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08.05.2015 14:37

Immobilie kaufen Von wegen lohnt sich nicht...

von Max Geißler Autor
Zu teuer, zu hohe Verschuldung - über die Hälfte der Immobilienbesitzer würde derzeit keine Immobilie kaufen. Doch das ist zu kurz gedacht.
Immobilie kaufen Von wegen lohnt sich nicht...
Wie bitte, eine Immobilie lohnt nicht?
Niedrige Kreditzinsen und steigende Mietpreise lassen Immobilien als sichere Geldanlage erscheinen. Doch nicht alle Eigentümer in Deutschland schätzen die Marktlage positiv ein. Einer Befragung des Immobilienportals Immonet zufolge geben 66 Prozent an, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt keine Immobilie kaufen würden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Knapp 40 Prozent sind sich einig, dass Immobilien zu teuer sind, 35 Prozent haben Angst vor hoher Verschuldung. 16 Prozent schrecken hohe Renovierungs- und Modernisierungskosten ab, zwölf Prozent erwarten nur mangelnde Wertsteigerungsaussichten in den kommenden Jahren.

Vermietete Immobilie lohnt

Betrachtet man die bundesweite Preisentwicklung, zeigt sich, dass Immobilien zur Kapitalanlage durchaus Sinn machen. Vor allem in Städten steigen die Mieten seit Jahren rasant an, der aktuell starke Zuzug von Migranten aus aller Welt dürfte diesen Trend eher verstärken. So schnellten beispielsweise die Mieten in Berlin binnen fünf Jahren um über 50 Prozent nach oben, in Wolfsburg um über 40 Prozent und in Ingolstadt, Kassel und München um rund 30 Prozent. Wer also vor wenigen Jahren eine Immobilie zur Kapitalanlage gekauft hat, wird in vielen Fällen von Mietsteigerungen profitieren. Potentielle Immobilienkäufer sollten allerdings genau nachrechnen. Nur wenn sich die Rendite der Immobilie nach Abzug aller Kosten, Investitionen und Rücklagen rechnet, lohnt die Kapitalanlage.

Als Faustformel gilt: Die jährlich Kaltmiete mal 100 geteilt durch den Kaufpreis. Beträgt das Ergebnis mindestens vier Prozent, ist der Kauf sinnvoll.

Selbstgenutzte Immobilie mit Wertsteigerungspotential

Doch nicht nur vermietete Immobilien lohnen als Geldanlage. Auch die Immobilie zur Eigennutzung punktet mit konstanter Wertsteigerung. In fast allen Regionen Deutschlands haben Immobilien in den letzten Jahren stark an Wert zugelegt, das gilt vor allem für Großstädte. Beispiel München: In der bayerischen Metropole verdoppelten sich seit 2011 die Preise für kleine Wohnungen mit ca. 30 Quadratmetern Grundfläche, große Eigentumswohnungen um die 100 Quadratmeter legten um etwa zwei Drittel zu.

Das gleiche Bild bei Häusern: Die Preise stiegen durchschnittlich um rund zwei Drittel in den vergangenen vier Jahren. In Köln sprangen die Preise für Eigentumswohnungen im Jahr 2013 um 20 bis 25 Prozent nach oben, Reihenhäuser und kleinere Einfamilienhäuser verteuern sich seit 2012 ebenfalls sprunghaft. Auch abseits der Metropolen verzeichnen Eigentümer Wertsteigerungen. So schießen zum Beispiel in Flensburg die Preise für mittlere Einfamilienhäuser förmlich durch die Decke. Allein im Jahr 2013 kletterten die Quadratmeterpreise von gut 1.300 Euro auf rund 2.000 Euro.
Unser Tipp: Einen guten Überblick über die Preisentwicklung von Immobilien bietet das Portal wohnungsboerse.net. Dort sehen Sie auch, wo welche Immobilien im Preis gerade nachgeben, so dass sich vielleicht eine günstige Kaufgelegenheit ergibt.
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Baufinanzierung langfristig festschreiben

Liebäugeln Sie mit einer eigenen Immobilie, sollten Sie die günstigen Konditionen nutzen und die Baufinanzierung langfristig festschreiben. Zwanzigjährige Baudarlehen sind derzeit bereits ab 1,6 Prozent Zinsen zu haben, zum Beispiel bei Allianz, 1822 direkt und Huk Coburg. Vor vier Jahren kosteten solche Darlehen noch gut vier Prozent Zinsen. Gegenüber damals spart die Baufinanzierung heute bei einem Darlehen über 250.000 Euro rund 500 Euro im Monat.

Auch regionale Banken ermöglichen eine preiswerte Baufinanzierung: National Bank (Rhein-Ruhr) und Volksbank Rhein-Lippe vergeben langlaufende Baudarlehen ab 1,6 Prozent, die Sparda Bank München ab 1,7 Prozent und die Frankenberger Bank ab 1,8 Prozent.
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