Riesterrente So wird aus Vorsorgekapital eine Baufinanzierung

Riester-Rente So wird aus Vorsorgekapital eine Baufinanzierung

Max Geißler
von Max Geißler
28.11.2016
Auf einen Blick

Mit Riesterkapital zur Wunschimmobilie – wie geht das? Und welche Fallstricke und Sonderregelungen gilt es zu beachten?

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Wohneigentum steht hoch im Kurs – auch bei vielen Riestersparern. Besteht bereits ein Riester-Rentenvertrag, ist der Abschluss eines neuen Wohnriester-Vertrags allerdings wenig sinnvoll. Grund: Es gibt nur einmal staatliche Zulagen. Stellt sich die Frage: Kann man das Guthaben aus einem laufenden Riestervertrag in die Baufinanzierung einbringen?
 

Riester-Rente zur Neufinanzierung

Sparen Sie mit Fonds oder einer Riester-Rentenversicherung fürs Alter an, können Sie das angesammelte Kapital ohne Einschränkung für eine Baufinanzierung verwenden. Vorteil: Das Vorsorgeguthaben wird bei Abschluss einer Baufinanzierung als Eigenkapital gewertet, dadurch benötigen Sie nicht nur eine geringere Kreditsumme, auch die Zinsen werden günstiger. Unterm Strich verbilligt sich die Baufinanzierung deutlich. In Grenzfällen wird die Finanzierung überhaupt erst möglich. Die Kapitalentnahme aus einem bestehenden Riester-Sparvertrag ist auf zweierlei Weise erlaubt: Entweder fließt das Kapital zu 100 Prozent in die Baufinanzierung ein oder nur zu 75 Prozent. Im Vertrag verbleibendes Guthaben wird später verrentet.

Riester-Rente nicht kündigen

Wichtig ist, dass Sie Ihren Riestervertrag nicht kündigen, andernfalls müssen Sie die erhaltenen Fördergelder samt Steuervorteile zurückzahlen. Stellen Sie nach Kapitalentnahme ihre Riesterrente beitragsfrei, dann besteht der Vertrag formal weiter fort und Sie dürfen die Zulagen behalten. Da die Verzinsung von Sparverträgen in der Regel niedriger ist als die Effektivzinsen von Kreditverträgen, ist es vorteilhaft, möglichst viel Kapital in die Baufinanzierung einzubringen. Es kann allerdings Ausnahmen geben: Bei einer fondsgebundenen Riesterrente kann in ungünstigen Börsenphasen nur wenig Kapital im Vertrag vorhanden sein. Die Verwertung des Riesterguthabens ist in diesem Fall nicht empfehlenswert, da sonst das Depotminus realisiert und Riesterkapital vernichtet wird. Die Kapitalgarantie der Riesterrente greift nämlich erst bei Renteneintritt.

Riester-Rente in die laufende Baufinanzierung einzahlen

Möchten Sie Kapital aus Ihrer Riester-Rente in eine bestehende Baufinanzierung einbringen, so geht dies nur, wenn die Finanzierung aus einem geförderten Wohnriester-Darlehen besteht. Besitzen Sie eine klassische Baufinanzierung ohne Riesterförderung, müssen Sie auf die Anschlussfinanzierung nach Auslaufen des Erstdarlehens warten. Entscheiden Sie sich beim Folgedarlehen für ein Wohnriester-Darlehen, können Sie das entnommene Guthaben aus Ihrer Riesterrente dort einzahlen.

Tipp: Ältere Riestersparer genießen eine Sonderregelung: Sie dürfen zu Beginn der Auszahlungsphase, also frühestens mit 60 Jahren, das angesparte Riesterkapital vollständig entnehmen, um eventuelle Restschulden ihres Eigenheims abzulösen. In diesem Fall ist auch die Einzahlung in ein ungefördertes Darlehen erlaubt.
 

Fondsgebundene Riester-Rente mit Potential

Wie viel Guthaben eine bestehende Riester-Rente aufweist, hängt entscheidend von der gewählten Anlageform ab. Besonders chancenreich sind fondsgebundene Riesterversicherungen. Haben die Fondsmanager je nach Börsenlage rechtzeitig und klug umgeschichtet, waren in den vergangenen Jahren ansehnliche Renditen möglich.

Unser Riester-Fondsrechner ermittelt für einen 35-jährigen Sparer, der 32 Jahre lang monatlich 133 Euro in seine Riester-Rente einzahlt (40.000 Euro Jahresbrutto) bei geschätzten sechs Prozent Rendite eine Anfangsrente von bis zu 480 Euro. So prognostiziert die Stuttgarter Versicherung 482 Euro monatlich, die Alte Leipziger 475 Euro und HDI 468 Euro. Die Monatsrente steigt aufgrund des dynamischen Rentenbezugs jährlich an.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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