KfW-Darlehen Nicht alle Verträge erlauben Sondertilgung

KfW-Darlehen Nicht alle Verträge erlauben Sondertilgung

Max Geißler
von Max Geißler
10.11.2014
Auf einen Blick

Zinsgünstige KfW-Darlehen können bei Erwerb oder Modernisierung der eigenen vier Wände helfen. Manchmal sind aber keine Sondertilgungen möglich.

Artikelbewertung
Schrift

Die KfW Förderbank unterstützt Wohnungskäufer, Bauherren und Modernisierer mit preiswerten Darlehen und geldwerten Zuschüssen. Im Wohneigentumsprogramm erhalten Immobilienkäufer derzeit Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung ab 1,9 Prozent Sollzins. Das ist genau so viel oder preiswerter als manche Hausbank. So berechnet Markführer ING-Diba für ein Baudarlehen über 150.000 Euro derzeit 1,9 Prozent Zinsen, die SKG Bank sogar 2,29 Prozent. Allerdings geht es auch preiswerter als bei der KfW. So berechnet die Mittelbrandenburgische Sparkasse für das gleiche Baudarlehen nur 1,74 Prozent Sollzins, 1822 direkt 1,75 Prozent und Huk Coburg 1,8 Prozent. Zudem sind die Darlehenssummen bei der KfW begrenzt . Wird kein so genanntes Effizienzhaus errichtet oder erworben, vergibt die Förderbank maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit, für effiziente Bau- oder Sanierungsmaßnahmen gibt es bis zu 75.000 Euro.

KfW-Wohneigentumsprogramm ohne Sondertilgung

Käufer selbst genutzter Eigenheime möchten in der Regel so schnell wie möglich schuldenfrei sein. Neben einer hohen Rückzahlrate helfen außerplanmäßige Sondertilgungen, das Baudarlehen zügig zurückzuführen und die Zinskosten zu verringern. Fast alle Darlehensverträge bei Geschäftsbanken erlauben heute mindestens einmal im Jahr eine Sondertilgung. Häufig kann man bis zu fünf Prozent des Darlehensbetrages extra leisten, einige Banken erlauben sogar bis zu zehn Prozent. Was viele nicht wissen: Bei KfW-Darlehen sind Sondertilgungen nicht in allen Fällen möglich. Gerade beim beliebten Wohneigentumsprogramm (Nr. 124) verweigert die staatliche Förderbank Extrazahlungen. Lediglich die vorzeitige Rückzahlung des Darlehens auf einen Schlag ist erlaubt, allerdings berechnet die KfW in diesem Fall Vorfälligkeitsentschädigung. „Das Wohneigentumsprogramm ist ein reines KfW-Produkt und wird nicht vom Bund gefördert, daher entfällt die Sondertilgungsoption“, begründet Sybille Bauernfeind von der KfW-Pressestelle das Manko. Den gleichen Nachteil hat übrigens auch das Programm 159 (altersgerecht Umbauen, Beseitigung von Hochwasserschäden).

Effizienzhäuser mit flexibler Sondertilgung

Bauherren, die sich für den Bau oder Kauf eines KfW-Effizienzhauses entscheiden, haben es besser. Die Programme 153 (energieeffizient Bauen) und 151 (energieeffizient Sanieren) sind vom Bund zinsbegünstigt, deshalb ermöglicht die KfW während der ersten Zinsbindungsfrist den Kreditbetrag jeweils zum Monatsende vollständig oder in Teilbeträgen ab 1.000 Euro ohne zusätzliche Kosten zu tilgen. Wie viel durch Sondertilgung gespart werden kann, zeigt das Beispiel: Für ein zehnjähriges Darlehen über 200.000 Euro fallen bei einem Sollzinssatz von 2,0 Prozent und einer Anfangstilgung von 4,0 Prozent insgesamt 31.520 Euro Zinsen an. Zahlt der Kreditnehmer das jährliche Weihnachtsgeld in Höhe von 2.500 Euro als Sondertilgung ein, sinken die Zinskosten auf 29.122 Euro – Ersparnis: knapp 2.400 Euro.


Tipp: Achten Sie bei der Darlehenswahl auf Anbieter, die keinen Zinsaufschlag für Sondertilgungen fordern. Bundesweite Anbieter mit kostenloser Tilgungsoption sind unter anderem
Debeka, ING-Diba, Santander Bank und 1822 direkt. Auch regionale Kreditinstitute zeigen sich kundenfreundlich, etwa PSD Bank Rhein-Ruhr, Volksbank Rhein-Lippe und die Sparkasse Dortmund. Unser Baufinanzierungsvergleich weist neben aktuellen Zinsen auch aus, ob eine Sondertilgung möglich ist und was diese gegebenenfalls kostet.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
563,33
0,88%
2.
575,00
0,98%
3.
600,00
1,13%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung60 %
Ihre Meinung ist uns wichtig
Max Geißler
Max Geißler
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: