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07.01.2015 14:01

Hohe Zinsen So retten Sie Ihren alten Bausparvertrag

von Fritz Himmel Autor und Max Geißler Autor
Immer mehr Bausparkassen versuchen ihre Kunden aus lukrativen Bausparverträgen mit bis zu sechs Prozent Rendite raus zu manövrieren. Lässt sich das verhindern?
Hohe Zinsen So retten Sie Ihren alten Bausparvertrag Verbraucherportal Biallo.de
Auf einen hoch verzinsten Bausparvertrag können viele Sparer nun nicht mehr bauen
Zinsparadies Bausparvertrag! Ja und nein. Wer vor Jahren in Zeiten hoher Zinsen einen Bausparvertrag abgeschlossen hatte, kann heute damit zwischen vier und fünf Prozent Zinsen kassieren, mit Zulagen sind sogar sechs Prozent möglich. Doch die Freude der Kunden ist zugleich das Dilemma der Bausparkassen: Sie müssen die hohen Zinsen für die Guthaben aus alten Verträgen aufbringen, können diese aber in der jetzigen Niedrigzinsphase nicht durch hohe Darlehenszinsen ausgleichen. Sie versuchen deshalb mit aller Macht ihre teuren Altkunden loszuwerden. Im letzten Sommer kündigte daher die Bausparkasse Wüstenrot insgesamt rund 15.000 Altverträge. Auch die BHW, Schwäbisch Hall und die Landesbausparkassen gehen den gleichen Weg, wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bestätigt.

Welche Kündigungsmethoden sind beim Bausparvertrag legitim?

Was dabei für die Kunden schmerzlich ist: Bei vielen Altverträgen suchen sich die Bausparkassen durchaus legitime Begründungen. Das trifft beispielsweise zu, wenn die vereinbarte Sparsumme erreicht ist. „Kündigt eine Bausparkasse einen voll besparten Vertrag, können Kunden sich kaum wehren“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Die Bausparkassen kündigen die Verträge so, dass man die Kündigung in der Regel nicht angreifen kann." Voll besparte oder übersparte Verträge dürfen die Anbieter mit einer Frist von drei Monaten kündigen.

Bausparvertrag - Wie kann man solche Kündigungen vermeiden?

Um dem Kündigungsschicksal zu entgehen, sollten Bausparer mit gut verzinsten Altverträgen vor dem Erreichen der vertraglich vereinbarten Bausparsumme (bei etwa 85 Prozent) die Einzahlungen stoppen. Am besten wäre es dann, den Vertrag beitragsfrei zu stellen und so auf Dauer weiter von den Spitzenzinsen zu profitieren. Hier sollte jeder prüfen, ob das laut Vertrag zulässig ist, empfiehlt Finanzexpertin Oelmann.

Tipp: Kalkulieren Sie bei diesem Vorgehen auch die Zinsen mit ein, die Sie regelmäßig auf den Bausparvertrag erhalten! Andernfalls könnte sich das Guthaben dadurch irgendwann über die vereinbarte Bausparsumme schleichen. Prüfen Sie die Kontoauszüge.

Ein weiterer Trick der Bausparkassen ist es, die Treueprämien und Bonuszahlungen bereits auf die Sparsumme anzurechnen, bevor die vereinbarte Bausparsumme erreicht ist. Ziel der Anbieter ist dabei, dass dadurch die Bausparsumme wesentlich schneller erreicht wird und sie früher kündigen können. Niels Nauhauser rät hier, sich gegen dieses Vorgehen zu wehren. Die Erfolgsaussichten hängen dabei vom Wortlaut der Bedingungen im Einzelfall ab. Hier gilt es nachzulesen: Kann beispielsweise der Bausparkunde aus dem Vertrag ein Recht auf ein Bauspardarlehen ableiten, darf die Bausparkasse nach Ansicht des Verbraucherschützers nicht kündigen. "Die Aachener Bausparkasse hat dieses Vorgehen nach unserem Einspruch eingestellt“, sagt Nauhauser.

Bausparvertrag - Vertragswechselangebote besser vermeiden

Auch auf diesen Trick sollten Bausparer nicht hereinfallen: Mit allerlei kosmetischen Argumenten legen Bausparkassen ihren Kunden einen Tarifwechsel nahe. Gelockt wird meist beim neuen Vertrag mit einem niedrigeren Darlehenszins. Der Fallstrick: Stattdessen wird der Zinsbonus gestrichen, was die Sparrendite dauerhaft deutlich schmälert.


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Leserkommentare
18.01.2016 - von betroffen
Es wird immer doller
Zur Stellungnahme von "SCHNÄPPCHENJÄGER" hatte ich vergessen zu entgegnen, dass der Tipp im Artikel, den Vertrag beitragsfrei zu stellen, dann ja noch gefährlicher wäre. Wenn die Ansparsumme erreicht ist, kann man denke ich, meinen Tipp beherzigen. Aktuell: Letzte Woche meldete die FAZ, dass es neue Methoden gibt, welche die langjährigen Kunden vergraulen sollen. Ein Institut verlangt jetzt Bereitstellungszinsen bei zuteilungsreifen Verträgen - auch wenn kein Darlehen beantragt wurde! Meine Bausparkasse, in der Eifel ansässig, führt nun Kontoführungsgebühren ein und hat das scheinbar von der BaFin genehmigen lassen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
07.01.2015 - von Schnäppchenjäger
Der Tipp von "Betroffen", den monatl Sparbeitrag auf einen Euro zu senken ist gefährlich, denn viele Verträge sehen einen Regelsparbeitrag vor, z.B. 4 Promille der Bausparsumme pro Monat. Man muss übers Jahr gesehen also mind. diesen Regelsparbeitrag leisten, auch sonst kann durch die Bausparkasse gekündigt werden. Es ist daher unerlässlich die genauen Bedingungen seines alten, gut verzinsten Bausparvertrages nachzulesen. Verständnis für die Bausparkasse? JA , Mitleid? NEIN! Hier ist endlich mal der Kunde auf der Sonnenseite!!!
07.01.2015 - von betroffen
Tipps bei Kündigung des Bausparvertrags
Zitat: "Das trifft beispielsweise zu, wenn die vereinbarte Sparsumme erreicht ist." Der Begriff "vereinbarte Sparsumme" ist hier irreführend. Es muss heißen: "Bausparsumme"! Denn die vereinbarte Sparsummen auch Ansparsumme genannt, sind die meist 40 oder 50% der "Bausparsumme"... Vorsicht beim Beitragsfreistellen, das gibt nicht jeder Vertrag her. Man sollte besser den Beitrag stark reduzieren - etwa auf 1,- € /Mon. Die Aachener versucht zum Beispiel nicht voll besparte Verträge, die jedoch seit über 10 Jahren zuteilungsreif sind zu kündigen. Dagegen sollte man Einspruch einreichen und den Ombudsmann verständigen. Trotzdem sollte man auch Verständnis für die Bausparkassen haben, denn deren Existenz ist bedroht - wenn Draaghi und die EZB weiterhin unsere Geldmarktzinsen manipulieren !
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