Eigenheim zur Altersvorsorge Nicht um jeden Preis

Eigenheim zur Altersvorsorge Nicht um jeden Preis

Max Geißler
von Max Geißler
19.08.2016
Auf einen Blick

Die meisten Deutschen sehen das Eigenheim als Grundlage für ein unbeschwertes Leben im Alter an. Doch stimmt das angesichts horrender Immobilienpreise?

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Nicht in jedem Fall, findet die Deutsche Gesellschaft für Ruhestandsplanung. Die eigenen vier Wände "bergen mehr Risiken als Chancen", sagt Geschäftsführer Peter Härtling. Vielen Sparern erscheine das langersehnte Traumhaus aufgrund der extrem günstigen Finanzierungsmöglichkeiten als locker realisierbar. Doch dieser Schein kann trügen, denn auf Dauer lauern so einige Tücken.


Keine Torschlusspanik beim Eigenheimkauf

Erster Fallstrick sind die hohen Immobilienpreise. In den meisten Städten und begehrten Landkreisen finden sich kaum noch erschwingliche Objekte in guter Lage. Nicht selten nehmen Käufer schlechtere Standorte oder Mängel an der Immobilie in Kauf, nur um endlich in die eigenen vier Wände zu kommen. Auslöser für Fehlentscheidungen ist immer öfter der hohe Nachfragedruck. Denn wer sich nicht schnell genug entscheidet, geht häufig leer aus.

Bei einem derart wichtigen Schritt wie dem Immobilienerwerb sollten Sie nichts überstürzen! Schließlich können die Folgekosten durch übersehene Mängel immens sein. Fallen nach dem Einzug umfangreiche Reparaturen an, kann die Haushaltskasse schnell ins Schlingern geraten. Nachteile drohen zudem bei einem möglichen Wiederverkauf des Eigenheims. Stimmt die Lage nicht, sind Preisabschläge programmiert. Das gilt auch, wenn Käufer einen überteuerten Preis akzeptieren, nur um den Zuschlag für die Immobilie zu erhalten.

Preiswerte Baukredite nicht in Stein gemeißelt

Wichtig ist, die extremen Tiefzinsen nicht als gegeben hinzunehmen. "Mittelfristig werden die Zinsen wieder steigen", prophezeit Härtling. Läuft die Zinsbindung des Baukredits nach zehn Jahren aus, kann die fällige Anschlussfinanzierung Eigentümer in die Klemme bringen. Sorgen Sie deshalb für Kalkulationssicherheit und schreiben Sie die aktuellen Mini-Zinsen langfristig fest. Wie der Biallo-Baufinanzierungs-Vergleich (siehe Grafik unten) zeigt, sind zwanzigjährige Baudarlehen bereits unter 1,5 Prozent Zinsen zu haben, zum Beispiel bei der Hypovereinsbank, 1822 direkt sowie Allianz Baufinanzierung.

Wartungskosten für das Eigenheim nicht unterschätzen

"Die eigene Immobilie ist schön, um in ihr zu wohnen, für die eigene Altersvorsorge taugt sie jedoch häufig nicht", warnt Härtling. Eine Ursache hierfür seien hohe Wartungskosten. Viele Käufer unterschätzen die Kosten für den Unterhalt des Eigenheims. Schließlich kämen nicht nur die Besitzer in die Jahre, sondern auch die Immobilie. Die Ausgaben für die Instandhaltung und für den altersgerechten Umbau können aber die spätere Rente stark belasten. Es lohne sich, so Hartling, notwendige Renovierungen nicht auf die lange Bank zu schieben. Dadurch vermeidet man einen Investitionsstau im Alter.

Baufinanzierung nicht auf Kante nähen

Immobilienkäufer sollten nicht ihr ganzes Geld in die Finanzierung des Eigenheims stecken. Wichtig ist, etwas Luft zu lassen, um Rücklagen zu bilden und eine Zusatzrente für den Ruhestand anzusparen. Wer sämtliches Einkommen in die Tilgung des Eigenheims steckt und im Alter einzig und allein auf die gesetzliche Rente angewiesen ist, der läuft Gefahr, das Eigenheim aus Kostengründen verkaufen zu müssen.

Lese-Tipp

Oftmals werden lediglich die Material- und Arbeitskosten beim Hausbau in die Finanzierung einkalkuliert. Doch Nebenkosten, wie beispielsweise die Erschließung eines Grundstückes können sich rasant zu einer beträchtlichen Summe auftürmen. Lesen Sie dazu unseren Artikel: "Baufinanzierung richtig planen: Achten Sie auf die Nebenkosten"

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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