Baukredite bis Jahresende billiger Brexit wirkt nach

Baukredite bis Jahresende billiger Brexit wirkt nach

Max Geißler
von Max Geißler
30.08.2016
Auf einen Blick

Nach dem britischen Nein zur EU rutschen die Bauzinsen weiter bergab. Nach Ansicht von Experten ist die Talfahrt noch nicht zu Ende. Dennoch sollte man nicht zögern.

Artikelbewertung
Schrift

Immobilienkäufer dürfen sich die Hände reiben. Kaum war der Brexit beschlossen, gingen die Bauzinsen erneut auf Sinkflug. Wie Sie am Biallo-Baugeldindex ( Berechnung des Durchschnittswertes aller an biallo.de gemeldeten Angebote) ablesen können, gaben Baukredite in den vergangenen zwei Monaten rund um ein Zehntel nach.

Aktuell kosten zehnjährige Standarddarlehen im Schnitt nur noch 1,14 Prozent Effektivzins. Topanbieter wie Degussa oder Hypovereinsbank liegen sogar deutlich unter einem Prozent.

Baukredite vorerst im Sinkflug

Gut für Eigenheimkäufer: Ein Ende des Abwärtstrends ist nicht in Sicht. Weil verunsicherte Kapitalanleger nach wie vor in deutsche Anleihen investieren, fallen deren Renditen weiter. Dies drückt die ohnehin schon niedrigen Bauzinsen nach unten. Kurzfristig wird sich daran wohl nichts ändern. Im Gegenteil: „Bis Ende des Jahres erwarten wir noch deutlich niedrigere Zinsen als heute“, prognostiziert Stephan Scharfenorth vom Finanzierungsportal Baufi24. Der Brexit wirke zeitversetzt zugunsten der Verbraucher, so der Kreditexperte.

Immobilienpreise klettern nach oben

Sinkende Zinsen sind aber nur eine Seite der Medaille. Im Gegenzug sehen sich Immobilienkäufer mit immer höheren Preisen konfrontiert. Laut des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) stiegen die Immobilienpreise für selbstgenutztes Wohneigentum im zweiten Quartal 2016 um 6,3 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mehrfamilienhäuser versteuerten sich gar um 7,5 Prozent.

Für Scharfenorth ein klares Signal, mit dem Kauf nicht zu zögern. Wer einen passenden Finanzierungsplan aufgestellt und ein gutes Kreditangebot gefunden hat, der sollte Nägel mit Köpfen machen. Schließlich werde eine moderate Zinssteigerung im Lauf der nächsten Jahre unvermeidbar sein.

Optimale Tilgung spart Kosten und verkürzt Kreditlaufzeit

Maßgeblich für den Erfolg der Baufinanzierung ist die richtige Tilgung. Wollen Sie die Kreditrate klein halten und wählen deshalb eine niedrige Anfangstilgung, zieht sich die Entschuldung in die Länge. Im gegenwärtigen Zinstief dauert es mehr als 50 Jahre, bis ein Standarddarlehen zurückgezahlt ist.

Um die Entschuldung zu beschleunigen und Kreditrisiken zu mindern, empfiehlt die ING-Diba eine höhere Tilgungsquote. „In der Haushaltsrechnung setzen wir bei jedem Kunden automatisch drei Prozent Tilgung jährlich an und prüfen, ob die Finanzierung langfristig tragbar ist“, so Baufinanzierungsspezialist Franz Lücke. Bei finanziellen Engpässen könnten Diba-Kunden jederzeit den Tilgungssatz kostenfrei ändern.

Das Risiko steigender Zinsen entschärfen Sie am besten mit langer Zinsbindung. Zwar sind langlaufende Baukredite etwas teurer als kurzlaufende, doch die Finanzierungssicherheit wiegt die höheren Kosten auf. Böse Zinsüberraschungen beim Anschlusskredit werden damit obsolet.

Die Allianz bietet sogar Zinsbindungen bis zu 40 Jahren. „Die Nachfrage nach langen Laufzeiten ist hoch, gerade weil eine Trendwende bei den Zinsen nicht auszuschließen ist“, begründet Peter Haueisen, Leiter Allianz-Baufinanzierung, die Langzeitoption. Junge Käufer und Bauherren mit geringem Eigenkapital sicherten sich so dauerhaft bezahlbare Raten.

Biallo-Lesetipp

Ob Grunderwerbsteuer, Grundbuch oder Grundsteuer. Wir von biallo.de haben die wichtigsten Themen für Ihre Baufinanzierung zusammengefasst.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
680,00
1,59%
2.
681,67
1,60%
3.
685,00
1,64%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 20 Jahre, Beleihung60 %
Ihre Meinung ist uns wichtig
Max Geißler
Max Geißler
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: