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11.02.2016 10:54

Immobilien-Schenkung 2016 Die geheimen Tricks der Steuerprofis

von Fritz Himmel Autor
Die Schenkung eines selbstbewohnten Eigenheims an Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner ist immer steuerfrei. Dabei ergeben sich ungeahnte Optionen.
Immobilien-Schenkung 2012 Die geheimen Tricks der Steuerprofis Finanzportal Biallo.de
Eine Schenkung des selbstbewohnten Familienheims unter Eheleuten oder eingetragenen Lebenspartnern ist grundsätzlich steuerfrei
Neben den normalen Freibeträgen gibt es bei Schenkungen eine Reihe von weiteren interessanten aber kaum bekannten Steuerbefreiungen. Vor allem im Rahmen von Immobilien-Übertragungen zeigen sich lukrative völlig legale Gestaltungsmöglichkeiten.

So ist beispielsweise die Schenkung des selbstbewohnten Familienheims unter Eheleuten oder eingetragenen Lebenspartnern grundsätzlich steuerfrei – und das unabhängig vom Wert sowie der Größe der Immobilie. Also selbst, wenn es sich um ein teures Millionärsdomizil handelt. „Diese Steuerbefreiung besteht zusätzlich zu dem persönlichen Freibetrag“, sagt Agnes Fischl, Fachanwältin für Erbrecht und Steuerberaterin von der Kanzlei Convocat aus München. Dies gilt übrigens auch dann für Sie, wenn Ihr Grundstück in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) beziehungsweise des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) liegt. Das Haus oder die Wohnung muss lediglich den Mittelpunkt des familiären Lebens zu eigenen Wohnzwecken darstellen.

Ein wichtiger Aspekt dabei: Wie vom Bundesfinanzhof entschieden, kommt es dabei nur auf den Zeitpunkt der Zuwendung des Familienheims an. Keinerlei Rolle spielt dabei, wann Sie die betreffende Immobilie angeschafft haben! So ist nicht von Belang, dass beispielsweise die Immobilie bereits zu einem Zeitpunkt erworben wurde, zu dem die Ehe noch gar nicht bestand. Ebenso unerheblich ist, seit wann die Immobilie als Familienheim der Eheleute dient (Bundesfinanzhof, Az. II R 37/09).

Schenkungen unbegrenzt möglich

Auch die zehnjährige Wohnpflicht, wie beim Vererben eines selbstgenutzten Eigenheims, gibt es hier nicht. Dies bedeutet, dass von den Finanzbehörden keine Prüfung der Angemessenheit im Falle der Schenkung vorgenommen wird. Der beschenkte Partner kann das Familienheim bei Bedarf jederzeit veräußern und sich damit wirtschaftlich so stellen, als sei ihm Bargeld in jeglicher Höhe erbschaftsteuerfrei geschenkt worden. Dabei ist es völlig unerheblich, ob das Familienheim zu einem späteren Zeitpunkt verkauft wird oder eine Nutzungsänderung stattfindet.

Weder im Hinblick auf den späteren Verkauf des Familienheims durch den Beschenkten noch hinsichtlich einer erneuten Schenkung eines Familienheims bestehen irgendwelche gesetzlichen Sperrfristen. „So ist es durchaus möglich, durch wiederholte schenkweise Übertragung von Familienheimen von einem Ehepartner auf den anderen – auch im Wert von mehreren Millionen – ganz legal Vermögen frei zu stellen“, sagt Anwältin Fischl. Eine gewisse steuerliche Schamfrist sollten Sie dabei jedoch schon einhalten.
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Weiteres Strategie-Modell: Schenken über „Umwege“

Manchmal ist eine Schenkung über einen „Umweg“ vorteilhafter als eine Direktschenkung, wenn sich dadurch die Freibeträge steuerlich besser nutzen lassen.

Beispiel: Vater A möchte gerne seinem Sohn die derzeit eigengenutzte Villa überschreiben. Diese hat aktuell einen Verkehrs- und Steuerwert von 1,5 Millionen Euro. Abzüglich des Freibetrags von 400.000 Euro müsste der Sohn demnach noch 1,1 Millionen Euro zu einem Steuersatz von 19 Prozent versteuern. 209.000 Euro fließen somit an den Fiskus.

Strategie: A überträgt die Hälfte der Immobilie steuerfrei an seine Ehefrau. Anschließend schenken beide Elternteile zu gleichen Teilen die Villa an den Sohn.

Im Vergleich sehen die Rechnungen so aus: Der strategische „Umweg“ erspart der Familie mit 104.000 Euro fast die Hälfte der ursprünglichen Schenkungsteuer.

  Direktschenkung   Schenkung über Umweg
 Übergabe Vater ans Kind  1.500.000  Übergabe pro Elternteil ans Kind  750.000
 abzgl. Freibetrag  – 400.000  abzgl. Freibetrag  – 400.000
 Steuerpflichtiger Erwerb   1.100.000  Steuerpflichtiger Erwerb  350.000
Steuer darauf (19%) 209.000  Steuer darauf (15%) 52.000
Steuer x 2, da von beiden Elternteilen 105.000
Ersparnis gegenüber einer Direktschenkung 104.000
Gesamten Vergleich anzeigenBaugeld Betrag: 200.000 €, Laufzeit: 10 Jahre
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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
27.12.2014 - von Till Wollheim
Es geht schlicht nach dem Gesetz!
Also eine Kettenschenkung zwecks Steuergestaltung ist nicht zulässig. Daher wohl die "Schamfrist"? Anders sieht es aber aus wenn im Beispiel die Frau dann stirbt - das kann ja schlecht geplant sein oder daß ein sonstiges äußeres Ereignis eintritt, was die erneute Schenkung zwangsläufig macht oder als nicht durch steuerliche Überlegungen motiviert möglich erscheinen lässt - in diesen Fällen ist keine Frist angebracht! Gruß Till
14.08.2014 - von Redaktion biallo.de
@Yanosh
Eine offizielle Sperrfrist gibt es zwar nicht, solche Kettenschenkungen aus reinen Steuerspargründen werden jedoch vom Fiskus durchaus kritisch beäugt. Nach Ansicht der Experten sollte man daher eine gewisse steuerliche „Schamfrist“ einhalten, also nicht direkt im Anschluss der ersten Übertragung sofort weiterschenken an den Sohn.
11.08.2014 - von Yanosh
Sperrfrist
Sehr geehrter Herr Himmel, müsste hier für die Variante „Schenkung über Umweg“ eine Sperrfrist zwischen der Schenkung an die Ehefrau und der Weiterschenkung an den Sohn eingehalten werden?
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