Bauen mit Geld vom Staat Preiswerter ins Eigenheim mit KfW- und Länderkrediten?

Max Geißler
von Max Geißler
20.10.2016
Auf einen Blick

Der Staat unterstützt Eigenheimkäufer mit Förderkrediten. Neben der KfW Bank vergeben auch Länder und Kommunen billige Baukredite.

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Die meisten Immobilienkäufer finanzieren ihr Traumhaus mit Geld von der Bank. Dabei ist die Kombination von klassischen Baudarlehen und geförderten KfW-Krediten besonders vorteilhaft, denn die bundeseigene Förderbank unterstützt den Immobilienerwerb mit zinsverbilligten Baukrediten. So erhalten Käufer und Bauherren selbstgenutzter Immobilien im KfW-Wohneigentumsprogramm (Nr. 124) bis zu 50.000 Euro an Förderdarlehen, das sie für den Kauf des Objekts oder für Bau- und Grundstückskosten verwenden können. Die Zinssätze beginnen bereits ab 0,75 Prozent Effektivzins. Auch Nebenkosten wie Architektenhonorare oder Notar- und Maklergebühren schließt die Förderung ein. Ferienwohnungen sind jedoch ausgenommen.

Positiv: Beim Kauf älterer Wohnungen und Häuser gewährt die KfW zusätzlich Fördergelder für Instandsetzung und Modernisierung, zum Beispiel in den Programmen „Energieeffizient Sanieren“ oder „Altersgerecht Umbauen“. Die verschiedenen Förderdarlehen sind miteinander kombinierbar.

Voraussetzung für den KfW-Kredit

Die KfW gewährt Baudarlehen ausschließlich über Banken, Sparkassen und Versicherungen, welche für die durchgeleiteten Kredite die Haftung übernehmen. Der Förderantrag ist vor Beginn des Vorhabens – spätestens jedoch unmittelbar nach Abschluss des notariellen Kaufvertrags – bei einem Finanzinstitut eigener Wahl zu stellen. Die im Wohneigentumsprogramm vergebenen Baudarlehen sind grundpfandrechtlich zu besichern. Positiv: Die KfW begnügt sich mit dem zweiten oder dritten Rang im Grundbuch. Der Zinssatz der KfW-Darlehen wird wahlweise für fünf oder zehn Jahre festgeschrieben, je nach Kreditvariante besteht die Möglichkeit von tilgungsfreien Anlaufjahren. Vor Ende der Zinsbindungsfrist unterbreitet die KfW ein Prolongationsangebot.

Günstige Baukredite von Bundesländern

Nicht nur die KfW vergibt preiswerte Baukredite, auch die Bundesländer greifen Eigenheiminteressenten unter die Arme. Beispiel NRW: Die NRW-Bank vergibt zinsverbilligte Baudarlehen an Haushalte mit geringem Einkommen. Unterstützt wird der Bau einer neuen Immobilie oder der Ersterwerb von selbst genutztem Wohnraum, egal ob Neubau oder Bestandsimmobilie. Gefördert werden Ledige, deren Jahreseinkommen unter 18.010 Euro liegt bzw. Ehepaare mit einem Einkommen bis zu 21.710 Euro. Für jede weitere im Haushalt lebende Person werden 4.980 Euro Zuschlag berechnet, für jedes Kind 640 Euro. Voraussetzung ist, dass mindestens eine volljährige Person und ein Kind oder eine Person mit einer schweren Behinderung im Haushalt leben. Die Höhe der Zinssätze für die Baukredite ist nicht einheitlich. Die Zinsen richten sich u.a. nach den jeweiligen Kostenkategorien der Städte und Gemeinden. Der Antrag auf Wohnraumförderung ist bei der jeweiligen Bewilligungsbehörde, zum Beispiel der örtlichen Stadt- oder Kreisverwaltung zu stellen. Nähere Informationen finden sich auf der Internetseite der NRW Bank.

Preiswerte Baukredite von Banken und Sparkassen

KfW-Förderkredite und Förderdarlehen der Bundesländer sind zwar zinsverbilligt, das heißt aber nicht, dass sie im gegenwärtigen Zinsstief das Non-Plus-Ultra sind. Auch die Baugeldzinsen auf dem freien Markt sind in den letzten Jahren so stark unter Druck geraten, dass viele Geschäftsbanken inzwischen preiswertere Baukredite anbieten als manche Förderbank. Während beispielsweise KfW-Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung im Programm 124 aktuell 1,15 Prozent Effektivzins kosten, offerieren Kreditinstitute wie Hypovereinsbank, 1822 direkt und Santander Bank Baukredite für deutliche weniger als einem Prozent Effektivzins. Die Zinsersparnis für ein 100.000-Euro-Darlehen geht im Lauf von zehn Jahren in die Tausende.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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