Wohnen im Eigenheim Mietfrei heißt nicht kostenfrei

Wohnen im Eigenheim Mietfrei heißt nicht kostenfrei

Max Geißler
von Max Geißler
17.07.2015
Auf einen Blick

Endlich keine Miete mehr zahlen – das ist für viele ein Hauptargument beim Immobilienerwerb. Doch Eigentümer sollten die laufenden Kosten nicht unterschätzen.

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Mieter, die zu Eigentümern werden, sind sich oft nicht darüber im Klaren, welche Gesamtkosten Immobilienbesitz verursacht. Die laufenden Kreditraten sind nur eine Seite der Medaille. Darüber hinaus fallen Kosten für Steuern, Versicherungsprämien, Müllentsorgung und Abwasser an. Solche Nebenkosten sind in der Finanzkalkulation unbedingt zu berücksichtigen.

Eigenheim verursacht jährlich Grundsteuer

Immobilienbesitzer müssen jedes Jahr Grundsteuer an ihre Stadt oder Gemeinde entrichten. Dazu ermittelt das Finanzamt zunächst den Einheitswert des Objekts. Dieser wird dann mit einem steuerlich festgesetzten Promillesatz, der sogenannten Steuermesszahl, multipliziert - das ergibt den Grundsteuermessbetrag. Die jeweilige Kommune, in der das Eigenheim liegt, multipliziert den Grundsteuermessbetrag dann mit einem prozentualen Vervielfältiger, dem sogenannten Hebesatz. Daraus bestimmt sich die Grundsteuer, die von Ort zu Ort verschieden hoch ausfällt. Grund: Der Hebesatz wird von Städten und Gemeinden selbst festgesetzt. Wer zum Beispiel in Hamburg wohnt, zahlt derzeit einen Hebesatz von 540 Prozent, München berechnet 535 Prozent und Gelsenkirchen hat die Erhöhung auf 695 Prozentpunkte beschlossen. Bei einer Steuermesszahl in den alten Bundesländern von 3,5 Promille errechnen sich folgende Steuerabbgaben: Eine Wohnung mit einem Einheitswert von 50.000 Euro kostet in Hamburg jährlich 945 Euro Grundsteuer, in München 936,25 Euro und in Gelsenkirchen bald 1.216 Euro.

Wasser- und Abfallgebühren

Jede Kommune berechnet Kanal- oder Abwassergebühren. Die Kosten errechnen sich nach Kubikmeter. Mancherorts wird der Beitrag geteilt in Schmutzwasser- und Niederschlagsgebühr. Es kann auch ein Kanalbaubeitrag hinzukommen. Im Durchschnitt kostet der Kubikmeter Abwasser in Deutschland etwa 2,40 Euro, kann aber je nach Wohnort stark variieren. Auch die Kosten für Müllentsorgung sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Manche Städte richten die Höhe der Kosten an der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen aus. Die meisten Städte bemessen ihre Gebühren nach der Tonnengröße und dem Leerungszeitraum. Wöchentliche Leerung kostet mehr als 14-tägige Leerung, und wer seine Tonne selbst auf die Straße stellt und wieder abholt, zahlt mancherorts geringere Gebühren. So kostet die 14-tägige Leerung einer 120-Liter-Restmülltonne in München jährlich etwa 150 Euro, während wöchentliche Leerung 287 Euro kostet.

Nebenkosten für Trinkwasser, Strom und Heizung

Der Frischwasserverbrauch errechnet sich aus einem Kubikmeter-Preis und einer Grundgebühr. Wie bei Abwasser und Müllentsorgung differieren hier die Kosten je nach Wohnort stark. Laut Statistischem Bundesamt zahlt ein Modellhaushalt für 80 Kubikmeter Trinkwasser im Jahr rund 200 Euro. Die Höhe des Strompreises hängt vom Anbieter, dem Verbrauch der Geräte und vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft errechnete für das Jahr 2013 für einen dreiköpfigen Musterhaushalt einen durchschnittlichen Stromverbrauch von rund 73 Euro im Monat. Auch die Heizkosten sind von vielen Faktoren abhängig, etwa der Anzahl der Außenwände, der Raumhöhe, der gewünschten Raumtemperatur im Eigenheim sowie der Bausubstanz. Die monatlichen Kosten können zwischen 100 und 300 Euro differieren. Eigentümer sollten zudem Kosten für Schornsteinfeger und Wartungsarbeiten an der Heizungsanlage einplanen.

Versicherungen und Rücklagen fürs Eigenheim

Auch Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung gehören zu den regelmäßig anfallenden Kosten beim Eigenheim. Pauschale Aussagen über deren Höhe sind schwierig. Die Kosten richten sich nach Objektart, Standort, Versicherungsanbieter und Versicherungspaket. Eigentümer müssen aber mit mehreren Hundert Euro im Jahr rechnen. Weil bei jeder Immobilie früher oder später Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten anfallen, sollten Eigentümer dafür monatlich einen gewissen Betrag zurücklegen. Als Faustregel gilt: Ein Prozent des Hauswertes. Wer eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzt, der zahlt an Rücklagen das, was die Eigentümerversammlung per Mehrheitsbeschluss festlegt. Bei einer Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus fallen zudem Kosten für die Hausverwaltung an. Fazit: Eigentümer sollten vor dem Kauf so viel Informationen wie möglich über die zu erwartende Höhe der Nebenkosten einzuholen.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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