Trump lässt die Zinsen steigen

Zinswende bei Baukrediten? Trump lässt die Zinsen steigen

Max Geißler
von Max Geißler
17.11.2016
Auf einen Blick

Jahrelang kannten die Bauzinsen nur eine Richtung: steil bergab. Doch damit ist vorerst Schluss. Die Wahl des neuen US-Präsidenten bringt das Zinskarussell in Schwung.

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Seit der US-Wahl haben bereits zahlreiche Banken ihre Baukredite verteuert. Im Schnitt berechnen die Kreditinstitute jetzt zwei Zehntel mehr. Die Commerzbank verlangt zum Beispiel für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung nunmehr 1,36 Prozent Effektivzins, die Deutsche Bank fordert 1,34 Prozent. Minimal günstiger ist die ING-Diba mit 1,33 Prozent. Einen etwas größeren Aufschlag erhebt die Axa Versicherung mit 1,45 Prozent Effektivzins.

Ein Grund für steigende Bauzinsen sind die vielen Unsicherheiten, die mit der Wahl Donald Trumps einhergehen. Ökonomen rechnen mit wachsendem Protektionismus und Handelshemmnissen sowie einem höheren US-Defizit in der Zukunft. Dies dürfte die Zinsen der US-Staatsanleihen nach oben treiben. Außerdem gehen Marktteilnehmer davon aus, dass die US-Notenbank die Leitzinsen alsbald weiter anheben wird.


Vier Tipps, wie Bauherren auf steigende Zinsen reagieren können:

Steigende Zinsen können die Baufinanzierung erheblich verteuern. Klettern die Konditionen zum Beispiel um 0,3 Prozent nach oben, verteuert sich ein zehnjähriges Baudarlehen über 200.000 Euro immerhin um mehr als 5.600 Euro. Wie steuert man gegen?

1. Aktiv werden: Schieben Sie den Immobilienkauf nicht auf die lange Bank. Das kann nicht nur Zinsnachteile bedeuten, sondern bei weiter steigenden Immobilienpreisen auch höhere Kaufkosten. Holen Sie möglichst bald ein Baufinanzierungs-Angebot bei Ihrer Bank ein. Legen Sie Eckdaten wie die Höhe des möglichen Baukredits, die maximale monatliche Kreditbelastung, die Tilgungshöhe und eventuell den konkreten Kreditzins fest.

2. Zinsen vergleichen: Vergleichen Sie die Konditionen Ihrer Bank – insbesondere die Zinsen – mit denen der Konkurrenz. Einen guten Überblick dazu bietet unser Baufinanzierungs Vergleich. Legt Ihre Bank keine überzeugende Offerte vor, holen Sie Vergleichsangebote anderer Banken oder Versicherungen ein. Insbesondere bei langer Zinsbindung machen Versicherer oft gute Angebote.


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3. Bereitstellungszinsen vermeiden: Wird die Baufinanzierung bereits jetzt festgezurrt, das Darlehen aber erst in ein paar Monaten abgerufen, sollten Sie Zusatzkosten vermeiden. Viele Banken berechnen nach Ablauf von zwei oder drei Monaten Bereitstellungszinsen von 0,25 Prozent pro Monat. Für ein Darlehen über 200.000 Euro können dadurch monatlich 500 Euro Strafzinsen anfallen. Dies können Sie vermeiden, indem Sie eine Bank wählen, die langfristig keine Bereitstellungszinsen in Rechnung stellt. So berechnet die ING-Diba erst nach sieben Monaten Strafzinsen, die Degussa Bank nach zehn Monaten und 1822 direkt ab dem zwölften Monat.

4. Tiefzinsen sichern: Steht der Immobilienkauf erst in zwei oder drei Jahren an, sollten Sie sich die aktuellen Tiefzinsen für später sichern. Ein sogenanntes Forwarddarlehen schreibt heutige Zinsen für die Zukunft fest. Viele Banken erlauben eine Aufschubzeit bis zu 36 Monaten, einige sogar bis zu 60 Monate. Behalten Sie aber die Kosten im Auge. Oft sind die ersten Monate kostenfrei, danach fallen je nach Bank 0,010 bis 0,025 Prozent pro Monat bis Kreditstart an.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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