Wohnen Immobilienkauf mit Lebensversicherung

Wohnen Immobilienkauf mit Lebensversicherung

Max Geißler
von Max Geißler
04.06.2016
Auf einen Blick

Früher war der Hauskauf mittels Lebensversicherung ein bewährtes Modell. Doch in Zeiten extremer Tiefzinsen lohnt diese Form der Baufinanzierung nicht mehr.

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Seit dem drastischen Rückgang der Renditen und dem Wegfall von Steuervorteilen sind Baufinanzierungen mit Hilfe von Lebensversicherungen ein Verlustgeschäft. Die Rechnung, mit dem Ertrag bei Auszahlung der Lebensversicherung den Baukredit auf einen Schlag tilgen zu können, geht nicht mehr auf. Früher war das anders. Da warf eine klassische, kapitalbildende Lebensversicherung jährlich sechs oder sieben Prozent Zinsen ab. Da das Kapital steuerfrei ausgezahlt wurde, konnten Sie mit dem Ertrag die auslaufende Immobilienfinanzierung sicher ablösen.

Die Kombifinanzierung bot zwei Vorteile:

1. Erstens waren die Kreditraten sehr klein, weil nur Zinsen gezahlt wurden.
2. Zusätzlich winkte ein finanzielles Plus, und zwar dann, wenn der Kreditzins der Baufinanzierung geringer war als die Rendite aus der Lebensversicherung.

Lebensversicherung bringt kaum noch Ertrag

Seit der Garantiezins von Lebensversicherungen auf 1,25 Prozent abgesenkt wurde, ist mit Lebensversicherungen kaum noch signifikanter Kapitalaufbau möglich. Zudem ist der Ertrag der Versicherung bei Auszahlung heute teilweise steuerpflichtig.

„Gerade weil die Bauzinsen sehr günstig sind, raten wir von Kombifinanzierungen mittels Lebensversicherung ab“, sagt Stephan Scharfenorth, Chef des Baugeldvermittlers Baufi24.de. Zehnjährige Baufinanzierungen sind heute schon für gut ein Prozent Zinsen zu haben, zum Beispiel bei 1822 direkt oder Santander Bank. Eine Finanzierung über 250.000 Euro kostet mit zwei Prozent Anfangstilgung gerade mal 650 Euro im Monat. Vor Jahren, als die Bauzinsen noch bei fünf Prozent lagen, verursachte das gleiche Darlehen eine Kreditrate von 1.450 Euro.

Klassischer Baukredit mindert Gesamtkosten

Mit einem Annuitätendarlehen profitieren Sie nicht nur von niedrigen Zinsen, sondern auch von geringeren Gesamtkosten. Bei der Baufinanzierung mittels Lebensversicherung wird der Baukredit nämlich erst am Ende der Laufzeit getilgt. Das hat den Nachteil, dass die Zinsen auf das gesamte Darlehen für die gesamte Laufzeit anfallen. „Dies ist grundsätzlich teurer als ein klassischer Baukredit, bei dem die Restschuld und damit die Basis für die Zinszahlungen laufend abnehmen“, so Scharfenorth.

Festgeld und Sparpläne puschen Kapitalaufbau

Lebensversicherungen und andere Kapitalanlagen zur Unterstützung der Baufinanzierung sind in der jetzigen Situation wenig attraktiv. Ist Eigenkapital vorhanden, sollten Sie die extrem niedrigen Kreditzinsen nicht verstreichen lassen. Sichern Sie sich langfristig günstige Konditionen. Zwanzigjährige Baufinanzierungen kosten laut Biallo-Baugeldindex im Schnitt rund zwei Prozent Zinsen, die Allianz verlangt sogar nur 1,6 Prozent.

Müssen Sie noch Eigenkapital ansparen, dann empfehlen sich Festgeld Vergleich und Sparpläne. Festgeld verzinst sich aktuell mit bis zu 1,5 Prozent, etwa bei Klarna Bank und Autobank; Sparpläne erreichen sogar mehr als zwei Prozent, zum Beispiel bei der Denizbank. Das ist deutlich mehr als der Garantiezinsen von Lebensversicherungen, zumal hier auch noch Abschlusskosten und laufende Kosten anfallen. Festgeld und Sparpläne sind hingegen gebührenfrei.

Tipp: Wenn Sie noch in der Ansparphase sind, können Sie sich die attraktiven Zinsen von heute für morgen sichern. Das funktioniert mit einem sogenannten Forwarddarlehen.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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