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10.08.2015 16:19

Zinskommentar Kleine Preise, kleine Zinsen

von Peter Lindemann Autor
Inflation weit und breit nicht in Sicht: Das dürfte das wesentliche Argument sein, warum sich die Notenbanken weltweit so schwer damit tun, in den eigentlich fälligen Zinserhöhungszyklus einzuscheren.
Zinskommentar Kleine Preise, kleine Zinsen
Peter Lindemann, biallo.de
Zuletzt war es am vergangenen Donnerstag die Bank of England (BoE), die verkündete, erst mal alles beim Alten zu lassen – und damit den Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. Die Entscheidung fiel mit acht zu einer Stimme. Die Inflationsrate bewegt sich vor allem wegen der günstigen Ölpreise an der Nulllinie – obwohl Großbritanniens Wirtschaft brummt. Allerdings beginnen die lange Zeit schwach gestiegenen Löhne und Gehälter wieder anzuziehen. Das dürfte sich früher oder später auch in der allgemeinen Inflationsrate widerspiegeln.

Dann könnte auch die Zinswende kommen: Laut BoE-Chef Mark Carney dürfte eine Entscheidung zum Jahresende „konkretere Züge“ annehmen. Dass nun verstärkt über eine geldpolitische Wende diskutiert werde, sei ein positives Zeichen dafür, dass die Wirtschaft zur Normalität zurückkehre. Etwas früher dran dürfte die US-Notenbank sein: Noch immer gilt ein erster kleiner Zinsschritt im September als wahrscheinlich – Fed-Chefin Janet Yellen hat gute Gründe dafür: Erstens kann sie auf die positive Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft verweisen, die im zweiten Quartal um 2,3 Prozent gewachsen ist – trotz des erstarkten US-Dollars. Zweitens entwickelt sich auch der Arbeitsmarkt trotz kleinerer Dämpfer in die richtige Richtung. Und drittens würde es die Glaubwürdigkeit der Fed in Frage stellen, wenn sie nach so langem Ankündigungsvorlauf jetzt tatenlos bliebe.

Sorge vor höheren Zinsen

Nicht alle dürften über die Entwicklung glücklich sein: So haben die US-Konzerne ihren Schuldenberg in den letzten Jahren auf insgesamt vier Billionen (!) Dollar ausgeweitet – ein um 0,25 Prozentpunkte höherer Zins bedeutet hier pro Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von zehn Milliarden Dollar. Mit Sorge schauen auch viele Schwellenländer auf die Fed: Seit Monaten sind viele Milliarden aus den Kapitalmärkten von Lateinamerika bis Fernost abgezogen worden, die Wechselkurse befinden sich auf Talfahrt. Darum mehren sich die Stimmen, die auf eine nur recht moderate Zinserhöhungsdynamik hoffen.

Höhere Zinsen in den USA dürften den Euro weiter unter Druck setzen – ein Effekt, der von der EZB-Führung um Präsident Mario Draghi durchaus erwünscht ist. Der niedrigere Euro begünstigt Europas Exporte. An höhere Zinsen ist im Euroraum deshalb erst zu denken, wenn auch die schwächeren Staaten einen nachhaltigen Aufschwung hinbekommen. „Der wesentliche Treiber für die niedrigen Zinsen ist die konjunkturelle Schwäche im Euroraum“, sagt Jens Boysen-Hogrefe, stellvertretender Leiter des Prognosezentrums am Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel.

Krisengewinnler in Deutschland

Auch wenn die deutsche Wirtschaft so solide dasteht, dass sie eine Zinserhöhung verkraften könnte, und viele Anleger sich wünschen, wieder ordentliche Zinsen auf Spargelder und Lebensversicherungen zu bekommen: Von den niedrigen Zinsen und der Flucht in Anleihen mit hoher Bonität profitieren nicht nur private Kreditnehmer, sondern auch der Staat. Als Folge der Eurokrise kaufen Investoren bevorzugt deutsche Staatsanleihen. Dadurch sparen die öffentlichen Haushalte Zinsen – von 2010 bis heute rund 100 Milliarden Euro. Das geht aus einer aktuellen Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor. Laut IWH relativieren sich dadurch sogar die Hilfszahlungen für Athen: „Die Einsparungen übertreffen die Kosten der Krise – selbst dann, wenn Griechenland seine Schulden komplett nicht bedienen würde. Deutschland hat also in jedem Fall von der Griechenlandkrise profitiert.“ Diese Eins-zu-Eins-Aufrechnung ist unter Experten allerdings umstritten.

Preis der Sicherheit

In jedem Fall bleibt die Lage an der Kreditfront relativ ruhig: Auf absehbare Zeit ist bei den Zinsen zwar mit Schwankungen, aber nicht mit gravierenden und vor allem dauerhaften Ausschlägen nach oben zu rechnen. Gewähr bietet dafür u.a. das Anleihenkaufprogramm der EZB, das noch mindestens ein Jahr läuft. Doch irgendwann wird auch Euroland in einen Zinserhöhungsmodus wechseln müssen. Viele Bauherren oder Immobilienkäufer setzen deshalb auf Hypothekendarlehen mit besonders langer Zinsbindungsfrist oder gar Volltilgerdarlehen, bei denen der Zins bis zur vollständigen Rückführung feststeht. Laut Biallo-Index Baufinanzierung verlangen Banken und Finanzvermittler aktuell durchschnittlich 2,44 Prozent für ein Darlehen mit 20-jähriger Laufzeit – das sind 0,7 Prozentpunkte mehr als für den klassischen zehnjährigen Kredit. Sicherheit hat eben ihren Preis.


Zinstrend:
sehr kurzfristig: (1-4 Wochen): seitwärts
kurzfristig: (1-3 Monate): leicht steigend
mittelfristig: (4-12 Monate): moderat steigend
langfristig: moderat steigend

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