Strompreise ziehen deutlich an

Energiekosten Strompreise ziehen deutlich an

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
01.12.2016
Auf einen Blick
  • Im neuen Jahr wird Strom teurer, im Frühjahr droht bereits der nächste Preisschub.
  • Wenn Ihr Anbieter an der Preisschraube dreht, sollten Sie sich wehren - wir sagen, wie das geht.
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Schon jetzt sind bis zu sieben Millionen Haushalte in Deutschland betroffen: Fast jeder vierte Stromversorger dreht zum Jahreswechsel an der Preisschraube. Die Erhöhungen belaufen sich im Schnitt auf 3,5 Prozent. Das ergibt eine bundesweite Auswertung der Preisportale Check24 und Verivox. Für einen Durchschnittshaushalt bedeutet die Mehrbelastung gut 40 Euro im Jahr.

Falls Sie noch keine Post von Ihrem Stromversorger erhalten haben, sollten Sie sich nicht zu früh freuen. Zwar wollen die vier größten Versorger – RWE/Innogy, Eon, EnBW und Vattenfall – die Preise in vielen Regionen vorerst stabil halten. Allerdings zeigt die Vergangenheit, dass viele Anbieter im Frühjahr nachziehen. Oft fällt der Aufschlag dann noch deutlicher aus. Gesetzlich müssen die Unternehmen eine Strompreiserhöhung mindestens sechs Wochen im Voraus ankündigen.

Energiewende wird immer teurer

Eine Erhöhung der Strompreise hatte sich schon im Oktober angedeutet, als bekannt wurde, dass die EEG-Umlage 2017 um mehr als acht Prozent steigt. So müssen Verbraucher statt derzeit 6,35 Cent pro Kilowattstunde im nächsten Jahr 6,88 Cent pro Kilowattstunde für die Energiewende bezahlen. Das allein macht eine Mehrbelastung von 19 Euro im Jahr für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden.

Ein weiterer Kostenpunkt sind die steigenden Netzgebühren. So erhöhen sich zum Jahreswechsel die Gebühren für den Stromtransport bundesweit um durchschnittlich neun Prozent. Nicht zuletzt auch eine Folge der Energiewende. Denn um die starken Schwankungen der regenerativen Energien abzufedern, müssen die Netzbetreiber Milliarden in die Infrastruktur investieren.
 

Stromerhöhung fällt regional unterschiedlich aus

Im Norden und Osten Deutschlands sowie in Nordbayern, wo sehr viele Wind- und Sonnenkraftanlagen errichtet sind, steigen die Netzgebühren besonders stark. Der für Norddeutschland und Bayern zuständige Übertragungsnetzbetreiber Tennet zum Beispiel kündigte bereits Ende September an, seine Netzentgelte zum Jahreswechsel um satte 80 Prozent zu erhöhen. Als Grund führte der Konzern an, dass der Netzausbau nicht so schnell vorankomme wie der Zubau der erneuerbaren Energien.


Je niedriger der Börsenstrompreis, desto höher die EEG-Umlage

Paradox: Die Einkaufspreise für Strom sind an der Strombörse in den vergangenen sechs Jahren kontinuierlich gesunken. Und zwar um fast 40 Prozent. Doch wegen der steigenden EEG-Umlage und höheren Netzgebühren merken Verbraucher davon kaum etwas. Der Grund liegt auf der Hand.

Die Ökostrom-Umlage berechnet sich aus der Differenz des Börsenstrompreises und dem garantierten Abnahmepreis für Ökostrom. So soll die Energiewende finanziert werden. Die sogenannte Einspeisevergütung von grünem Strom aus Windkraft, Solar und Biomasse ist deutlich höher als die Preise an der Strombörse. Je höher diese Differenz ausfällt, desto mehr müssen Verbraucher für die Energiewende im Endeffekt zahlen. 

Biallo-Tipp

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Biallo-Lesetipp

Durch einen Stromanbieterwechsel lässt sich viel Geld sparen. Doch Vorsicht - es gibt auch Stolpersteine. Mehr dazu in unserem Artikel: "Energiekosten: So wechseln Sie Ihren Stromanbieter"

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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