Bauträger-Pleite So schützen sich Bauherren

Bauträger-Pleite So schützen sich Bauherren

Max Geißler
von Max Geißler
11.10.2016
Auf einen Blick
Drei Sicherungsmöglichkeiten gegen eine Bauträgerpleite:
  • Zahlung nur nach Baufortschritt
  • Sicherheit durch Bankbürgschaft
  • Baugarantieversicherung
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Nicht wenige Hauskäufer können ein Lied davon singen: Die Baufirma hat sich verspekuliert und geht mitten im Hausbau pleite. Der Auftraggeber bleibt nicht nur auf der unfertigen Immobilie sitzen, er hat auch jede Menge Ärger am Hals. Wenn Sie den Bau der eigenen vier Wände planen, sollten Sie daher Maßnahmen ergreifen, dass sich der finanzielle Schaden im Falle einer Bauträger-Insolvenz in Grenzen hält. Drei Sicherungsmöglichkeiten bieten sich an:


Sicherung 1: Zahlung nur nach Baufortschritt

Gehen Sie als Bauherr mit größeren Zahlungen in Vorlage, bevor die entsprechenden Leistungen erbracht sind, fahren Sie ein hohes Risiko. Geht der Bauträger pleite, sind die Vorauszahlungen meist verloren. Folge: Die nicht erbrachten Leistungen müssen Sie bei einem anderen Unternehmen erneut in Auftrag geben und nochmals bezahlen. Stark eingrenzen lässt sich das Risiko, wenn sich Bauherr und Bauträger an die Regeln der Makler- und Bauträgerverordnung halten.

Diese fordert eine klare Zahlungsabfolge nach bestimmten Bauabschnitten. Nur wenn jeweils eine dieser Baustufen fertig gestellt ist, etwa der Rohbau, der Innenputz oder die Sanitärinstallation, muss der Bauherr die nächste, prozentual festgelegte Abschlagszahlung leisten. Will die Baufirma von diesem Zahlungsplan abweichen und höhere Abschlagszahlungen kassieren, sollten Sie skeptisch werden.

Sicherung 2: Sicherheit durch Bankbürgschaft

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie sich vom Bauträger eine Fertigstellungs- und Gewährleistungsbürgschaft aushändigen lassen. Dann steht für das Ausfallrisiko durch Pleite eine Bank gerade. Geht dem Bauträger die Luft aus, muss die Bank für die Fertigstellung gemäß Bauvertrag sorgen. Auch wenn die Bauträger-Pleite erst nach dem Einzug eintritt und später noch Mängel auftauchen, kann Sie sich an der Bank schadlos halten. Der Haken: Solche Bürgschaften sind teuer, Banken verlangen häufig drei Prozent der Darlehenssumme. Die Bauträger verlangen deshalb häufig die Kostenübernahme durch die Bauherren.

Biallo-Tipp:Lassen Sie sich nicht so schnell unterkriegen. Versuchen Sie diese Kosten im Rahmen der allgemeinen Preisverhandlungen, die ja auch Zusatzausstattungen und Sonderleistungen des Bauträgers betreffen, zu teilen.

Sicherung 3: Baugarantieversicherung

Ähnlichen Schutz wie eine Bankbürgschaft bietet die Baugarantie- bzw. Baufertigstellungversicherung. Sie wird vom Bauunternehmer abgeschlossen. Die Baugarantieversicherung gewährleistet, dass die Immobilie auf jeden Fall zum vereinbarten Preis fertig gestellt wird, wenn der beauftragte Bauträger pleite ist. In Frankreich und den Niederlanden ist die Police weit verbreitet, bei uns fristet sie leider ein Nischendasein. Dabei zahlt der Bauunternehmer nur circa 1,5 Prozent der Bausumme für die Police. Anbieter in Deutschland sind unter anderem die Basler Versicherung, Zurich und die VHV.

Vorsicht: Verweigert der Bauträger den Abschluss der Police oder wird er von der Versicherung abgelehnt, kann dies auf eine finanzielle Schieflage des Unternehmens hinweisen.

Biallo-Tipp:Als Häuslebauer müssen Sie sich darum kümmern, dass von Ihrer Baustelle keine Gefahren für Dritte ausgehen. Um im Ernstfall Schadenansprüche abzuwehren bzw. zu regulieren, benötigen Bauherren eine spezielle Haftpflichtversicherung. Die Bauherrenhaftpflicht regelt sämtliche Unfälle, die auf bzw. an der Baustelle passieren. Preiswerte Policen finden Sie in unserem Versicherungsvergleich „Bauherrenhaftpflicht“.

Lesetipp: Wer dem Bauherren hilft, sollte die Spielregeln kennen.
 

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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