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Berufsunfähigkeitsversicherung

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Berufsunfähigkeitsversicherung - Lexikon:

Wer benötigt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Allen voran sollten Junge und Selbständige sowie Freiberufler eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Auch Studenten, Schüler und Auszubildende, Berufsanfänger, Alleinerziehende aber auch Hausfrauen und Hausmänner sollten nicht zögern, einen BU-Schutz abzuschließen. Denn sie haben im schlimmsten Fall keine Leistungen der gesetzlichen Rente zu erwarten. Besonders Studenten profitieren vor allem in jungen Jahren von günstigeren Beiträgen. Das liegt am geringerem Einstiegsalter und dem damit verbundenen geringeren Erkrankungsrisiko.

Arbeitnehmer und Angehörige des öffentlichen Dienstes benötigen ebenfalls einen zusätzlichen Schutz bei einem Versicherer.

Genaugenommen sollte jeder, dessen Einkommen den Lebensunterhalt von sich oder seiner Familie absichert, über einen Schutz nachdenken, der ihn im Fall der Berufsunfähigkeit absichert. Hat man zudem monatliche Verpflichtungen, die nur, oder größtenteils über das Gehalt abgedeckt werden, sollte man auch bei einem Ausfall des Gehalts, diese Zahlungen weiterführen können, um den Lebensstandard zu erhalten. Solche Fixkosten können etwa sein:
  • Miete und Nebenkosten
  • Darlehen
  • Versicherungen
  • Lebenshaltungskosten
Wichtig! Fällt ein Gehalt in einem Haushalt aus, kann es schnell zu finanziellen Engpässen kommen! Die staatliche Erwerbsminderungs-Rente reicht hier erfahrungsgemäß bei weitem nicht aus. Hat man sonst keine Einkommensquellen, hilft nur privater Schutz in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung, um den Lebensstandard zu erhalten.

Was ist ein Fall für die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn man mindestens zu 50 Prozent aus gesundheitlichen Gründen verhindert ist, seine Arbeit zu verrichten und das für einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu drei Jahren. Ist die Berufsunfähigkeit von einem Arzt attestiert worden, wird sie in der Regel vom Versicherer anerkannt. Der Zeitpunkt, ab wann eine Berufsunfähigkeitsversicherung Geld auszahlt, ist von Versicherer zu Versicherer verschieden. Der Versicherer zahlt den vereinbarten Betrag, bis man erneut fähig ist, seinem Beruf nachzugehen.

Möglichkeiten der privaten Vorsorge mittels Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer nach dem für ihn geeigneten Versicherungs-Schutz sucht, sollte sich nicht auf die billigste Berufsunfähigkeitsversicherung und den billigsten Versicherer stürzen, denn das A und O beim Vergleich der Versicherer sind die Bedingungen, die Ihnen der Versicherer anbietet, nicht die günstigste Jahresprämie. Deshalb: Mehrere Angebote einholen und den Vergleich nicht scheuen, bevor man die Berufsunfähigkeitsversicherung unterschreibt.

Drei unterschiedliche Schutz-Varianten, die Versicherer anbieten:
Schutz-Variante zwei ist vor allem für Personen mit Angehörigen sinnvoll, weil hier die Familie auch für den Todesfall Schutz genießt. Zudem ist diese Form der Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich meist nur unwesentlich teurer als die reine Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Versicherungsexperten warnen vor der letzten Schutz-Variante, da sie in der Regel die teuerste Form in Sachen BU-Schutz darstellt. Zudem ist die Höhe der Berufsunfähigkeits-Rente meistens an die Versicherungssumme oder an der vereinbarten Alters-Rente gekoppelt. Eine angemessene Berufsunfähigkeits-Rente kommt dann nur zustande, wenn der Versicherte eine sehr hohe Prämie bezahlt. Eine Kapitallebens- oder private Rentenversicherung ist allerdings als zusätzliche Altersversorgung sinnvoll, auch für den Fall der Berufsunfähigkeit.

Berufseinsteiger denken beim Start ins Erwerbsleben oft nicht daran, sich für den Fall der Berufsunfähigkeit einen Schutz anzuschaffen.  Die Prämien für die Versicherungen sind nämlich für junge Leute günstiger, bei höherem Eintrittsalter - etwa ab 30 Jahren aufwärts – wird es teurer, oft gleich um ein paar hundert Euro im Jahr.

Wer was für sein Geld bekommt hängt bei der Berufsunfähigkeitsversicherung häufig vom Beruf ab: Wer harte körperliche Arbeit leistet oder in einer Branche tätig ist, die ein hohes Risiko birgt einen Unfall zu erleiden, erhält im Verhältnis gesehen unter dem Strich weniger für sein Geld als ein Akademiker.

In Sieben Schritten zum passenden BU Schutz

Wie ermittelt man die Deckungssumme einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Höhe der monatlichen Zahlung einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängt von den eigenen Ausgaben und sonstigen Einkünften ab. Da sich diese Summe im Laufe der Zeit ändern kann, sollte man unbedingt auf die Aufnahme von Nachversicherungsgarantien achten.
Tipp: Dynamische Beitragszahlung! Sowohl Beiträge als auch die BU-Rente sollten dynamisiert sein und sich jährlich steigern, um einen Inflationsausgleich herzustellen. Achtung: Für Beamte legen Versicherer andere Regeln zur Bestimmung der Deckungssumme in der Berufsunfähigkeitsversicherung zugrunde. Bei ihnen errechnet sich die Deckungssumme zum Beispiel aus der Besoldungsgruppe und der Dauer des Dienstverhältnisses.

Wie setzt sich Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung zusammen?

In erster Linie beeinflusst die BU-Rente den Beitragssatz und natürlich auch die Laufzeit. Wer noch in Ausbildung ist, erhält oft besonders günstige Startertarife vom Versicherer, der eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Geringverdiener möglich macht.
Wichtig: Die Beitragssätze der Berufsunfähigkeitsversicherung können steuerlich geltend gemacht werden. Sie zählen zu den Sonderausgaben oder den sonstigen Vorsorgeaufwendungen und können in der Einkommenssteuererklärung als solche angegeben werden.

Wichtige Kriterien für einen guten Schutz:

Wer das Kleingedruckte einer Berufsunfähigkeitsversicherung genau unter die Lupe nimmt, wird merken, dass der Teufel im Detail steckt. Die Auszahlung der Rente im Krankheitsfall ist an viele Voraussetzungen geknüpft. Bei schlechten Vertragskonditionen kann es passieren, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung zu spät, zu wenig oder gar nicht bezahlt. Immer wieder sind Policen Anlass für einen gerichtlichen Streit. Wird ein Kunde berufsunfähig, kommen auf den Versicherer enorme Kosten zu. Er prüft deshalb genau, ob er die Rentenzahlung nicht umschiffen kann. Umgekehrt macht der Versicherungsnehmer beim Abschluss von Policen immer wieder Fehler, denn die Policen sind gespickt mit Vertragskonditionen, die für den Laien  schwer zu durchschauen sind. Wer sich für einen BU-Schutz interessiert, sollte deshalb den Gang zu einem unabhängigen Versicherungsberater nicht scheuen.

Abstrakte Verweisung:

Kann ein Versicherungsnehmer in seinem ausgeübten Beruf nicht mehr arbeiten, verweisen ihn viele Gesellschaften auf einen anderen Beruf, der in etwa dem bisherigen an Einkommen und Stellung entspricht, anstatt ihm die Rente bzw. Pension zu zahlen. Ein Maurer findet sich zum Beispiel als Berater in einem Baumarkt wieder. Dabei berücksichtigt der Versicherer nicht, ob der gesundheitlich angeschlagene Kunde überhaupt Chancen hat, einen Beruf in einer ähnlichen Sparte zu finden. Man sollte demnach darauf achten, dass man auf die Verweisung entweder ganz verzichtet oder sie einschränkt.

Sechs-Monats-Prognose:

Eine voraussichtliche sechsmonatige Berufsunfähigkeit sollte genügen, damit die Rente ausbezahlt wird. Die Musterbedingungen für die Berufsunfähigkeit sehen die Fiktion vor, dass jemand, der sechs Monate oder länger unfähig ist, seinen Job auszuüben, als berufsunfähig gilt. Der Versicherte muss dann noch nachweisen, dass er in dieser Zeit nicht in der Lage war, seinen Dienst anzutreten. Nur die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung reicht nicht aus! Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung sollte von Anfang an seine Leistung bringen.

Andere verlangen eine Prognose von drei Jahren, die ein Arzt sehr schwer machen kann. Der Versicherte hat es demnach schwerer an seine monatliche Rente zu kommen.

Berufsunfähigkeitsversicherung - Anerkennung ab Beginn der Erkrankung:

Manchmal ist zu Beginn einer Krankheit für den Arzt und den Patienten noch gar nicht absehbar, dass aus dem  Leiden vielleicht eine Berufsunfähigkeit werden kann. Ist der Versicherungsnehmer länger als sechs Monate nicht in seinem Beruf einsatzfähig, zahlen viele Versicherer rückwirkend ab Eintritt der Berufsunfähigkeit. Das ist natürlich sehr günstig. Viele Versicherer bieten diese Möglichkeit inzwischen an.

Rückwirkende Zahlung:

Manchmal vergehen Monate und Jahre bis der Versicherte begreift, dass er nie wieder in seinem Beruf arbeiten kann. Günstig ist es dann, wenn die Versicherung bei verspäteter Meldung der Berufsunfähigkeit bis zu drei Jahren rückwirkend das Geld ausbezahlt.

Berufsgruppen:

Für bestimmte Berufe gelten besondere Spielregeln (Akademiker, Ärzte, Rechtsanwälte). Diese Berufsgruppen erhalten mehr Leistungen, weil z.B. Ärzte nicht als Pharmavertreter verweisbar sind.

Arztanordnungsklausel:

Die Arztanordnungsklausel sollte nach Möglichkeit nicht Bestandteil der Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Denn sie besagt, dass der Kunde sich an die Behandlungsvorschläge des Arztes halten muss, so er nicht seine Ansprüche verlieren will. Gegebenenfalls können dann keine Operationen abgelehnt werden. 

Den optimalen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung erzielen:

Wer einen optimalen Schutz möchte, sollte folgende Punkte genau durchdenken.

Höhe der Rente:


Die Festlegung der Höhe der Rente für den Ernstfall ist keine leichte Frage. Wer seinen monatlichen finanziellen Bedarf abschätzen will, sollte Einnahmen und Ausgaben im Falle einer kompletten Berufsunfähigkeit gegenüberstellen. Als Faustregel für die private Vorsorge gilt: Alle Bezüge aus der Rente (gesetzlich, betrieblich, privat) zusammen sollten so hoch sein, wie das derzeitige Nettoeinkommen. Etwa ein Drittel des monatlichen Nettolohns gilt als Richtlinie für die Höhe der Rente. Wer seine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Risiko-Lebensversicherung kombiniert, kann zur Berechnung der Todesfallversicherungssumme folgende Faustregel anwenden: Monatlicher Bedarf der Hinterbliebenen mal 200.

 
Laufzeit:


Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte grundsätzlich eine lange Laufzeit haben, damit man erst möglichst spät auf eventuell angespartes Vermögen oder eine zusätzliche private Altersvorsorge zurückgreifen muss. Sinnvoll ist es, bis zu einem Alter von 60 Jahren Beiträge zu bezahlen. Denn sollte man tatsächlich berufsunfähig werden, würde der Versicherer bis zu diesem Zeitpunkt monatlich Beiträge überweisen.

Viele bieten auch Verträge an, die nur bis zum Alter von 50 Jahren gehen. Sie sind zwar preiswerter, die Versicherten erhalten aber nur dann das vereinbarte Geld, wenn die Berufsunfähigkeit vor Ablauf des Vertrages eintritt. Also wird er einen Tag nach seinem 50. Geburtstag Invalide, erhält er keinen Cent!
 

Beitragsfreistellung:


Falls der Versicherte die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Risiko-Lebensversicherung koppelt, sollte er darauf achten, dass die Police die Beitragsfreistellung für die Risiko-Lebensversicherung im Falle der Berufsunfähigkeit enthält. So bleibt bei Bezug der Berufsunfähigkeits-Rente der Schutz im Todesfall bestehen, ohne dass der Kunde dafür aufkommen muss.  
 
