Baukredit Bereitstellungszinsen umgehen

Max Geißler
von Max Geißler
24.08.2015
Auf einen Blick

Häuslebauer aufgepasst: Banken berechnen Zusatzzinsen, wenn sich der Baubeginn verzögert und der Baukredit nicht abgenommen wird. Wie kann man gegensteuern?

Artikelbewertung
Schrift

Häuslebauer und Käufer neu gebauter Immobilien sollten bei der Suche nach einer passenden Baufinanzierung nicht nur auf günstige Konditionen und eine angemessene Laufzeit achten. Wichtig ist auch ein Blick auf die Randbedingungen. So sollte der Baukredit eine möglichst lange Zeit ohne Bereitstellungszinsen beinhalten. Andernfalls kann es bei verspäteter Fertigstellung des Gebäudes oder bei zögerlicher Auszahlung des Baudarlehens zu teuren Zusatzzinsen kommen. „Wer ein fertiges Objekt kauft, weiß, wann das Gebäude beziehbar ist. Wer selbst baut oder ein in Bau befindliches Objekt kauft, weiß hingegen nicht, wann das Gebäude schlussendlich fertig sein wird“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender des Baugeldvermittlers Interhyp. Bei verspäteter oder schrittweiser Kreditabnahme ist es von Vorteil, wenn die Bank möglichst lange keine Ausfallzinsen erhebt.

Baukredit: Bereitstellungszinsen vermeiden

In der Regel berechnen Kreditinstitute nach Ablauf von zwei oder drei Monaten Zusatzzinsen bei Nichtabnahme oder verzögerter Teilabnahme des Baudarlehens. Die sogenannten Bereitstellungszinsen betragen zumeist 0,25 Prozent pro Monat und beziehen sich auf den noch nicht abgerufenen Teil des Baukredits. Bei einem Darlehen über 300.000 Euro sind dadurch bis zu 750 Euro pro Monat fällig. Verzögert sich die Fertigstellung des Gebäudes um acht Monate und fallen für sechs Monate Bereitstellungszinsen in voller Höhe an, so addieren sich die Zusatzkosten auf 4.500 Euro.

Zinsfreie Bereitstellungszeit hilft sparen

Umsichtige Bauherren wählen ein Kreditinstitut, dass für eine möglichst lange Zeit keine Bereitstellungszinsen berechnet. Unser Baufinanzierungsvergleich zeigt in den Produktdetails, wie lange sich die jeweilige Bank zurückhält. Besonders großzügig geben sich zum Beispiel ING-Diba, Santander Bank, 1822 direkt und die PSD Bank Westfalen-Lippe, die Baukredite bis zu einem Jahr bereitstellen, ohne Extrazinsen zu erheben. Die Diba berechnet selbst nach Ablauf der bereitstellungsfreien Zinszeit mit 0,15 Prozent nur sehr geringe Ausfallzinsen. Zahlreiche Geldhäuser erlauben die Abnahme des Baukredits bis zu sechs Monate ohne Zusatzzinsen. Hierzu zählen unter anderen die Sparkassen Duisburg und Dortmund sowie die Sparda Bank Berlin und die PSD Bank Nord.

Tipp: Anschlussfinanzierung

Bei der Anschlussfinanzierung kann man mit Hilfe der bereitstellungsfreien Zinszeit kosten sparen. Wenn Sie wissen, dass die Anschlussfinanzierung zum Beispiel in einem Jahr beginnt, so können Sie bereits heute ein zinsgünstiges Folgedarlehen mit zwölfmonatiger, zinsfreier Bereitstellungszeit abschließen. Allerdings sollte der Start der Anschlussfinanzierung fix sein, andernfalls können Zinsen für zwei Kreditverträge anfallen: Zinsen für die laufende Erstfinanzierung und der Bereitstellungszins für die noch nicht abgenommene Anschlussfinanzierung.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
563,33
0,88%
2.
575,00
0,98%
3.
600,00
1,13%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung60 %
Ihre Meinung ist uns wichtig
Max Geißler
Max Geißler
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: