Energiekosten So wechseln Sie Ihren Stromanbieter

Energiekosten So wechseln Sie Ihren Stromanbieter

Sabina Hoerder
von Sabina Hoerder
02.12.2016
Auf einen Blick
  • Geldsparen mit einem Stromanbieterwechsel.
  • Es gibt aber Fallstricke.
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Gerade wenn Stromtarife auf den ersten Blick besonders günstig erscheinen, sollten Sie sehr genau hinsehen. Denn: Verschenken will schließlich niemand etwas. Ein Großteil des Strompreises besteht aus festen Komponenten. So machen laut Bundesnetzagentur gut 20 Prozent des Strompreises die Kosten für die Netznutzung aus, zu etwa 44 Prozent besteht er aus Steuern und Abgaben und rund 32 Prozent nehmen die Kosten für die Strombeschaffung und den Vertrieb inklusive Gewinnen ein. Bei letzterem können Stromanbieter direkt den Preis beeinflussen und Preisvorteile an Verbraucher weitergeben.

Durch einen Stromanbieterwechsel können Sie viel Geld sparen

Nichtsdestotrotz kann sich ein Stromanbieterwechsel stark im Geldbeutel bemerkbar machen. Das lohnt sich besonders, wenn Sie noch im zumeist teuren Grundversorger-Tarif sind. Aber auch für alle anderen kann sich ein Stromanbieterwechsel lohnen und pro Jahr mehrere Hundert Euro Ersparnis bringen. Denn aktuell steigen die Strompreise vielerorts wieder. Bei einem Stromanbieterwechsel sollten Sie allerdings folgende Punkte beachten:

1. Preis: Sind im angegebenen Preis alle Bestandteile enthalten? Bonuszahlungen für den Stromanbieterwechsel fallen meist nur einmalig im ersten Jahr an. Sie dürfen also nicht überbewertet werden.

2. Vorauskasse und Kaution: Stromtarife mit Vorauskasse und Kaution können sich als sehr nachteilig erweisen, denn im Falle einer Pleite können die geleisteten Zahlungen verloren sein.

3. Strompakete: Bei manchen Stromanbietern müssen sich die Kunden verpflichten, eine bestimmte Menge Strom abzunehmen, ein sogenanntes Strompaket. Auch hiervon raten Verbraucherschützer ab. Denn: Verbraucht man deutlich weniger Strom, hat man entsprechend draufgezahlt. Bei höherem Verbrauch muss der Kunde oft kräftig nachzahlen. Zudem sind Strompakete häufig per Vorauskasse zu zahlen.

4. Kündigungsfrist und Laufzeit: Hier gilt es, sowohl auf die Kündigungsfrist des bisherigen als auch des künftigen Stromanbieters zu achten. „In der Grundversorgung beträgt sie 14 Tage. Bei Sonderverträgen gilt, was im Vertrag vereinbart wurde“, sagt Brigitte Ahrens von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Beim neuen Anbieter sollte die Kündigungsfrist maximal drei Monate betragen, besser noch weniger“, so Brigitte Ahrens. Zudem sei eine maximale Vertragslaufzeit von einem Jahr empfehlenswert.

5. Preisgarantien: Wird der Preis für eine gewisse Zeit garantiert, ist dies vorteilhaft. Schließlich soll der Stromanbieterwechsel nicht zur neuen Freizeitbeschäftigung werden - ganz davon abgesehen, dass Sie oft erst nach einer Weile wieder aus dem neuen Vertrag herauskommen. Bestenfalls wird der Preis so lange garantiert, wie der Verbraucher durch die Laufzeit an den Anbieter gebunden ist. Aber auch bei einer solchen Garantie gibt es einen Stolperstein: In manchen Fällen sind nämlich Steuern und Abgaben ausgenommen. Mit der Erhöhung der EEG-Umlage beispielsweise müssen viele Stromkunden hinnehmen, dass ihr Strompreis trotz Preisgarantie steigt. Sinnvoll auch: Die Garantie sollte ab Lieferbeginn gelten – und nicht ab Vertragsunterzeichnung. Bei einer Lieferverzögerung rückt sonst der Zeitpunkt einer ersten möglichen Preiserhöhung rasch näher.

Mein Tipp:
Zuweilen wird für eine Preisgarantie auch ein Aufpreis verlangt. Rechnen Sie nach, ob der Tarif dann immer noch günstig ist.

6. Service: Stimmt beim neuen Stromlieferanten der Service? Rufen Sie doch vor dem Stromanbieterwechsel einfach mal bei der Servicehotline an. Hängen Sie dann bereits lange in der Warteschleife, ist dies kein gutes Zeichen. Hilfreich sind auch Kommentare im Internet. Bei vielen Strom-Vergleichsrechnern können Kunden Beurteilungen zu ihrem neuen Anbieter abgeben. Alternativ oder zusätzlich einfach mal den Anbieternamen und den Begriff „Erfahrungen“ in eine Suchmaschine eingeben.

7. Lieferbeginn und Rücktritt:
„Der neue Stromanbieter sollte einen konkreten Lieferbeginn nennen – nicht nur einen voraussichtlichen“, sagt Verbraucherschützerin Ahrens. Im Zweifelsfall nachhaken. Im Vertrag sollte ein Rücktrittsrecht enthalten sein, wenn die Stromlieferung nicht innerhalb einer bestimmten Frist erfolgt. Am Tag des Lieferbeginns sollte man sich den Zählerstand notieren und diesen dem alten und neuen Lieferanten nachweisbar per Einschreiben mitteilen.

8. Preisanpassungsklausel:
Enthält der Vertrag des neuen Anbieters eine Preisanpassungsklausel? Hier sollten sachliche Gründe für eine Anpassung genannt sein. „Nicht akzeptabel ist, wenn die Preisanpassungsklausel nur einseitig ist. Sie sollte auch den Lieferanten zur Preissenkung verpflichten. Sie muss nicht nur eine Preiserhöhung, sondern auch eine Preissenkung vorsehen“, sagt Verbraucherschützerin Ahrens. Außerdem ist ein Sonderkündigungsrecht bei einer Preiserhöhung einzuräumen. Stromanbieter müssen die Preiserhöhungen sechs Wochen im Voraus mitteilen. Verbraucher, die ein entsprechendes Schreiben oder eine E-Mail erhalten, haben die Möglichkeit, dann eine außerordentliche Kündigung auszusprechen. Diese ist dem Energieanbieter zeitgleich in einem Schreiben per Einschreiben mit Rückschein mitzuteilen.

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Studiert habe ich Germanistik und Soziologie in Osnabrück. Nach Praktika bei ZDF, taz, NDR und Co. sowie freier Mitarbeit bei der Neuen Osnabrücker Zeitung folgte mein Volontariat bei biallo.de. Seit 2009 bin ich Redakteurin.  

Berufsbegleitend habe ich Umweltwissenschaften studiert und mich auf den Bereich Energie spezialisiert. Für biallo.de bearbeite ich unter anderem Themen wie den Stromanbieterwechsel oder Energiesparmöglichkeiten im Haus.  

Vorwiegend kümmere ich mich im Moment um unsere Print-Aktivitäten. Ich betreue unser „Thema der Woche“ sowie Serien, die wir an Tageszeitungen deutschlandweit liefern.

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