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10.06.2015 10:46

Zinskommentar Zinsen: Schwankende Normalität

von Peter Lindemann Autor
Gespielt oder echt? Provokant gelassen kommentiert Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), die starken Kurs- und Renditeschwankungen der vergangenen Wochen an den europäischen Aktien- und Anleihemärkten: Get used to periods of higher volatility – gewöhnt euch an starke Marktschwankungen, die EZB bleibt cool und greift nicht ein!
Zinskommentar Zinsen: Schwankende Normalität
Peter Lindemann, biallo.de
In der Tat sind die Ausschläge gewaltig – und lassen sichere Staatsanleihen höchster Bonität zu Zockerpapieren mutieren. In der ersten Juni-Woche brachen die Kurse zehnjähriger Bundesanleihen ein, innerhalb von vier Handelstagen verdoppelte sich nahezu die Rendite auf über 0,9 Prozent. Zur Erinnerung: Anfang März markierten die zehnjährigen „Bunds“, die eine wichtige Orientierungshilfe für die Zinsentwicklung am Hypothekenmarkt darstellen, mit 0.07 Prozent ein historisches Renditetief. Seither haben sich die Risikoaufschläge verdreizehnfacht!

Schon die kleinsten Anlässe genügen, um kräftige Kursbewegungen in Gang zu setzen. So fiel etwa der Anstieg der Inflation in der Eurozone mit 0,3 Prozent im Mai unerwartet „hoch“ aus. Und für deutsche Verbraucher wurde das Leben hierzulande bereits den vierten Monat in Folge teurer. Die jährliche Inflationsrate kletterte im Mai nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes auf 0,7 Prozent. Gegenüber dem Vormonat betrug das Plus voraussichtlich 0,1 Prozent.

Reaktion an den Rentenmärkten fiel scharf aus

Die Rendite deutscher Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit legte an einem Tag um 0,2 Prozentpunkte zu. Die Mechanik: Die Anleger fürchten bei einer nachhaltigen Verbesserung der konjunkturellen Lage in Europa einen Kurswechsel der EZB.

Plausibel ist diese Sorge nicht. Auch wenn der von der EZB gewünschte Preisanstieg im gemeinsamen Währungsraum nun einsetzt, gibt es keinen Grund für die Zentralbanker, ihren geldpolitische Kurs zu ändern. Die mittelfristigen Inflationserwartungen liegen weiterhin deutlich unterhalb der Zielmarke von knapp zwei Prozent. Erst dann sehen die Währungshüter die Preisstabilität als Basis für robustes Wirtschaftswachstum gewährleistet.

Draghi: Niedrigzinsstrategie bleibt

Im Anschluss an die jüngste Sitzung des EZB-Rats zur künftigen Geldpolitik hat Zentralbank-Chef Draghi noch einmal bekräftigt, an der aktuellen Niedrigzinsstrategie festzuhalten. Seit März kauft die EZB monatlich Staatsanleihen, Pfandbriefe und verbriefte Kredite in Höhe von 60 Milliarden Euro, um die lahmende Euro-Konjunktur zu stützen und Krisenstaaten, Unternehmen und Verbrauchern möglichst günstige Finanzierungsbedingungen zu verschaffen.

Das Ankaufprogramm soll planmäßig bis September 2016 laufen. Bis dahin werden die Währungshüter Wertpapiere im Volumen von insgesamt 1,14 Billionen Euro in die eigene Bilanz nehmen. Ein vorzeitiges Ende des Programms ist für die EZB nach eigener Aussage keine Option.

Kommunikation  in unruhigen Zeiten besonders wichtig

Draghi weiß um die Bedeutung dieser „Forward Guidance“ und die Macht des Wortes. Und die Anleger wissen seit Anfang Juni, dass ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone nur noch ein theoretisches Szenario ist. Erstens wird kein Regierungschef aus den übrigen Mitgliedsstaaten den ersten Stein in Richtung Griechenland werfen. Und zweitens hat sich die EZB klar für den Verbleib der hoch verschuldeten und faktisch bankrotten Griechen ausgesprochen.

Wer EZB-Präsident Draghi genau zugehört hat, weiß: Auch in den kommenden Monaten bleibt die Europäische Zentralbank Garant für niedrige Kapitalmarktzinsen in Europa – und insbesondere in Deutschland. Denn wir müssen uns laut Draghi an eine höhere Marktvolatilität gewöhnen, weil Anleihen oder Aktien im Umfeld sehr niedriger Zinsen genau dazu neigen. Es ist deshalb zwar nicht ausgeschlossen, dass die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen aus Deutschland vorübergehend weiter steigt. Genauso gut aber könnte sie bei einer Normalisierung der Lage aber auch wieder in Richtung 0,5 Prozent abbröckeln.

Immobilienkredite nur unwesentlich teurer

Das bedeutet Entwarnung für künftige Immobilienbesitzer oder solche, die demnächst eine Anschlussfinanzierung benötigen: Der Preisanstieg bei Immobilienkrediten bleibt begrenzt. Die Zinsen am Hypothekenmarkt haben sich in den vergangenen Wochen zwar nach oben entwickelt. Billig sind die Darlehen aber nach wie vor. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Für den sorgfältigen Vergleich der Konditionen am Markt bleibt ausreichend Zeit.

Zinstrend:
sehr kurzfristig: (1-4 Wochen): schwankend
kurzfristig (1-3 Monate): schwankend
mittelfristig (4-12 Monate): leicht steigend
langfristig: moderat steigend

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