Grunderwerbsteuer Welche Schlupflöcher bietet die Steuerabgabe beim Immobilienkauf?

Grunderwerbsteuer Welche Schlupflöcher bietet die Steuerabgabe beim Immobilienkauf?

Max Geißler
von Max Geißler
27.11.2016
Auf einen Blick

Kaufen Sie eine Immobilie, müssen Sie Grunderwerbsteuer zahlen. Die Abgabe lässt sich zwar nicht vermeiden, aber sehr wohl drücken.

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Wie funktioniert die Grunderwerbsteuer und wie hoch ist sie?

Die Grunderwerbsteuer ähnelt der Umsatzsteuer: Kaufen Sie zum Beispiel ein Auto oder eine Waschmaschine, so zahlen Sie einmalig 19 Prozent Umsatzsteuer. Ähnlich ist es beim Immobilienkauf. Hier fallen zum Kaufpreis einmalig zwischen 3,5 und 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer an. Am günstigsten ist die Steuer mit 3,5 Prozent in Bayern und Sachsen. Für ein Haus zum Preis von 450.000 Euro zahlen Sie dort 15.750 Euro Grunderwerbsteuer. Deutlich tiefer müssen Sie in die Tasche greifen, wenn Sie in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland oder Schleswig-Holstein wohnen. Diese Bundesländer berechnen mit 6,5 Prozent einen fast doppelt so hohen Steuersatz. Für den gleichen Grundbesitz bzw. den gleichen Immobilienbesitz zahlen Sie dort also 29.250 Euro an Kaufsteuern. Und das ist längst nicht alles. Neben der Grunderwerbsteuer zahlen Immobilienkäufer Notarkosten von rund zwei Prozent und gegebenenfalls noch Maklergebühren von bis zu 7,14 Prozent.

Wie bemisst sich die Grunderwerbsteuer?

Die Grunderwerbsteuer orientiert sich am Kaufpreis des Grundstücks bzw. der Immobilie. Erwerben Sie Haus und Grundstück gemeinsam aus einer Hand, etwa von einem Bauträger oder einem privaten Verkäufer, zahlen Sie die Steuer auf den Gesamtpreis. Anders sieht es bei einer Schenkung oder im Erbfall aus. Als Erbe oder Beschenkter zahlen Sie keine Grunderwerbsteuer an das Finanzamt.

Wie können Sie die Grunderwerbsteuer verringern?

1. Einbauen separat auflisten:

Die Grunderwerbsteuer fällt auf den Grund und Boden, die Immobilie sowie das untrennbar mit dem Objekt verbundene Inventar an, also für das Dach, für Fenster und Türen und für die Rohrleitungen. Anbauten oder Einbaumöbel wie Küche, Sauna, Einbauschränke, Markisen oder die Photovoltaikanlage gehören hingegen nicht zum festen Inventar. Diese Bestandteile werden daher von der Grunderwerbsteuer nicht erfasst. Um die Steuer zu senken, können Sie diese Positionen beim Immobilienkauf aus dem Gesamtkaufpreis herausrechnen und im Kaufvertrag separat auflisten. Das Gleiche gilt für die abgelöste Instandhaltungsrücklage bei Eigentumswohnungen. Sinkt die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer, sinkt auch die Steuerforderung des Finanzamts.

2. Grundstück separat kaufen:

Eine zweite Möglichkeit zur Steuerersparnis bietet der getrennte Kauf von Grundstück und Immobilie. Kaufen Sie zunächst nur das Grundstück, lassen Sie mehrere Monate vergehen und bauen Sie später Ihr Traumhaus darauf. Bei separatem Kaufvertrag erhebt das Finanzamt die Grunderwerbsteuer nur für das Grundstück.

Welches Bundesland erhebt wieviel Grunderwerbsteuer?

 Bundesland Grunderwerbsteuer in Prozent
 Baden-Württemberg 5,0
 Bayern 3,5
 Berlin 6,0
 Brandenburg 6,5
 Bremen 5,0
 Hanburg 4,5
 Hessen 6,0
 Mecklenburg-Vorpommern 5,0
 Niedersachsen 5,0
 Nordrhein-Westfalen 6,5
 Rheinland-Pfalz 5,0
 Saarland 6,5
 Sachsen 3,5
 Sachsen-Anhalt 5,0
 Schleswig-Holstein 6,5
 Thüringen 5,0

 

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Diese wichtigen Begriffe aus den Bereichen Baufinanzierung und Steuer sollten Sie auch kennen:

- Baufinanzierung: Ohne Grundschuld kein Geld von der Bank

- Grundsteuer: Jährliche Pflichtabgabe an die Kommune

- Volltilger-Darlehen: Baufinanzierung aus einem Guss

 

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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