Wie Alleinerziehende von Minizinsen profitieren

Baufinanzierung Wie Alleinerziehende von Minizinsen profitieren

Max Geißler
von Max Geißler
21.05.2016
Auf einen Blick

Banken verweigern alleinstehenden Müttern mit Kindern oft den gewünschten Baukredit, weil das Einkommen nicht reicht. Dank Minizinsen ändert sich jetzt die Praxis.

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Eine 75 Quadratmeter große Eigentumswohnung in Hamburg kostet laut Immowelt.de im Schnitt 275.000 Euro. Etwas günstiger ist es in Berlin mit 225.000 Euro und in Augsburg mit 210.000 Euro. Toppreise zahlen die Münchner, die mit 490.000 Euro tief in die Tasche greifen müssen. Für viele alleinerziehende Mütter mit Kindern sind solche Wohnungspreise utopisch.

Von den Banken war bislang kaum Hilfe zu erwarten, denn sie lehnten die Immobilienfinanzierung häufig mit der Begründung ab, die monatliche Belastung sei zu hoch. Bei Kreditzinsen von fünf oder sechs Prozent, wie sie bis vor wenigen Jahren üblich waren, ist dies durchaus nachvollziehbar. Schließlich kostet ein Annuitätendarlehen über 200.000 Euro bei 5,5 Prozent Sollzins mindestens 1.080 Euro im Monat. Bei 250.000 Euro Kredit, klettert die Monatsrate bereits auf 1.350 Euro.

Wie Minizinsen die Baufinanzierung verbilligen

Die extrem gesunkenen Bauzinsen haben die Finanzierungsbedingungen jedoch deutlich verbessert und zu einem Umdenken bei den Kreditinstituten geführt. „Banken gewähren jetzt öfter Baudarlehen und machen es wahrscheinlicher, dass die Finanzierung des Eigenheimwunsches mit nur einem Einkommen oder einer Teilzeitstelle klappt“, berichtet Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Kreditvermittlers Baufi24.de. Die extremen Tiefzinsen entlasten Haushalte mit schwacher Finanzkraft und ermöglichen auch dieser Gruppe günstige Konditionen für den Immobilienkauf.

• Gut für Sie: Die Bauzinsen haben sich inzwischen mehr als gedrittelt. Für eine zehnjährige Baufinanzierung berechnen günstige Anbieter kaum mehr als ein Prozent Zinsen. Wie unser Baufinanzierungsvergleich zeigt, begnügt sich 1822 direkt aktuell mit 1,1 Prozent Zinsen, Degussa und Santander Bank mit 1,15 Prozent. Unser Beispieldarlehen verbilligt sich dadurch auf rund 350 bzw. 450 Euro im Monat.

Baufinanzierung seriös und klug planen

Trotz aller Freude über die gesunkenen Finanzierungskosten, sollten Sie stets realistisch bleiben. Bedenken Sie, dass die Zinsen in der Zukunft wieder steigen können, außerdem sind Reparaturen und Sanierungen auf Dauer nicht zu vermeiden.

Was heißt das für Sie als Alleinerziehende?

• Erstens sollten Sie die günstigen Finanzierungsbedingungen langfristig festschreiben. Statt zehn Jahre würde ich eine Zinsbindung von 20 oder 25 Jahren wählen. Das kostet zwar aktuell einen halben Prozentpunkt mehr, aber dafür erwerben Sie Finanzierungssicherheit, im besten Fall bis zum Ende der Baufinanzierung.

• Zweitens sollten Sie stets eine kleine Finanzreserve für notwendige Reparaturen einplanen, am besten auf einem Tagesgeldkonto. Möglich ist auch der Abschluss eines Bausparvertrages, mit dem Sie Instandhaltungen kostengünstig durchführen können. Kostengünstige Angebote kommen von Debeka, Huk Coburg oder der Bausparkasse Mainz. Möchten Sie nur im Bedarfsfall einen weiteren Kredit aufnehmen, können Sie auf ein zinsverbilligtes Baudarlehen der KfW Bank zurückgreifen.

• Drittens sollten Sie die Anfangstilgung nicht zu gering wählen. Bei einer Tilgung von einem Prozent, dauert es derzeit mehr als fünfzig Jahre, bis das Baudarlehen vollständig abgezahlt ist.
Mein Tipp: Starten Sie die Baufinanzierung mit drei Prozent Anfangstilgung, dann sind Sie spätestens nach 25 Jahren schuldenfrei.

• Viertens sollten Sie – wenn möglich – hin und wieder eine Sondertilgung leisten. Zahlen Sie beispielsweise das Weihnachts- oder Urlaubsgeld als Sondertilgung in das Darlehen ein, dann dürfte die Immobilie nach rund 20 Jahren abgezahlt sein.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
638,33
1,34%
2.
641,67
1,36%
3.
645,00
1,40%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 15 Jahre, Beleihung60 %
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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