann das angesparte Vermögen als Eigenkapital zur Verfügung.

Die Riesterzulagen fließen jetzt in das zinsgünstige Baudarlehen und beschleunigen quasi als Sondertilgung die Rückzahlung des Kredits.  

  • Voraussetzungen für Riester-Förderung: Die Zuschüsse aber fließen nur, wenn Sie die Immobilie selbst bewohnen. Für vermietete Objekte gibt es kein Geld. Außerdem müssen Sie als Arbeitnehmer oder Angestellter in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sein. Zum förderfähigen Personenkreis zählen ferner Beamte, Richter und Berufssoldaten sowie freie Berufe, die über die Künstlersozialversicherung freiwillig pflichtversichert sind. Auch die Ehepartner förderberechtigter Personen dürfen riestern.

Wie viel Zulage gibt es?

Die Wohn-Riester-Förderung entspricht den Kriterien wie bei reinen Renten-Sparverträgen:

Als Vertragsnehmer erhalten Sie 154 Euro Grundzulage je Vertrag. Junge Arbeitnehmer bis zum 25. Lebensjahr bekommen im ersten Jahr zusätzlich einmalig 200 Euro Riester-Bonus. Für jedes kindergeldberechtigte Kind zahlt der Staat 300 Euro, wenn das Kind ab 2008 geboren wurde. Für ältere Kinder gibt’s 185 Euro.

Die Zulagen rechnen sich: Eine Familie mit zwei Wohn-Riester-Verträgen und zwei Kleinkindern kann im Lauf von 20 Jahren insgesamt 18.160 an Fördergelder einheimsen. Hinzu kommen mögliche Steuervorteile.

Muss ich einen Eigenbeitrag leisten?

Ja, ohne Eigenleistung spendiert der Staat kein Geld. Um die volle Riester-Förderung zu erhalten, müssen Sie vier Prozent Ihrer rentenpflichtigen Einkünfte in den Vertrag einzahlen, maximal jedoch 2.100 Euro im Jahr.

Positiv: Die staatlichen Zulagen werden auf den Eigenbeitrag angerechnet. Das heißt, unsere Beispielfamilie, die 908 Euro pro Jahr an Wohn-Riester-Förderung erhält, muss höchstens noch 1.192 Euro pro Jahr aus eigener Kraft beisteuern. Das entspricht monatlichen Einzahlungen von 99,33 Euro. Und noch einen positiven Faktor können Wohn-Riester-Bausparer für sich nutzen: Eigenbeitrag plus Zulagen dürfen bis zur Höhe von 2.100 Euro als Sonderausgabe von der Steuer abgesetzt werden. Ist der Steuervorteil größer als die erhaltene Wohn-Riester-Förderung, schreibt das Finanzamt den Überschuss gut.

Tipp: Nutzen Sie die Steuerrückzahlung zur Sondertilgung. Wenn Sie wissen wollen, in welchem Monat Sie am günstigsten sondertilgen, lesen Sie hier weiter. 

Hier lesen Sie zudem, welche Rolle die Grundschuld für Ihre Baufinanzierung spielt.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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