Barrierefreie Immobilie Beim Sanieren ans Älterwerden denken

Max Geißler
von Max Geißler
06.11.2014
Auf einen Blick

Die meisten Wohneigentümer möchten auch im Alter zu Hause wohnen. Aber nur wenige Häuser sind dafür geeignet. Bei der Sanierung sollte es altersgerecht zugehen.

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Gut eine halbe Million barrierefreie Wohnungen gibt es laut Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen in Deutschland. Gebraucht werden laut Schätzungen aber rund drei Millionen. Bereits im Jahr 2025 werden in einem Viertel aller Haushalte Menschen wohnen, die älter als 70 Jahre sind. Allerdings sind bislang nur knapp über ein Prozent der Wohnungen so hergerichtet, dass Senioren zum Beispiel ihr Bad mit dem Rollator oder Rollstuhl nutzen können. „Die Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum wird aufgrund der demographischen Entwicklung zwangsläufig zunehmen“, sagt Martin Leveringhaus, Immobilienexperte bei der Deutschen Bank. Umsichtige Hausbesitzer würden bei einer anstehenden Sanierung zugleich altersgerechte Um- und Einbauten vornehmen. „Seniorengerechte Häuser erhöhen nicht nur die eigene Lebensqualität, sie lassen sich auch rentabler vermieten oder verkaufen. Barrierefreier Wohnraum ist gefragt“, betont Levering.

Eigene Immobilie - mit einfachen Maßnahmen zum altersgerechten Objekt

Wohnungen und Häuser lassen sich oft mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen seniorengerecht gestalten. Vorteilhaft sind zum Beispiel höhenverstellbare Arbeitsflächen in der Küche, bodengleiche Duschen, Badewannen mit Einstiegstür und die Entfernung von Türschwellen. Aufwändiger sind die Verbreiterung von Türen oder der Einbau von Treppenliften. Bestandsimmobilien lassen sich häufig nicht vollständig barrierefrei optimieren. Aber der rechtzeitige Umbau sorgt dafür, dass ältere Menschen deutlich länger in ihrer gewohnten Umgebung eigenständig wohnen können.

Wichtig ist, dass Wohneigentümer bereits vor dem eigenen Rentenalter über das Thema nachdenken und die Weichen stellen. Höhere Einkünfte während des Erwerbslebens und die meist bessere Gesundheit mindern Belastung und Sanierungsaufwand. „In vielen Bundesländern helfen spezielle Wohnberater kostenfrei mit Analysen und Tipps“,  so Leveringhaus. Hohe Kosten, wie sie viele Eigentümer befürchten, seien häufig übertrieben. „Die Kosten für Umbauarbeiten liegen oftmals unter den Erwartungen, wie wir in Beratungsgesprächen feststellen“, berichtet der Immobilienprofi. Ein barrierefreies Bad mit bodenebener Dusche sei bereits ab 3.000 Euro möglich, ein Treppenlift ab etwa 5.000 Euro und das Entfernen von Türschwellen koste nicht mehr als einige Hundert Euro.

Barrierefreien Umbau der Immobilie intelligent finanzieren

Zur Finanzierung solcher Maßnahmen eignen sich insbesondere kleine Modernisierungsdarlehen wie sie etwa die Volksbank Dortmund, die Deutsche Bank, die PSD Bank Rhein-Ruhr und die Dortmunder Sparkasse gewähren. Der Baugeldvergleich auf Biallo.de zeigt, dass kleine Baudarlehen ab 25.000 Euro bereits ab 1,25 Prozent Zinsen zu haben sind, etwa bei der Sparda-Bank Münster. Zusätzliche Unterstützung finden Bauherren bei der staatlichen KfW Bank. Im Programm 159 „Altersgerecht Umbauen“ erhalten Modernisierer bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit bereits ab einem Prozent Zinsen.

Möglich ist aber auch eine neue Art von Modernisierungsdarlehen, wie sie etwa die Deutsche Bank und einige Bausparkassen anbieten: Mit einer Kombination aus Vorfinanzierung und Bausparvertrag lassen sich mittlere Investitionssummen zwischen 10.000 und 30.000 Euro kostengünstig abdecken. Positiv: Diese Darlehen erfordern keinen Grundbucheintrag. „Kurze Laufzeiten, Sondertilgungsoption und faire Bonitätsbewertung sorgen dafür, dass auch ältere Modernisierer solche Darlehen ohne Zinsaufschläge erhalten können“, so Leveringhaus.

Tipp: Seit 2013 können Eigentümer für den altersgerechten Umbau ihrer Immobilie Wohn-Riester-Förderung in Anspruch nehmen.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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