Staffel- oder Pauschalregelung:

Bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung kann der Kunde bei einigen Versicherungen wählen, ab welchem Invaliditätsgrad er seine Rente ausbezahlt haben möchte. Normalerweise zahlt die Versicherung die volle Monats-Rente ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit. Manche Versicherer bieten aber eine Staffelregelung an, bei der schon bei 25-prozentiger Berufsunfähigkeit eine Teilrente von 25 Prozent ausbezahlt wird. Die vollen Bezüge gibt es bei den meisten Gesellschaften dann ab einem Grad von 75 Prozent Berufsunfähigkeit.

Die meisten Versicherungen bieten aber eine Pauschalregelung an: Hier zahlt das Versicherungsunternehmen, wenn der Kunde mindestens zu 50 Prozent berufsunfähig ist.
 
Kampf gegen Inflation:

Wird eine Dynamisierung der Beitragssumme vereinbart, erhöhen sich Beiträge und Renten von Jahr zu Jahr automatisch. Das soll verhindern, dass die Inflation die Versicherungssumme auffrisst.
    
Überschussverrechnung:

Die Gewinne der Versicherungen müssen anteilig an die Mitglieder weiter gegeben werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
  • Als Paket am Ende der Laufzeit
  • Als Zusatzbonus auf die Rente
  • Beitragsmindernd mit den laufenden Prämien verrechnet
Die Beitragsverrechnung ist der sicherste Weg: Die Prämien sinken kontinuierlich, die vereinbarte Versicherungssumme bleibt garantiert. Beim Bonussystem richtet sich die zukünftige Höhe der Zahlungen nach der Höhe der erwirtschafteten Überschüsse der Versicherung. Die Rentensumme liegt also nicht fest.

Die Einmalzahlung am Ende der Laufzeit bringt für den Risikoschutz keine Vorteile. Zur Kapitalbildung ist diese Berufsunfähigkeitsversicherung ungeeignet!
 
Karenzzeit:
Wer es sich leisten kann, der spart:

Wer so viel auf der hohen Kante hat, dass er im Falle der Berufsunfähigkeit erst nach sechs oder sogar 24 Monaten auf seine Versicherungsgeld angewiesen ist, kann zehn bis 15 Prozent Prämie sparen.
 
Variabler Vertrag:

Gerade wer in jungen Jahren anfängt, Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu zahlen, ist darauf angewiesen, einen Vertrag abzuschließen, der sich auch seiner verändernden Lebenssituation anpasst, sonst schließt die Rente im Falle der Berufsunfähigkeit möglicherweise nicht die entstandene finanzielle Versorgungslücke. Also: Wer als Single eine Versicherung abschließt, muss möglicherweise seine Berufsunfähigkeits-Rente neu festlegen und die Laufzeit verändern, wenn er heiratet und Kinder bekommt. Viele Versicherungsgesellschaften regeln eine solche Änderung des Abkommens unkompliziert und ohne erneute Gesundheitsprüfung. Macht das Unternehmen dagegen Schwierigkeiten und will den Versicherten erneut gesundheitlich durchchecken, sollte man den Vergleich anstellen und eventuell wechseln. Den alten Vertrag kann er behalten und weiterlaufen lassen!  
 
Zeitliche Eingrenzung der Gesundheitsfragen:  

Man sollte bei der Berufsunfähigkeitsversicherung nur über die vergangenen drei bis fünf Jahre Auskünfte zu seinem Gesundheitszustand machen müssen, was ambulante Behandlungen angeht. Über Operationen muss man häufig länger zurückliegende Auskünfte bringen.
 
Verspätete Meldung:

Bei einer verspäteten Meldung sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens drei Jahre rückwirkend für die Altersabsicherung aufkommen.
 
Vorerkrankungen:

Der Versicherer verzichtet auf die Kündigung, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass der Versicherte eine Vorerkrankung nicht angegeben hat, wenn er kein Verschulden daran hat. Das trifft dann zum Beispiel zu, wenn der Versicherer nicht danach gefragt hat.
 
