Tilgung der Baufinanzierung Entschuldung bis Rentenbeginn?

Tilgung der Baufinanzierung Entschuldung bis Rentenbeginn?

Max Geißler
von Max Geißler
17.09.2015
Auf einen Blick

Viele Eigenheimkäufer klotzen bei der Tilgung, damit ihr Häuschen bis zur Rente schuldenfrei ist. Doch das ist kein Muss. Die Tilgung kann länger dauern.

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Laut einer Studie der Postbank dauert es im Schnitt 30 Jahre, bis Immobilienkäufer mit normalem Einkommen ihr Eigenheim abbezahlt haben. In teuren Großstädten und beliebten Wohngegenden kann es auch länger dauern. Für Immobilienkäufer heißt das: Nur wer früh kauft und fleißig tilgt, kann das Eigenheim im Laufe des Erwerbslebens vollständig entschulden. Wer hingegen spät kauft oder die Kreditraten sehr niedrig hält, der wird bis weit in das Rentenalter hinein an seiner Baufinanzierung knabbern. Das gilt umso mehr in der aktuellen Tiefzinsphase, in der Laufzeiten von 50 Jahren und mehr für Baukredite keine Seltenheit sind.

Für immer Eigenheim?

Die meisten Kreditexperten raten den Baukredit bis zum Ende des Erwerbslebens zu tilgen, da das Einkommen im Ruhestand meist deutlich geringer ist und das Baudarlehen dann nur noch mit Mühe bedient werden kann. Für diejenigen Eigentümer, die im Seniorenalter weiterhin ihr Haus bewohnen wollen, mag diese Empfehlung durchaus richtig sein. Doch häufig ist das gar nicht der Fall. Mit fortschreitendem Alter wird vielen Senioren das Familienheim eher zur Last. Das Treppensteigen im Haus fällt von Jahr zu Jahr schwerer, der Garten macht viel Arbeit und die Betriebs- und Versicherungskosten summieren sich zu großen Beträgen.

Alternativen zum abbezahlten Baukredit

Preiswerte Eigentumswohnung: Die billigere Alternative zum Einfamilienhaus ist eine kleinere Eigentumswohnung. Ebenerdig mit Terrasse oder im oberen Stockwerk mit Fahrstuhl und einem hübschen Balkon, winkt vielen Senioren finanzielle Entlastung und deutlich weniger Arbeit. Beim Kauf der Eigentumswohnung muss das bisherige Eigenheim keineswegs schuldenfrei sein. Entweder übernimmt eines der Kinder den Familienwohnsitz und zahlt den restlichen Baukredit ab oder das Haus wird verkauft. Mit dem Verkaufserlös können die Senioren die kleinere Eigentumswohnung erwerben ohne einen neuen Baukredit aufnehmen zu müssen und zusätzlich die noch offene Restschuld tilgen. Bleibt dann noch Geld übrig, kann man es als Festgeld sicher anlegen oder in schwankungsarme Rentenfonds stecken. Auch die Einzahlung in eine Sofortrente mit monatlicher Auszahlung ist denkbar.

Baukredit umschulden: Möchten die Senioren im angestammten Eigenheim bleiben, sollte man den Restkredit in ein preiswerteres Baudarlehen umschulden. Dies ist nach zehnjähriger Kreditlaufzeit ohne Zusatzkosten möglich. Der neue Baukredit kann dann mit geringer Tilgungsrate starten und durchaus eine längere Laufzeit von zehn oder 15 Jahren haben. Aufgrund des wahrscheinlich geringen Restkredits und der niedrigen Zinsen dürfte die monatliche Belastung niedriger ausfallen als bisher. So kostet ein zehnjähriger Baukredit über beispielsweise 80.000 Euro bei ein Prozent Anfangstilgung derzeit nur etwa 180 Euro im Monat, zum Beispiel bei Allianz, ING-Diba, Santander Bank und Sparda Bank München.

Tipp:
Einen vollständigen Überblick liefert unser Baufinanzierungs-Vergleich.

Erbe und Pflegekosten: Sollten die Kinder die noch belastete Immobilie erben, hat dies den positiven Nebeneffekt, dass die Kreditschulden die fällige Erbschaftsteuer senken. Auch wenn die Eltern ins Pflegeheim müssen, bringt die noch nicht schuldenfreie Immobilie finanzielle Vorteile: Soll Immobilienvermögen zum Ausgleich der Pflegekosten herangezogen werden, dürften die offenen Kreditschulden die Forderungen mindern.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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