Baufinanzierung Acht Tipps für die preiswerte Anschlussfinanzierung

Max Geißler
von Max Geißler
30.03.2015
Auf einen Blick

Läuft die Erstfinanzierung für das Eigenheim aus, ist zumeist ein Anschlusskredit nötig. Zur Wahl stehen Prolongation und Umschuldung. Was ist besser?

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Viele Eigenheimbesitzer entscheiden sich für die Prolongation, also die Fortführung der Baufinanzierung beim aktuellen Vertragspartner. Dazu sendet die Bank etwa drei Monate vor Auslaufen der Erstfinanzierung ein individuelles Angebot zur Vertragsverlängerung. Dieses sollte derzeit äußerst günstig ausfallen, denn die Bauzinsen sind extrem niedrig. Zehnjährige Anschlusskredite gibt es schon ab einem Prozent Zinsen, etwa bei 1822 direkt und ING-Diba. Achten Sie darauf, dass das Angebot der Hausbank nicht allzu weit davon entfernt ist, schließlich sind die Kreditrisiken gegenüber der Erstfinanzierung gesunken. Zudem kennt die Hausbank Ihre Immobilie, muss sie also nicht neu bewerten.

Preiswerte Anschlussfinanzierung durch Umschuldung

Doch nicht jede Bank zeigt sich verbraucherfreundlich. Manches Kreditinstitut denkt eher an seine Gewinnmarge als an zufriedene Kunden und legt ein überteuertes Prolongationsangebot vor. Die Bank spekuliert damit, dass Kreditnehmer die Mühen und Kosten scheuen, die mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter verbunden sind. Das sollen Sie aber auf keinen Fall akzeptieren. Holen Sie in diesem Fall sofort Alternativangebote von anderen Banken und freien Kreditvermittlern ein. Einen hervorragenden Zinsüberblick bietet dafür unser Baufinanzierungvergleich. Die Kosten einer Umschuldung liegen in der Regel deutlich unter denen, die eine ungünstige Anschlussfinanzierung verursacht. Als Faustregel gilt: Liegt der Zinssatz der alternativen Baufinanzierung mehr als 0,2 Prozent unter der angebotenen Prolongation, lohnt sich der Wechsel.

In acht Schritten zur preiswerten Anschlussfinanzierung:

1. Initiative ergreifen: Warten Sie nicht bis die Hausbank ein Angebot zur Prolongation unterbreitet, das kann unter Umständen sehr kurzfristig sein. Werden Sie bereits ein halbes Jahr vor Ablauf der bestehenden Baufinanzierung aktiv und bitten Sie Ihre Hausbank um eine Anschlussfinanzierung. Holen Sie zeitgleich Angebote der Konkurrenz ein.

2. Umschuldungskosten vergleichen: Stellen Sie preiswerten Konkurrenzangeboten die Kosten der Kreditumschuldung gegenüber. Der Finanzierungsberater wird diese gern ausrechnen und gemeinsam mit Ihnen vergleichen.

3. Nebenbedingungen beachten: Vergleichen Sie nicht nur die Zinssätze. Achten Sie auch auf Nebenbedingungen wie kostenlose Sonderzahlungen und die Möglichkeit zur Tilgungssatzänderung während der Zinsbindung. Dadurch können Sie im Bedarfsfall finanzielle Engpässe besser überbrücken oder Ihre Tilgungsquote erhöhen.

4. Kündigung langlaufender Baufinanzierung: Haben Sie vor zehn Jahren eine langlaufende Baufinanzierung abgeschlossen, sollten Sie eine Kündigung prüfen. Damals kosteten Baukredite mit 15- oder 20-jähriger Zinsbindung rund fünf Prozent Zinsen, heute nur noch ein Viertel oder Fünftel davon. Da Baukredite nach zehn Jahren Laufzeit in der Regel ohne Stornogebühren kündbar sind, können Sie durch eine Umschuldung viel Geld sparen.

5. Volltilgerdarlehen prüfen:
Da die Kreditschuld bei der Anschlussfinanzierung in der Regel geringer ist als beim Erstdarlehen, sollten Sie die Möglichkeit eines Volltigerdarlehens prüfen. Dabei wird die Tilgungsquote so eingestellt, dass der Baukredit am Finanzierungsende vollständig getilgt ist. Banken belohnen dies mit Zinsnachlässen von bis zu drei Zehntel. Volltilgerdarlehen lohnen sich besonders in der aktuellen Tiefzinsphase. Bei hohem Zinsniveau sollten Sie eine Anschlussfinanzierung mit kurzer Zinsbindung bevorzugen.

6. Forward-Darlehen sichert Tiefzins: Läuft Ihre Baufinanzierung noch mehrere Jahre, dann können Sie sich bereits heute mittels Forward-Darlehen günstige Zinsen für die spätere Anschlussfinanzierung sichern. Je nach Anbieter sind Aufschubzeiten von 36 bis 60 Monaten möglich.
Tipp: Unser Forward-Darlehen-Vergleich zeigt, wann die Anschlussfinanzierung spätestens starten muss und mit wie viel Aufschlag Sie pro Anbieter rechnen müssen.

7. KfW-Darlehen nutzen: Eine Ergänzungsmöglichkeit zur Anschlussfinanzierung bieten zinsverbilligte Baukredite der staatlichen KfW-Förderbank. Im KfW-Wohneigentumsprogramm (Nr. 124) erhalten Sie Zehnjahreskredite bis maximal 50.000 Euro ab 1,31 Prozent Effektivzins. Positiv: Die Baukredite bieten tilgungsfreie Anlaufjahre, sind gegen Gebühr jederzeit rückzahlbar und mit weiteren Förderprogrammen kombinierbar.

8. Staatliche Förderung prüfen:
Auch Bundesländer, Kirchen und Kommunen fördern den Erwerb von Wohneigentum. Erkundigen Sie sich über Förderprogramme und Zuschussmöglichkeiten. Häufig werden Familien mit Kindern oder Käufer mit geringem Einkommen besonders unterstützt.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
680,00
1,59%
2.
681,67
1,60%
3.
685,00
1,64%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 20 Jahre, Beleihung60 %
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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