Variable Baufinanzierung So finanzieren Selbstständige eine Immobilie

Variable Baufinanzierung So finanzieren Selbstständige eine Immobilie

Max Geißler
von Max Geißler
03.05.2016
Auf einen Blick

Sie wollen Wohneigentum erwerben, aber Ihre Einkünfte schwanken? Dann sind variable Baufinanzierungen erste Wahl. Die hohe Tilgungsfreiheit minmiert Finanzierungsrisiken.

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Viele Freiberufler und Selbstständige möchten aktuelle Mehreinnahmen in Betongold investieren. Neben klassischen Baufinanzierungen bieten sich für diesen Personenkreis vor allem variable Baudarlehen an. Grund: Variabel verzinste Baukredite besitzen kein starres Tilgungskorsett, sie können jederzeit zusätzlich getilgt werden. „Wer hohe Mittelzuflüsse erwartet und die Schuldenrückführung flexibel an seine Einnahmensituation anpassen möchte, der fährt mit variablen Baudarlehen oft günstig“, erklärt Manfred Hölscher vom Baugeldvermittler Enderlein.

Besonders Unternehmer und freie Berufsgruppen wie Architekten, Ärzte oder Anwälte, die über schwankende Einnahmen verfügen, könnten mit einer variablen Baufinanzierung immense Zinskosten sparen, so der Kreditexperte. Vor allem dann, wenn sie die Zinsersparnis gegenüber einem Festzinsdarlehen für eine höhere Tilgung nutzen.

Bei einer variablen Baufinanzierung stehen Sie als Immobilienbesitzer einmal im Quartal vor der Frage, welche Kreditsumme Sie zurückführen sollen. Gleichzeitig erfahren Sie an diesem Tag, zu welchem Zinssatz Sie die verbleibende Restschuld weiterfinanzieren müssen, falls Sie das Darlehen nicht komplett zurückzahlen. „Während Immobilienkäufer mit Festzinsdarlehen ihre monatliche Kreditrate exakt kennen und eine komplette Schuldentilgung nicht oder nur mit einer hohen Vorfälligkeitsentschädigung möglich ist, besteht für Kreditnehmer mit variablen Darlehen die Chance, die Kreditschuld schlagartig deutlich zu verringern“, erläutert Hölscher. Verzeichnen Sie hohe Einnahmen, lohnt es sich, die Baufinanzierung außerplanmäßig zurückführen.

Variable Baufinanzierung - Kredit spart 0,5 Prozentpunkte Zinsen

Die Konditionen für eine variable Baufinanzierung sind an den dreimonatlichen Geldmarktzins Euribor gekoppelt, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Dieser orientiert sich in der Höhe am europäischen Leitzins, der aktuell bei null Prozent Zinsen liegt.

Durch die anhaltende Schuldenkrise sowie die schwache europäische Konjunktur befindet sich der Euribor wie andere Kreditzinsen auf Mininiveau. Variable Kredite kosten derzeit 1,0 bis 1,5 Prozent Zinsen und sind damit nicht unbedingt günstiger als eine Baufinanzierung mit zehnjähriger Zinsbindung, die gibt es schon für weniger als 1,0 Prozent Effektivzins. Die niedrigen Bauzinsen sollten Sie aber auf jeden Fall zur schnellen Tilgung einsetzen. Denn der Euribor kann jederzeit steigen und aus der flexiblen Baufinanzierung ein teures Unterfangen machen. „Variable Finanzierungen sind vor allem dann sinnvoll, wenn man außerplanmäßige Einnahmen erwartet und diese in die Kreditrückführung investieren will“, so der Baugeldexperte.
Der aktuell sehr niedrige Zins sollte hingegen kein Ausschlagkriterium sein. Wenn Sie eine Verteuerung der Finanzierungskosten ausschließen wollen, dann sollten zu einem Festzinsdarlehen greifen.

Die variable Baufinanzierung eignet sich damit weniger für Familien mit festangestellten Kreditnehmern oder Immobilienkäufer, die entweder mit wenig Eigenkapital finanzieren möchten oder die insgesamt eine geringe Kreditbelastung wünschen. Sie fahren besser mit einem Baukredit mit fester Zinsbindung. Allerdings ist in solchen Fällen die Tilgungsleistung oft sehr gering und die Laufzeit entsprechend lang. Standardfinanzierungen mit 1,0 Prozent Anfangstilgung benötigen derzeit bis zur vollständigen Tilgung mehr als 50 Jahre, sofern keine Sondertilgungen geleistet werden – für die meisten Kreditnehmer eine viel zu lange Zeit. „Besser ist es, den Tilgungssatz von vornherein höher zu wählen und damit die Rückzahlungsgeschwindigkeit zu beschleunigen“, so Hölscher.

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Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
563,33
0,88%
2.
575,00
0,98%
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600,00
1,13%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung60 %
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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