Wohnriester Förderung bringt 1.200 Euro Rentenplus

Max Geißler
von Max Geißler
17.06.2015
Auf einen Blick

Viele Bundesbürger stehen Wohn-Riester skeptisch gegenüber. Ein fragwürdiges Vorurteil, denn der geförderte Eigenheimerwerb bringt finanzielle Vorteile im Alter.

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Die eigenen vier Wände erfreuen sich als Altersvorsorge großer Beliebtheit. Wohneigentum zählt nicht nur zu den wertstabilsten Geldanlagen, die schuldenfreie Immobilie beschert zudem im Alter hohe Finanzvorteile. Den Erwerb von Wohneigentum unterstützt der Staat im Rahmen der Riester-Förderung, mit Geldzuschüssen und Steuervorteilen. Immer mehr Bundesbürger nehmen diese Hilfe in Anspruch. Der Zuwachs an Wohn-Riester-Verträgen beschert vor allem den Bausparkassen großen Absatz. Laut Landesbausparkasse (LBS) existieren in Deutschland inzwischen 1,4 Millionen Wohn-Riester-Verträge. „Fünf  Jahre nach Einführung des Eigenheimrentengesetzes ist damit diese Form der geförderten Altersvorsorge voll etabliert“, so die Zwischenbilanz von LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm.

Der hohe Nutzen der Riester-Förderung wird durch Analysen von Verbraucherschützern bestätigt. So hat die Zeitschrift „Finanztest“ mehrfach die erheblichen Entlastungseffekte für Wohneigentümer vorgerechnet. Danach würden Familien mit mittlerem Einkommen dank Wohn-Riester mehr als 100 Prozent ihrer eigenen Sparleistung als Zuschuss erhalten können – und das zum Teil über Jahrzehnte. Familien mit einem Kind könnten trotz nachgelagerter Besteuerung auf finanzielle Vorteile in der Größenordnung von 50.000 Euro kommen. „Solche Eigentümer sind fünf Jahre schneller schuldenfrei als mit einer konventionellen Finanzierung“ – so Hamm.

Wohn-Riester bringt hohes Rentenplus

Wie hoch der eigene Vorteil konkret ausfallen kann, zeigt ein speziell entwickelter Eigenheim-Renten-Rechner der Landesbausparkassen. Der Rechner kalkuliert anhand individueller Daten der Internet-Nutzer in wenigen Schritten, wie viel mehr an Rente im Alter mit dem eigenen Heim zur Verfügung steht, weil man mietfrei wohnt, und auf welchen Betrag sich die Wohn-Riester-Förderung summiert. Eine Auswertung aus über 30.000 Berechnungen ergab, dass Erwerber mit Wohn-Riester eine durchschnittliche Netto-Entlastung von rund 1.200 Euro pro Monat erwarten dürfen. „Netto heißt: die nachgelagerte Steuer für den Wohn-Riester-Vertrag und die regelmäßigen Instandhaltungskosten sind schon abgezogen“, erläutert der LBS-Chef. Konkret ergab sich, dass Wohn-Riester-Käufer im Rentenalter durchschnittlich 1.481 Euro als monatlichen Geldvorteil erwarten können. Demgegenüber steht eine nachgelagerte Besteuerung von durchschnittlich 79 Euro pro Monat. Berücksichtigt man für laufende Reparaturen und Instandhaltung weitere 200 Euro monatlich, verbleibt unterm Strich ein Nettovorteil von etwa 1.200 Euro.

Die Riester-Förderung ist für Kaufinteressenten eine wichtige Hilfe. Die Auswertung der LBS-Daten – darunter knapp 45 Prozent Singles – zeigt, dass sich die durchschnittliche Förderung bei Wohn-Riester während der Spar- und Darlehensphase auf insgesamt 34.000 Euro summiert. „Die Fördergelder senken die Finanzierungsbelastung oder verkürzen die Darlehenslaufzeit“ betont Hamm. Außerdem habe der Eigentumserwerb mit Wohn-Riester eine hohe Multiplikator-Wirkung. Wer Wohneigentum anstrebt, der spare in aller Regel mehr als nur die Mindest-Beträge, die im Rahmen der Riester-Förderung nötig sind. „Studien belegen, dass Wohneigentümer bei gleicher Einkommenssituation einerseits über das Immobilienvermögen verfügen und außerdem noch über mehr Geldvermögen als vergleichbare Mieterhaushalte“, so Hamm.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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