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22.12.2014 11:40

Bausparen Kaum Vorteile gegenüber Annuitätendarlehen

von Max Geißler Autor
Bausparen ist über 100 Jahre alt. Das Zinstief macht der beliebten Immobilienfinanzierung jedoch mehr und mehr zu schaffen. Lohnt sich der Bausparvertrag noch?
Bausparen Kaum Vorteile gegenüber Annuitätendarlehen
Für Häuslebauer ist ein Annuitätendarlehen eine Alternative zum Bausparen
Bausparen funktioniert seit langem gleich: Über den Vertrag wird ein Sparguthaben aufgebaut, das anschließend mittels Bauspardarlehen ergänzt wird. Bausparen kombiniert also zwei Vorgänge: „Sparen“ und „Kreditaufnahme“. Bauherren und Immobilienkäufer nutzen den Vertrag vorrangig als Zweitdarlehen, weil sich Bausparkassen mit dem zweiten Rang im Grundbuch zufrieden geben.

Bausparen in der Kostenfalle

Die Vorteile des Bausparens laufen jedoch seit einiger Zeit ins Leere. Zum einen liegen die Guthabenzinsen bei den besten Tarifen nur noch knapp über einem Prozent – für das Ansparen des Grundkapitals viel zu wenig. Bei mehrjährigen Sparzeiten bietet Festgeld oder ein gut verzinster Sparbrief deutlich mehr. Für fünfjähriges Festgeld zahlen beispielsweise Credit Agricole, VTB Bank und die Denizbank je 2,10 Prozent Zinsen. Zum anderen können die niedrigen Guthabenzinsen in eine Kostenfalle führen. Die Abschlussgebühr, die sich an der Bausparsumme ausrichtet, kann nämlich höher sein als der Zinsgewinn. Konto- und Zustellungsgebühren kommen oft noch hinzu. „Nicht selten wird dadurch Kapitalvernichtung betrieben“, kritisiert Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baugeldvermittlers Baufi24.de. Da viele Bausparer vorrangig auf geringe Darlehenszinsen achten, seien nicht wenige bereits in diese Falle getappt.

Bausparen bietet kaum noch Zinsvorteil

Guthabenzinsen, geringe Darlehenszinsen und flexible Tilgung – das sind die markantesten Eigenschaften von Bausparverträgen. Doch auch klassische Baudarlehen sind in den letzten Jahren innovativer und vor allem preiswerter geworden. „Inzwischen ist das allgemeine Zinsniveau so tief gesunken, dass der Zinsunterschied zum Bausparen kaum noch erkennbar ist“, berichtet Scharfenorth. Bei zehnjähriger Rückzahldauer berechnen Bausparkassen aktuell Darlehenszinsen zwischen ein und zwei Prozent, manchmal sogar mehr. Preiswerte Baugeldanbieter können da mühelos mithalten. So kosten zehnjährige Baudarlehen über 100.000 Euro bei der Santander Bank nur 1,5 Prozent Zinsen, 1822 direkt berechnet 1,58 Prozent und die ING-Diba 1,7 Prozent. Regionale Anbieter wie die Volksbank Rhein-Lippe liegen bei 1,54 Prozent, die Nationalbank bei 1,61 Prozent und die Volksbank Rhein-Ruhr bei 1,66 Prozent.

Baudarlehen immer flexibler

Auch die Flexibilität von Annuitätendarlehen ist deutlich gewachsen. Einer der Gründe: Die Lebensversicherer haben den Markt für sich entdeckt und bieten neue Kreditvarianten an. So gibt es Baudarlehen mit sehr langer Zinsbindung, hoher Sondertilgungsmöglichkeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung und flexibler Tilgung. Der einzige nennenswerte Vorteil bleibt, dass das Bauspardarlehen weiterhin im zweiten Rang stehen kann. Damit kann eine Finanzierung bestehend aus Bausparer und Baudarlehen weiterhin sinnvoll sein. Bedenken sollte man allerdings die schnelle Tilgung, denn Bauspardarlehen müssen häufig binnen weniger Jahre zurückgeführt werden. Die finanzielle Belastung kann dadurch sehr hoch sein.


Scharfenorth rät von Bausparverträgen ab, die eine sofortige Finanzierung des Vorhabens ermöglichen. Zum einen sei die Guthabenverzinsung sehr gering, zum anderen müsse die Sparphase mit einem herkömmlichen Baudarlehen überbrückt werden. „Solche Konstruktionen werden häufig als Konstantdarlehen verkauft und sind aufgrund hoher Intransparenz und der relativ teuren Vorfinanzierung meist kein gutes Geschäft.“ Klassische Baudarlehen sind in der Regel preiswerter. Nur wenn ein bestehender Bausparvertrag in die Finanzierung mit einem klassischen Baudarlehen eingebunden werden kann, sei dies vorteilhaft.

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Leserkommentare
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04.02.2014 - von betroffen
Zinsmanipulation
„Inzwischen ist das allgemeine Zinsniveau so tief gesunken..." Dass es der Bausparkassen, der Lebensversicherungen, der privaten Rentenversicherungen und auch der Riester- und Rürup- Altersvorsorge Tod bedeuten kann. Warum? Weil wegen der weltweiten Finanzkrise, der Euro-Gruppen Staatsschulen, des Euro ansich... die Geldmarktzinsen seit einigen Jahren manipuliert werden. Das ist kein normales Marktniveau sonst würden die o.g. Institute keine Probleme haben.
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