Immobilienkredit Sieben Tipps für eine günstige Anschlussfinanzierung

Immobilienkredit Sieben Tipps für eine günstige Anschlussfinanzierung

Max Geißler
von Max Geißler
12.05.2016
Auf einen Blick

Dank extrem niedriger Zinsen kann bei der anstehenden Anschlussfinanzierung Ihrer Immobilie nichts schief gehen? Weit gefehlt.

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Falsche Zinsbindung, geringe Tilgungsleistung und Bereitstellungszinsen können den Folgekredit verteuern. Mit diesen sieben Tipps finden Sie eine günstige Anschlussfinanzierung:

1. Vergleichen Sie Zinsen

Das Prolongationsangebot Ihrer Hausbank überzeugt? Dann haben Sie noch keinen Blick zur Konkurrenz geworfen. Es gibt immer Anbieter mit besseren Offerten. Vergleichen Sie deshalb mehrere Kreditangebote. Wichtig sind der Effektivzins sowie die Restschuld bei gleicher Kreditsumme und Monatsrate. Das Angebot mit der geringeren Restschuld ist preiswerter. Wer bei der Anschlussfinanzierung dennoch seiner Hausbank treu bleiben will, dem rät Franz Lücke von der ING-Diba: „Wechselscheue Bankkunden sollten einen Zinsnachlass fordern, schließlich beinhaltet die Anschlussfinanzierung ein geringeres Risiko als das Neugeschäft.“

Mein Tipp: Welcher Zinssatz ist derzeit am Markt üblich? Verschaffen Sie sich einen Überblick mit dem Biallo-Vergleich Baufinanzierung. Er hilft Ihnen, einen günstigen Finanzierungspartner zu finden.

2. Wagen Sie den Bankwechsel 

Scheuen Sie sich nicht vor einem Bankwechsel. Die Umschuldung kostet nur wenige hundert Euro, wenn die Grundschuld an die neue Bank abgetreten wird. Der Wechsel lohnt sich, wenn der Zinssatz des Alternativdarlehens mehr als 0,2 Prozent unter der angebotenen Prolongation liegt.

Mein Tipp: Nutzen Sie Spezialofferten. Die PSD Bank Rhein-Ruhr gibt beispielsweise 0,1 Prozent Zinsrabatt ab Darlehenssummen von 150.000 Euro. Die ING-Diba ermöglicht regionale Zinsnachlässe von bis zu 0,2 Prozent auf aktuelle Konditionen.

3. Meiden Sie Bereitstellungszinsen

Möchten Sie Ihre Anschlussfinanzierung frühzeitig unter Dach und Fach bringen und nehmen das Folgedarlehen noch nicht sofort ab, fallen meist ab dem dritten Monat sogenannte Bereitstellungszinsen an. 0,25 Prozent pro Monat gehen schnell ins Geld. Mit einer Bank, die möglichst lange auf Bereitstellungszinsen verzichtet, vermeiden Sie diese Kosten. Ein Jahr lang Zinsfreiheit genießen Sie beispielsweise bei 1822 direkt, HUK Coburg und Santander Bank, neun Monate gewähren Allianz und Degussa.

4. Behalten Sie auch bei der Anschlussfinanzierung die Kreditrate bei

Extreme Tiefzinsen sowie die gesunkene Darlehenssumme erlauben eine geringere Kreditrate bei der Anschlussfinanzierung. Doch das ist nicht ratsam, denn die Minizinsen verzögern den Schuldenabbau. „Wer den Kredit bislang problemlos bedienen konnte, der sollte die Höhe der Monatsrate beibehalten“, empfiehlt Interhyp-Chef Michiel Goris. Steigt dadurch beispielsweise die Tilgungsquote von zwei auf vier Prozent, sinkt die Kreditlaufzeit bei einer Restschuld von 100.000 Euro um 15 Jahre, die Zinskosten halbieren sich.

5. Achten Sie auf flexible Tilgungsmöglichkeiten

Viele Kreditinstitute ermöglichen Anschlussfinanzierungen mit veränderbarem Tilgungssatz während der Zinsbindung. Dies ist von Vorteil, wenn wider Erwarten die Einkünfte zurückgehen, etwa wegen langer Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Ist die Einkommensschwäche beendet, erlaubt die flexible Tilgung das Heraufsetzen der Rückzahlungsquote. Kostenlose Tilgungssatzwechsel bieten zum Beispiel Santander Bank und ING-Diba.

6. Die Zinsbindung Ihrer Anschlussfinanzierung sollte bis zur Schuldenfreiheit gelten

Am Ende der Erstfinanzierung stehen häufig noch 70 oder 80 Prozent Restschuld zu Buche. Um den Restbetrag zügig abzubauen, benötigt man eine optimale Tilgung und eine passende Laufzeit. Schließlich soll die Immobilie bis zum Renteneintritt schuldenfrei sein, da das Einkommen dann sinkt und hohe Monatsraten nur schwer verkraftbar sind. Außerdem verweigern viele Banken Senioren aufgrund ihres Alters neue Immobilienkredite. Zur völligen Entschuldung führen sogenannte Volltilgerdarlehen. Hier werden Tilgung und Laufzeit so eingestellt, dass keine Restschuld übrig bleibt. Wegen des verringerten Kreditrisikos gewähren Banken meist ein oder zwei Zehntel Zinsrabatt.

7. Achten Sie auf gebührenfreie Möglichkeiten zur Sondertilgung

Neben der monatlichen Tilgung helfen Sondertilgungen, die Darlehensschuld schneller abzubauen. Berechnet die Bank dafür einen Zinsaufschlag, sollte man sicher sein, dass man die Option auch wirklich nutzt – andernfalls verteuert sich unnötig der Kredit. Besser sind Darlehen mit gebührenfreier Sondertilgungsoption wie sie Comdirect, Hypovereinsbank oder Debeka anbieten.

Unser Tipp: Sie wollen mehr wissen? In unserem kostenlosen sechsseitigen Dossier "Fallstricke bei der Anschlussfinanzierung" informieren wir Sie ausführlich rund um das Thema.

654

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
563,33
0,88%
2.
575,00
0,98%
3.
600,00
1,13%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung60 %
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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