Knackpunkt Gesundheitszustand:

Detaillierte Fragen zum Gesundheitszustand sind Teil jeder Berufsunfähigkeitsversicherung. Angaben zu Krankenhausaufenthalten oder Behandlungen von Krankheiten in den vergangenen Jahren sind Routine. Auch wenn manche Fragen vielleicht pingelig erscheinen oder sich der Versicherte nicht mehr an den damals harmlosen Unfall beim Sport in der Schule erinnern kann: Der Versicherte sollte diesen Fragenteil gründlich beantworten, er sollte sogar die Ärzte, die ihn wegen verschiedener Erkrankungen oder Verletzungen behandelt haben, zu Rate ziehen. Im Ernstfall können die Gesundheitsfragen nämlich zum Knackpunkt werden: Hat der Kunde die Fragen schlampig beantwortet oder im Augenblick des Abschlusses der Berufsunfähigkeitsversicherung nebensächlich erscheinende Beschwerden verschwiegen, kann es passieren, dass der Versicherer im Ernstfall die Auszahlung der Rente verweigert. Dazu ist er berechtigt, wenn sich herausstellt, dass der Versicherte im Antrag unzureichende Auskünfte über Vorerkrankungen oder Beschwerden gemacht hat, die seine Berufsunfähigkeit verursacht haben.

Stellt ein Versicherer fest, dass ein Versicherungsnehmer Falschangaben gemacht hat, kann er von der Berufsunfähigkeitsversicherung zurücktreten. Die Versicherungen kommen mit unterschiedlich langen Fristen aus, um vom Vertrag zurückzutreten. Manche behalten sich eine Rücktrittsfrist für zehn Jahre vor, andere kommen mit fünf Jahren aus. Günstiger für den Versicherer sind natürlich kürzere Fristen, denn auch bei sorgfältiger Beantwortung aller Fragen zum Gesundheitszustand können Fehler unterlaufen.
Checkliste zur Beantwortung von Gesundheitsfragen für die Berufsunfähigkeitsversicherung:
  • Lückenlos alle Erkrankungen und gesundheitlichen Probleme im gefragten Zeitraum auflisten. Besonders wichtig ist natürlich, jede Gesundheitsfrage wahrheitsgemäß zu beantworten. Dabei sollten Sie aber nur Risiken erwähnen, die auch tatsächlich bei Ärzten und anderen Therapeuten dokumentiert sind.
  • Im Zweifel auch belanglose Krankheiten nennen.
  • Bei Unsicherheit den behandelnden Arzt fragen.
  • Immer nur die Beschwerden für die Versicherung dokumentieren, die zum Arztbesuch geführt haben, nicht die genaue Diagnose.
  • Nie von Vertreter oder Vermittler verleiten lassen, Vorerkrankungen nicht zu erwähnen, weil sie angeblich belanglos sind.
  • Hausarzt über den Versicherungsantrag informieren. Alle Nachforschungen der Versicherung, die nichts mit dem gesundheitlichen Zustand des Patienten zu tun haben, sollten nicht beantwortet werden.
  • Folgende Erklärung sollte man dem Antrag beifügen: „Die Antworten auf die Gesundheitsfragen habe ich so gemacht, wie es meine laienhafte Kenntnis und mein Erinnerungsvermögen zulassen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Angaben vollständig sind. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an meinen Arzt Dr. XY, der Ihnen als mein Hausarzt umfassend Auskunft geben kann.“ Damit ist der Kunde auf der sicheren Seite, denn nun ist es am Versicherer, den Arzt zu befragen, bevor eine Berufsunfähigkeitsversicherung zustande kommt.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht, wenn:

  • man vorsätzlich eine Vorerkrankung oder eine bereits bekannte Erkrankung bei Vertragsabschluss gegenüber dem Versicherer nicht mitgeteilt hat. Wird diese im Nachhinein aufgedeckt, kann die Versicherung sich weigern, für die Rente aufzukommen.
  • der Versicherte ein oder gleich mehrere Risiken ausgeschlossen hat und dann wegen Nichtbeachtung dieser die Berufsunfähigkeit eintritt.
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