Einlagensicherung sinkt rapide

Bausparkassen Einlagensicherung sinkt rapide

Max Geißler
von Max Geißler
24.11.2016
Auf einen Blick

Zehn deutsche Bausparkassen wollen ihren Einlagensicherungsfonds im neuen Jahr auflösen. Was bedeutet das für Bauherren und Immobilienkäufer?

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Ist mein angespartes Kapital jetzt noch sicher? Alexandra W. aus München klingt besorgt als sie hört, dass ihre Bausparkasse die Einlagensicherung für Kundengelder einschränken möchte. Schließlich legt die Mutter zweier Kinder bereits mehrere Jahre regelmäßig Geld für den späteren Immobilienkauf beiseite, inzwischen liegt ein ordentliches Sümmchen auf ihrem Bausparer.

Weiterhin 100.000 Euro abgesichert

Die Aufregung ist unbegründet. Zwar stimmt es, dass die privaten Bausparkassen den Einlagensicherungsfonds (BESF) Ende Februar 2017 abschaffen wollen. Dieser hat bislang Kapitalanlagen bis zur Höhe von 250.000 Euro geschützt. Der Wegfall des Feuerwehrfonds, beispielsweise bei BHW und Wüstenrot, bedeutet aber nicht, dass der Kapitalschutz komplett entfällt. Guthaben bei privaten Bausparkassen unterliegen nämlich der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Person. Diesen Mindestschutz schreibt der Gesetzgeber vor. Im Schnitt betragen die Bausparsummen der rund neun Millionen Verträge bei den privaten Kassen 40.000 Euro. Das angesparte Grundkapital liegt allerdings deutlich darunter.

Betroffen vom Wegfall des Sicherungsfonds sind nach Angaben eines Sprechers des Bausparkassenverbandes rund 19.000 Verträge. Dies entspricht zwar nur 0,2 Prozent aller bei diesen Kreditinstituten laufenden Bausparverträgen. Doch die Betroffenen sollten hellhörig werden. Steht es schlecht um die Kapitalkraft ihrer Bausparkasse? Ernsthafte Anzeichen dafür sind bislang nicht auszumachen. Die Kassen begründen den Entfall des Sicherungsfonds mit zu hohen Garantiekosten. Verschärfte Anforderungen für die Kapitalgarantie hätten diese in die Höhe getrieben.

Kunden der Landesbausparkassen brauchen sich hingegen keine Sorgen zu machen. Dort sind die Spareinlagen über die Institutssicherung der Sparkassen abgesichert. Das Gleiche gilt für Schwäbisch Hall. Das Institut sichert seine Einlagen über den genossenschaftlichen Verbund ab. Deshalb gehören beide dem BESF nicht an.

Wohnungsbauprämie bis 31. Dezember sichern

Bausparer sollten möglichst alle Förderquellen effektiv ausnutzen. Der Staat unterstützt potentielle Immobilienkäufer mit Zuschüssen. Beträgt das zu versteuernde Jahreseinkommen nicht mehr als 25.600 Euro, profitieren Ledige von der jährlichen Wohnungsbauprämie. Für Verheiratete gilt eine Verdienstobergrenze von 51.200 Euro im Jahr. Um in den Genuss der Prämie zu kommen, müssen allerdings bis 31. Dezember mindestens 50 Euro und maximal 512 Euro (1.024 Euro für Verheiratete) auf den Bausparvertrag fließen. Geschieht dies, spendiert der Staat 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie auf die gesamte Einzahlung. Ledige erhalten also 45 Euro gutgeschrieben, Verheiratete rund 90 Euro – und das Jahr für Jahr.

Einschränkungen bei der Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbauprämie fließt seit 2009 nur noch, wenn der Bausparvertrag für den Bau, Kauf oder die Modernisierung von Wohneigentum verwendet wird. Für junge Leute bis zum 25. Lebensjahr gilt das allerdings nicht. Sie können nach sieben Jahren Sparzeit frei über das gesamte Guthaben einschließlich Wohnungsbauprämie verfügen.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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