Berufsunfähigkeit günstig absichern

Vertragssplitting Berufsunfähigkeit günstig absichern

von Klaus Winter
04.05.2013
Auf einen Blick
Die Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung ist für die Qualität des Versicherungsschutzes entscheidend.
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Wer heute mit Mitte 30 einen Vertrag abschließt, im Ernstfall aber nur bis zum 60. Geburtstag die vereinbarte Rente erhält, der fällt in eine Vorsorgelücke. Denn weil das Renteneintrittsalter dann bereits bei über 65 Jahren liegt, sind die Jahre vom 60. Geburtstag bis zum tatsächlichen Rentenbeginn finanziell nicht abgesichert. Die Konsequenz: Hohe Abschläge bei der ohnehin mageren gesetzlichen Rente, wenn die bereits mit 60 ausgezahlt werden kann, oder aber sieben Jahre, die finanziell überbrückt werden müssen.


Berufsunfähigkeitsversicherung: So lange wie möglich den Schutz sichern!

Im Idealfall schließen Sie deshalb die Berufsunfähigkeitsversicherung so ab, dass sie bis zum Rentenbeginn zahlen muss. Das Problem dabei: Allein die Erhöhung des Rentenalters von 65 auf 67 kann die Prämien über die Jahre um fünf Prozent und mehr steigen lassen – und schon eine Absicherung bis zum 65. Geburtstag belastet das Budget natürlich stärker, als wenn der Schutz mit 60 ausgelaufen wäre.

Die Alternative: Vertrag aufteilen

Um den Schutz günstiger zu machen, bietet es sich an, aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung mehrere zu machen, die Verträge also zu splitten. Aus einem Vertrag mit einer Versicherungssumme von 1.500 Euro werden zwei zu je 750 Euro. Während einer der beiden nur bis zum 60. oder 62. Lebensjahr läuft (und günstig ist), sichert der andere Vertrag das Risiko Invalidität bis zum Rentenbeginn ab. Der Hintergrund der Überlegungen: Bei einer Invalidität und Berufsunfähigkeit hat der Versicherte sich so bis zum 60. oder 62. Geburtstag einen umfassenden und insgesamt bezahlbaren Schutz gesichert. Für die verbleibenden Jahre bis zum Rentenbeginn fällt die Berufsunfähigkeitsrente dann zwar geringer aus – das allerdings in einer Lebensphase, in der viele finanzielle Belastungen wie die Immobilienfinanzierung oder die Ausbildung der Kinder bereits weggefallen oder geringer geworden sind. Mit anderen Worten: Zwischen dem 62. und 67. Geburtstag schmerzt es weniger, wenn ein Teil der Rente wegfällt.

Höhere Kosten fallen durch zwei Verträge nicht an, wie ein Blick in unseren Berufsunfähigkeitsversicherungen-Vergleich zeigt: Bei ansonsten gleichen Parametern erhöht sich der Preis für eine Police bei doppelt so hoher Rente in etwa um die Hälfte.

Risiko- und Leistungszeit trennen

Ebenfalls eine Variante, um Kosten zu sparen: Der Versicherte trennt bei der Vertragsdauer die Risikozeit und die Leistungszeit. Letztere ist der Zeitpunkt, bis zu dem der Versicherer zahlen muss, wenn eine Berufsunfähigkeit festgestellt wurde, während die Risikozeit den Moment beschreibt, bis zu dem der Eintritt einer Berufsunfähigkeit überhaupt versichert ist. Ist die Risikozeit auf den 60. Geburtstag beschränkt, die Leistungszeit aber auf den 67., heißt das für den Versicherten: Wird er vor dem 60. Geburtstag berufsunfähig, erhält er bis zum 67. Geburtstag die vereinbarte Rente. Wird er nach dem 60. Geburtstag berufsunfähig, muss die Versicherung gar nicht mehr eintreten. Dieses Modell spart insgesamt weniger Prämie, weil die Versicherung im Leistungsfall bis zum Rentenbeginn zahlen muss und lediglich das Risiko insgesamt wegfällt, wenn der Versicherte bis zum 60. Geburtstag gesund geblieben ist.
 

Bei einer Versicherung bleiben

Grundsätzlich macht das Modell nur Sinn, wenn die aufgesplitteten Verträge bei einer Versicherung abgeschlossen werden. Denn bei Streitigkeiten um den Umfang des Versicherungsschutzes ist so klar, dass – ggf. vor Gericht – nur eine Versicherung der Gegner ist. Sind die Verträge bei zwei Gesellschaften abgeschlossen, muss aller Voraussicht nach gegen zwei Versicherer geklagt werden.
 

Vorteile und Chancen abwägen

Vertragssplitting als Kostenbremse in der Berufsunfähigkeitsversicherung kann natürlich nur funktionieren, wenn man sich sicher sein kann, dass die finanziellen Mittel auch ausreichen, wenn im Alter nur eine Police zahlen muss oder die zweite Rente mit Eintritt in das siebte Lebensjahrzehnt wegfällt.

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Klaus Winter
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